Daneben gibt es noch den sogenannten Astigmatismus (Stabsichtigkeit). Seltener ist die Nachtblindheit, die vor allem in Form einer Sehschwäche bei Dämmerung auftritt.

Bei den verschiedenen Formen der Farbfehlsichtigkeit herrschen Störungen des Grün- und Rotsehens vor, seltener sind Veränderungen des Blau- und Gelbsehens; sehr selten ist eine echte beziehungsweise totale Farbenblindheit.

Wie entsteht Fehlsichtigkeit?

Der Augapfel besteht aus der Hornhaut, der mit Kammerwasser gefüllten Augenkammer, der Regenbogenhaut (Iris) mit einer Öffnung in der Mitte, der Pupille, der an den sogenannten Ziliarfäden aufgehängten und von den Ziliarmuskeln bewegten Linse und dem flüssigkeitsgefüllten Glaskörper. Im hinteren, inneren Bereich des Augapfels befindet sich die Netzhaut (Retina) mit ihren Nervenzellen, den Stäbchen und Zapfen.

Das einfallende Licht wird im vorderen Auge durch die Hornhaut, die Augenkammer, die Linse und schließlich durch die Flüssigkeit im Glaskörper gebrochen. Das vom Auge erfasste Bild fällt spiegelverkehrt auf die Netzhaut, wird über den Sehnerv ins Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet.

Um gut und scharf sehen zu können, muss jeder einzelne dieser Teile funktionieren und korrekt aufgebaut sein. Ist das nicht der Fall, können Sehstörungen beziehungsweise Fehlsichtigkeiten folgen.

Welche Formen der Fehlsichtigkeit gibt es?

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Im Vergleich zum Normalsichtigen ist beim Kurzsichtigen in der Regel der Augapfel zu lang, das heißt Hornhaut und Linse sind von der Netzhaut zu weit entfernt. Daher laufen die aus der Ferne, das heißt parallel einfallenden Strahlen, die vom vorderen Auge gebrochen werden, in einem Punkt vor der Netzhaut zusammen. Beim Normalsichtigen treffen sie dagegen auf der Netzhaut auf. Der Kurzsichtige sieht das Bild von weiter entfernten Gegenständen daher unscharf, das von nahe gelegenen Dingen aber scharf.

Je größer die Längenabweichung des Augapfels von der normalen Kugelform ist, umso stärker ist die Unschärfe. Pro Millimeter Abweichung entsteht eine Fehlsichtigkeit von (minus) drei Dioptrien.

Seltener kann Kurzsichtigkeit auch durch eine zu starke Brechkraft eines der sehrelevanten Teile des vorderen Auges entstehen. Das kann eine Hornhautvorwölbung sein, eine zu runde oder zu weit vorne liegende Linse oder ein beginnender Grauer Star, bei dem die Linse eintrübt.

Es gibt zwei Formen der Kurzsichtigkeit: Eine Form ist die angeborene "Schulmyopie" (Myopia simplex), die oft zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr auftritt und sich ab Mitte zwanzig in der Regel nicht mehr verschlechtert. Selten entwickelt sich dabei eine Fehlsichtigkeit von über fünf bis sechs Dioptrien. Die zweite Form der Kurzsichtigkeit ist die voranschreitende Kurzsichtigkeit (Myopia progressiva). Dabei können Sehschwächen von 15 und mehr Dioptrien vorkommen. Durch die starke Dehnung der Netzhaut besteht ein erhöhtes Risiko für schwere Schäden wie Netzhautablösungen.

Kurzsichtige brauchen häufig erst später eine Lesebrille als Normalsichtige. Denn die sogenannte Alterssichtigkeit (Presbyopie) ist eine Weitsichtigkeit, die oft ab dem 40. Lebensjahr beginnt.

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Diese Fehlsichtigkeit entsteht, wenn der Augapfel zu kurz ist, die Lichtstrahlen also theoretisch erst hinter der Netzhaut zusammentreffen. Dadurch entsteht auf der Netzhaut ein unscharfes Bild.

Seltener kann die Hyperopie auch durch eine zu schwache Brechkraft eines der sehrelevanten Teile im vorderen Auge entstehen.

Vor allem die Augen jüngerer Menschen können sich an diese Art der Sehschwäche bis zu einem gewissen Grad anpassen, indem sie sie durch Augenmuskelkraft ausgleichen. Später benötigen Weitsichtige fast immer eine Lesebrille.

