Was sind Risikofaktoren für Asthma?

Bei Asthmatikern sind die Atemwege ständig in Alarmbereitschaft: Auf harmlose Reize reagieren die Luftwege mit Entzündungen, schwellen an und werden eng. Noch immer wissen die Ärzte nicht genau, wieso die Atemwege von Asthmatikern empfindlicher reagieren als die von anderen Menschen. Beobachtungsstudien haben aber gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Asthma und bestimmten Risikofaktoren gibt. 

Genetische Veranlagung

Ein Gen für die Erkrankung gibt es nicht. Vielmehr scheinen Umwelteinflüsse und Gene zusammenzuspielen. Kinder von Asthmatikern entwickeln häufiger Asthma als Gleichaltrige, deren Eltern kein Asthma haben.

Geschlecht

Die Statistik zeigt, dass Frauen häufiger an Asthma erkranken als Männer. Im Kindesalter ist es genau umgekehrt: Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen.

Gewicht

Wer übergewichtig ist, hat ein erhöhtes Risiko für Asthma und auch für eine stärkere Ausprägung der Atemwegserkrankung. Umgekehrt scheint sich ein normales Körpergewicht förderlich auf einen günstigen Verlauf des Asthmas auszuwirken. Wer sich vitaminreich ernährt, viel Gemüse und Obst zu sich nimmt oder sich mediterran ernährt, scheint seltener an Asthma zu erkranken.

Allergien

Asthma wird häufig von allergischen Erkrankungen begleitet, bei denen die Abwehr des Körpers über das Ziel hinaus schießt. Viele Asthmatiker reagieren auf Reizstoffe oder Nahrungsmittel allergisch. Auch Neurodermitis oder Ekzeme der Haut sind keine Seltenheit. Experten unterscheiden daher zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma.

Infektionen

Ein Atemwegsinfekt ist in der Regel harmlos und heilt vollständig aus. Ein schwerer Infekt der Luftwege kann die Entstehung von Asthma jedoch begünstigen. Wer im Erwachsenenalter neu an Asthma erkrankt, hatte vorher oft einen solchen Infekt. In der Kindheit hingegen scheinen bestimmte Infekte das Risiko für Asthma sogar zu senken. 

Tabakrauch

Kinder von rauchenden Müttern oder Vätern entwickeln häufiger eine Asthma-Erkrankung als ihre Altersgenossen. Verzichten Sie daher schon vor der Schwangerschaft auf Zigaretten und schützen Sie Ihre Kinder vor sogenanntem Passivrauchen, das auch gefährliche Asthma-Anfälle auslösen kann.

Berufsumfeld

Auch Ihr Arbeitsumfeld kann ein Auslöser für Asthma sein. Kommen Sie am Arbeitsplatz mit Reizstoffen in Kontakt, zum Beispiel mit Farbstoffen, Mehl- oder Feinstaub? Auch Duftstoffe, Reinigungs- oder Lösemittel können Allergien hervorrufen und die Entstehung eines Asthmas begünstigen. 

Die Hygiene-Hypothese

Kinder, die auf dem Bauernhof aufwachsen, erkranken seltener an Asthma als Stadtkinder. Das gilt auch für Kinder, die ältere Geschwister haben oder früh in den Kindergarten gehen. Das haben Forscher beobachtet. Ursache könnte sein, dass der Körper des Kindes mit unterschiedlichen potenziellen Krankheitserregern in Kontakt kommt und die Abwehr gestärkt wird.

Welches Risiko hat mein Kind, an Asthma zu erkranken?

Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern. Bemerken Sie Symptome wie Luftnot, Husten oder pfeifende Atemgeräusche, kann Ihr Kinderarzt weitere Tests durchführen. Viele Kinder leiden im Vorschulalter zeitweise an verengten Lungenwegen. Oft verschwinden die Symptome nach einiger Zeit von alleine wieder. 

Ist ein Elternteil Asthmatiker, ist das Risiko für Asthma bei Ihrem Neugeborenen um ein Dreifaches erhöht. Ein mütterliches Asthma scheint sich dabei stärker auszuwirken als ein väterliches. Mit diesen Fragen finden Sie heraus, ob für Ihr Kind ein erhöhtes Asthma-Risiko besteht:

  • Ist ein Elternteil Asthmatiker?
  • Leiden bereits andere Familienangehörige unter Erkrankungen wie Neurodermitis, Heuschnupfen oder Allergien?
  • Hat Ihr Kind selbst Allergien, Neurodermitis oder wiederkehrende, juckende Ekzeme der Haut?
  • Haben Sie während der Schwangerschaft geraucht? Ist Ihr Kind Passivrauch ausgesetzt?
  • Mehr zum Thema  Nachwuchs vor Asthma und anderen allergischen Erkrankungen zu schützen .

Risikofaktoren: So schützen Sie Ihr Kind vor Asthma

  • Achten Sie während der Schwangerschaft auf eine ausgewogene Ernährung. Fisch auf dem Speiseplan hilft, Ihr Kind vor allergischen Erkrankungen zu schützen.
  • Stillen Sie Ihr Neugeborenes in den ersten vier Monaten. Es gibt Hinweise, dass Muttermilch Ihrem Kind gesundheitliche Vorteile bringt.
  • Ist Ihr Kind normalgewichtig? Achten Sie auf ein altersgemäßes Gewicht Ihres Kindes.
  • Rauchen Sie? Schützen Sie Ihr Kind vor Passivrauchen, gehen Sie zum Rauchen an die frische Luft oder besser noch: Verzichten Sie ganz auf Zigaretten. Schon in der Schwangerschaft lohnt es sich, aufzuhören. 
  • Leben Tiere im Haushalt? Wenn in Ihrer Familie allergische Erkrankungen bekannt sind, schaffen Sie keine Katzen an. Möchten Sie trotzdem Tiere halten, erkundigen Sie sich nach Allergiker-freundlichen Rassen wie Pudel und lassen Sie vorab einen Allergietest mit Hautschuppen Ihres Wunschtieres durchführen.
  • Wohnen Sie auf dem Land oder in der Stadt? Landluft enthält weniger Abgase, die die Lunge schädigen können. Wer in der Stadt wohnt, lüftet die Wohnung besser außerhalb der Stoßzeiten auf den Straßen und treibt Sport vorzugsweise in der Natur.
  • Ist Ihre Wohnung trocken und schimmelfrei? Beugen Sie feuchten Wänden vor und lüften Sie regelmäßig.