Stabsichtigkeit (Astigmatismus)

Im Idealfall ist die Hornhaut insbesondere im optischen Zentrum einem Uhrglas ähnlich gleichmäßig in alle Richtungen gewölbt / gekrümmt. Astigmatismus tritt auf, wenn die Krümmung der Hornhaut oder (seltener) der Linse nicht gleichmäßig ist. Ein punktförmiges Objekt wird durch diese Fehlkrümmung verzerrt und erscheint als Strich oder Stab, wodurch diese Art der Fehlsichtigkeit ihren Namen erhalten hat (astigma bedeutet punktlos). Stabsichtigkeit ist meistens angeboren, kann aber auch durch Narben auf der Hornhaut nach Krankheiten oder Verletzungen entstehen.

Nicht selten tritt ein Astigmatismus zusammen mit Kurz- oder Weitsichtigkeit auf.

Nachtblindheit (Hermeralopie)

In der Netzhaut befinden sich zwei Arten von lichtempfindlichen Zellen: die Stäbchen und die Zapfen. Tagsüber sind vor allem die Zapfen aktiv, die das scharfe Sehen und das Erkennen von Farben ermöglichen, daher auch die Bezeichnung Zapfensehen für das Sehen bei Tageslicht. In der Nacht übernehmen die hell-dunkel-sensiblen, aber farbenblinden Stäbchen den Dienst, daher der Begriff Stäbchensehen für das Sehen im Dunkeln.

Funktionieren die Stäbchen nur eingeschränkt oder gar nicht, fällt das Sehen in Dämmerlicht und Dunkelheit schwer, die betroffene Person ist nachtblind. Nachtblindheit kann angeboren sein oder auch im Zusammenhang mit Vitamin-A-Mangel in der Ernährung, Störungen und Schäden der Netzhaut sowie anderen Faktoren auftreten.

Farbfehlsichtigkeit

Funktionieren die Zapfen der Netzhaut nicht einwandfrei, kann es zu Schwächen in der Wahrnehmung von einzelnen oder in seltenen Fällen sogar von allen Farbtönen kommen.

Eine angeborene Farbfehlsichtigkeit ist gar nicht so selten: Acht Prozent der Männer leiden unter Farbsinnstörungen, Frauen sind mit 0,4 Prozent deutlich weniger betroffen. Rot- und Grünschwäche beziehungsweise Rot- und Grünblindheit kommen am häufigsten vor, erheblich weniger häufig Veränderungen der Blau-Gelb-Wahrnehmung. Sehr selten ist eine totale Farbenblindheit (Achromasie).

Störungen der Farbwahrnehmung können auch im Rahmen anderer Erkrankungen vorkommen, zum Beispiel bei erblich bedingtem Abbau der Sehnervenfasern (Optikusatrophie).

Welche Beschwerden bereitet eine Fehlsichtigkeit?

Eine vor allem stärkere Fehlsichtigkeit kann das Leben stark einschränken. Was gutes Sehen wirklich ausmacht, ist individuell sehr unterschiedlich. Ob man unter einer Sehschwäche leidet oder sie noch als tolerierbar einstuft, hängt unter anderem von individuellen Voraussetzungen und Anforderungen in Beruf und Freizeit ab.

Treten jedoch Beschwerden wie häufige Kopfschmerzen und ständige Müdigkeit auf, sollte auch an mögliche Augenprobleme gedacht werden.

Kurzsichtigkeit

Menschen mit nicht auskorrigierter Kurzsichtigkeit neigen dazu, die Augen zusammenzukneifen, wenn sie weiter entfernte Punkte erkennen wollen. Tatsächlich lässt sich durch dieses Blinzeln die Sehkraft verbessern.

Insgesamt ist jedoch die Fernwahrnehmung je nach Schweregrad der Kurzsichtigkeit eingeschränkt. Kurzsichtige können Tätigkeiten wie zum Beispiel Autofahren, für die sie eine funktionierende Fernsicht benötigen, ohne optische Hilfen nur schwer oder gar nicht ausführen. Alles, was in unmittelbarer Nähe stattfindet, sehen sie hingegen oft gut.

Kurzsichtige haben ein (leicht) erhöhtes Risiko für eine Netzhautablösung. Eine Netzhautablösung lässt sich, wird sie frühzeitig entdeckt, mit guter Prognose operativ beheben. Kurzsichtige sollten ihre Netzhaut in regelmäßigen Abständen vom Augenarzt kontrollieren lassen und bei den ersten Anzeichen einer sich ablösenden Netzhaut umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Solche Anzeichen sind Lichtblitze oder schwarze Punkte im Auge. Ein eingeschränktes Gesichtsfeld ist ein besonders deutliches Alarmsignal der Netzhautablösung. Das Risiko von Augenerkrankungen wie Grüner Star steigt mit der Stärke der Kurzsichtigkeit.

Weitsichtigkeit

Ist die Weitsichtigkeit noch nicht bekannt, können schnelles Ermüden beim Lesen, häufige Kopfschmerzen, Augenbrennen und -schmerzen beziehungsweise öfter auftretende Augenprobleme wie Bindehautentzündungen, Hinweise auf ein Sehproblem sein. Die Beschwerden entstehen durch die ständigen, unwillkürlich vorgenommenen Anpassungsversuche des Auges, die die Sehschwäche ausgleichen sollen. Weitsichtige tendieren zudem dazu zu schielen.

Stabsichtigkeit

Menschen, die unter Astigmatismus leiden, sehen die Welt verzerrt. Da das astigmatische Auge ständig versucht, die Unschärfe auszugleichen, treten ohne optische Hilfsmittel häufig Beschwerden auf wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Augenbrennen.

Nachtblindheit

Für Menschen, die in Dämmerung oder Dunkelheit nicht gut sehen, ist vor allem der Straßenverkehr gefährlich, weshalb Nachtblinde am Abend und in der Nacht zum Beispiel nicht Auto fahren sollten.

Farbfehlsichtigkeit

Für sehr viele Berufe ist ein funktionierendes Farbsehen notwendig, zum Beispiel bei Tätigkeiten im Transportwesen, in der Textilbranche, bei Malern oder Elektrikern. Je nachdem, wie viele Farben die Betroffenen nicht unterscheiden können oder ob es sich um eine Farberkennungsschwäche oder um echte Farbenblindheit handelt, ist die Berufswahl für Farbfehlsichtige daher eingeschränkt.

Auch im Straßenverkehr kann diese Form der Sehstörung Probleme bereiten, vor allem, wenn wegen schlechter Lichtverhältnisse Kontraste nicht deutlich hervortreten.

Menschen mit totaler Farbenblindheit - die Zapfen auf ihrer Netzhaut sind gänzlich ausgefallen - sehen am Tag nur mit einem Zehntel der normalen Sehleistung (Tagblindheit), während ihnen Dämmerung und Dunkelheit keine Schwierigkeiten bereiten.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Wer zum Augenarzt geht, macht fast immer Bekanntschaft mit dem Ophthalmoskop: dem Augenspiegel. Damit beleuchtet der Arzt den Augenhintergrund - also das hintere Auge -, sodass er die Netzhaut, die Gefäße und den Eintritt des Sehnervs erkennen und betrachten kann.

Um das vordere Auge oder den Glaskörper zu untersuchen, setzt der Arzt eine Spaltlampe ein. Sie erlaubt eine schichtweise Beleuchtung von verschiedenen Ebenen des Auges.

Kurzsichtigkeit

Die Diagnose der Kurzsichtigkeit erfordert eine Sehschärfeprüfung. Dabei benennt der Patient auf einer fünf Meter entfernt aufgehängten Tafel Buchstaben, Gegenstände, Pflüger-Haken oder Landolt-Ringe. Pflüger-Haken entsprechen dem Buchstaben E, der in alle Richtungen weisen kann, Landolt-Ringe sind Kreise mit Öffnung oben, unten, rechts oder links. Beide Augen werden getrennt überprüft, das nicht untersuchte Auge ist abgedeckt.

Weiterhin erfolgt eine Sehschärfeprüfung mit einem Refraktometer. Dadurch kann der Augenarzt die Brechkraft des Auges unabhängig von den Angaben des Untersuchten kontrollieren. Durch die Pupille wird eine Figur auf die Netzhaut projiziert. Der Arzt schiebt nun Linsen in den Lichtstrahl, bis die Figur scharf auf der Netzhaut zu sehen ist. Etwas weniger genau ist das Ergebnis beim computergesteuerten Autorefraktometer.

Weitsichtigkeit

Auch Weitsichtigkeit diagnostiziert der Arzt mit einer Sehschärfenprüfung und dem Refraktometer. Mithilfe des Augenspiegels können bei Weitsichtigen stark geschlängelte Blutgefäße am Augenhintergrund sichtbar werden.

Stabsichtigkeit

Um den Gesamt-Astigmatismus eines Auges zu bestimmen, kommt entweder ein Refraktometer zum Einsatz oder - vor allem bei Kindern - die sogenannte Schattenprobe (Skiaskopie). Mit dem Skiaskop wird Licht ins Auge geworfen, das durch Drehen des Geräts Schatten erzeugt. Die Richtung, in die die Schatten bei weiterem Drehen wandern, gibt Aufschluss über die Brechkraft des Auges.

Bei einem stärkeren Hornhaut-Astigmatismus reicht eine Placido-Scheibe. Hierbei handelt es sich um eine schwarz-weiß gestreifte runde Tafel mit einem Loch in der Mitte, durch das der Arzt hindurch sehen kann. Er führt die Scheibe an das Auge des Patienten heran, bis sich die Streifen im Auge spiegeln.

Mithilfe eines speziellen Instruments, dem Ophthalmometer, bestimmt der Augenarzt den Krümmungsradius der Hornhautoberfläche und damit die Dioptrienanzahl für jeden einzelnen Meridian der Hornhaut.

Nachtblindheit

Die Fähigkeit des Auges, sich auf Dunkelheit einzustellen, lässt sich mit einem Adaptometer ermitteln. Dazu ist der Patient für einen gewissen Zeitraum sehr hellem Licht ausgesetzt. Nach dem Abdunkeln blickt er ins Adaptometer, wo Lichtreize erscheinen. Nimmt der Patient diese wahr, drückt er eine Signaltaste. Die Messergebnisse werden auf einer sogenannten Adaptationskurve eingezeichnet.

Farbfehlsichtigkeit

Zur Diagnostik von Störungen des Farberkennens kommen sogenannte pseudo-isochromatische Tafeln nach Ishihara, auch kurz Ishihara-Tafeln genannt, zum Einsatz. Auf ihnen sind durch Farbpunkte zusammengesetzte Zahlen vor einem durch andersfarbige Farbpunkte zusammengesetzten Hintergrund zu sehen, zum Beispiel rote Zahlen vor grünem Hintergrund. Wer eine Rot- und/oder Grünstörung hat, sieht die Zahlen nicht oder nur teilweise, da sie sich in ihrer Farbsättigung und der Helligkeit nicht vom Hintergrund unterscheiden.

Weiterhin bietet sich die Anwendung eines Anomaloskops an. Dabei soll der Betroffene einen vorgegebenen Gelbton aus Rot- und Grüntönen zusammenstellen. Aus der Abweichung von der Normalsicht lässt sich der Anomalquotient errechnen.

Wie wird die Fehlsichtigkeit behandelt?

Brille/Kontaktlinse

An erster Stelle der Behandlung von Fehlsichtigkeiten stehen nach wie vor Brillen oder Kontaktlinsen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung verwendet diese optischen Sehhilfen. Die Gläser und Linsen werden immer genauer, leichter beziehungsweise weicher und damit angenehmer zu tragen.

Die Kurzsichtigkeit Myopie lässt sich mit Minusgläsern (Zerstreuungslinsen, Konkavlinsen) verbessern. Bei der Anpassung von Brillen gegen Kurzsichtigkeit ist es wichtig, die Augen nicht übermäßig zu korrigieren. Es sollte das schwächste Glas zum Einsatz kommen, mit dem der Betroffene in der Ferne noch scharf sieht.

Um eine Weitsichtigkeit auszugleichen, kommen Plusgläser (Sammellinsen, konvexe Linsen) zum Einsatz. Im Gegensatz zur Kurzsichtigkeit muss hier das stärkste Glas verwendet werden.

Zylindrisch geschliffene Gläser (torische Linsen) sind eine wichtige Therapieoption bei Astigmatismus.

Refraktive Chirurgie (RC)

Unter dem Begriff refraktive Chirurgie fasst man operative Eingriffe am Auge zusammen, die eine vorhandene Fehlsicht korrigieren sollen. Hierbei verändert der Augenarzt in einer Operation die Brechkraft der Augen. Zu beachten ist, dass sich damit nur die Symptome behandeln lassen, nicht aber die Ursachen der Fehlsichtigkeit. So kann es durch die natürliche Sehunschärfeentwicklung am Auge schon nach einigen Jahren wieder zu Sehschwächen kommen.

Vor einer Operation gilt es Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abzuwiegen. Außerdem spielen bei der Entscheidung viele Faktoren eine Rolle. Einige Methoden werden im Folgenden vorgestellt.

  • Photorefraktive Keratektomie (PRK beziehungsweise LASEK)

Anwendungsgebiete der PRK sind beispielsweise die Behandlung von Weitsichtigkeit sowie Astigmatismus zwischen drei und vier Dioptrien sowie von Kurzsichtigkeit bis minus sechs Dioptrien. Während des Eingriffs schiebt der Operateur zunächst die oberste Hornhautschicht (Epithel) zur Seite und trägt dann mittels eines Lasers darunter gelegenes Hornhautgewebe ab. Wie das geschieht, hängt von der Art der Fehlsichtigkeit ab. Zum Schluss bringt der Arzt das am Anfang weggeschobene Epithel zurück. Der Patient muss anschließend für etwa eine Woche eine sogenannte Verbandkontaktlinse tragen.

  • Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK)

Die Einsatzgebiete der LASIK entsprechen in etwa denen der PRK. Der Operateur trennt eine hauchdünne Schicht der obersten Hornhaut teilweise ab und klappt sie zur Seite, sodass er darunter liegendes Gewebe mit einem Laser abschleifen kann. Danach legt er die obere Hornhautlamelle wieder zurück. Sie saugt sich von alleine fest, Nähen ist nicht nötig.

  • Laserthermokeratoplastik (LTK, konduktive Keratoplastik)

Diese Lasermethode bietet sich zur Korrektur von relativ geringer Weitsichtigkeit bis plus 1,5 Dioptrien an. Mit einem Laser setzt man am Rand der Hornhaut minimale Hitzepunkte, wodurch sich die Hornhaut in diesem Bereich zusammenzieht. Das bewirkt ein leichtes Verbiegen der Hornhaut im Zentrum - die neue Wölbung gleicht die Weitsichtigkeit aus.

  • Astigmatische Keratotomie (AK)

Mit dieser Methode lässt sich der Astigmatismus zwar reduzieren, jedoch nicht vollständig korrigieren. Dabei werden auf der Hornhaut zwei bogenförmige Schnitte gesetzt, wodurch sich die Hornhaut entspannt.

  • Intracornealer Ring (ICR) beziehungsweise intracorneale Ringsegmente

Die auch Intacs genannten Implantate werden zur Behandlung von einer weniger stark ausgeprägten Kurzsichtigkeit eingesetzt, finden heute aber offenbar nur noch selten Anwendung. Dabei handelt es sich um ganze oder halbbogenförmige Ringe aus Kunststoff, die um die Hornhaut gelegt werden. Durch den mechanischen Druck der Ringe flacht sich die Hornhaut ab, die Sehschwäche wird ausgeglichen.

  • Linsenimplantation

Bei stark fehlsichtigen Personen, denen hornhautverändernde Methoden nicht mehr helfen können, gibt es die Möglichkeit, zusätzlich zur eigenen eine Kunstlinse ins Auge einzubringen.

  • Linsenaustausch (Refractive Lens Exchange)

Diese Methode bietet sich vor allem für Menschen mit Alterssichtigkeit an und/oder beginnendem oder zu erwartendem Grauen Star. Bei der Methode entfernt der Operateur die eigene Augenlinse und ersetzt sie durch eine Kunstlinse.

Behandlung der Nachtblindheit

Bei einer durch einen Vitaminmangel entstandenen Nachtblindheit, besteht die Therapie in der Gabe von Vitamin A.

Behandlung der Farbfehlsichtigkeit

Eine Behandlung ist nicht möglich.

Was kann man selbst zur Vorsorge tun?

Gegen die einzelnen Formen der Fehlsichtigkeit lässt sich prinzipiell nur wenig tun. Generell ist darauf zu achten, anstrengende Tätigkeiten für das Auge von Zeit zu Zeit zu unterbrechen, zum Beispiel durch Nah-, Mittel- und Fernsichtübungen, Beruhigen der Augen durch Handabdecken oder durch regelmäßiges Blinzeln bei der Bildschirmarbeit, um eine Übermüdung zu vermeiden.

Bei der Arbeit und beim Lesen ist gutes Licht wichtig. Außerdem wirkt sich eine vitaminreiche Ernährung, vor allem mit ausreichend Vitamin A, positiv auf die Augen und auf die Sehleistung aus.

Besteht eine Fehlsichtigkeit, empfehlen sich regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt.