Vom Verdacht zur Diagnose

Zeigen sich bei einer Darmspiegelung auffällige Veränderungen der Darmschleimhaut, werden Gewebeproben entnommen und zum Spezialisten geschickt. Mit einem Blick durch das Mikroskop kann er beurteilen, ob es sich um gutartige Wucherungen, Krebsvorstufen oder ein Karzinom handelt. Daher vergeht nach der Untersuchung oft etwas Zeit, bis Sie alle Befunde mit Ihrem Arzt besprechen können.

Sie sind nicht allein - hier finden Sie Unterstützung 

Die Diagnose Darmkrebs löst bei Betroffenen und Angehörigen zunächst Angst aus. Ein offenes Gespräch mit Vertrauten kann helfen, mit dieser Herausforderung umzugehen. Professionelle Unterstützung bieten auch Selbsthilfegruppen, Psychoonkologen oder Beratungsstellen. Letztere finden Sie zum Beispiel auf der Website des Krebsinformationsdienstes.

So wird Ihre Therapie geplant

Je früher ein Tumor erkannt wird, umso besser lässt er sich in der Regel behandeln. Deswegen empfehlen Experten spezielle Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung. Neben den Ergebnissen der Gewebeuntersuchung beeinflussen auch Lage und Ausbreitung des Tumors die Therapie. Gemeinsam mit Ihrem Arzt besprechen Sie Ihre Therapieoptionen und das weitere Vorgehen. In der Regel sind einige weitere Untersuchungen notwendig:

  • Ultraschall des Bauchraums
  • Röntgen des Brustkorbs
  • gegebenenfalls Computertomografie oder MRT
  • gegebenenfalls Ultraschall des Enddarms
  • Blutuntersuchung auf Tumormarker zur Nachsorge und Therapiekontrolle

Gute Prognose bei restloser Entfernung des Tumors 

Tumore des Dickdarms

Schon während der Darmspiegelung können kleine, oberflächliche Tumore oder Krebsvorstufen entfernt werden. Gelingt dies nicht, erfolgt in der Regel eine Operation, meist in einem Darmkrebszentrum. Ein Chirurg entfernt dabei die betroffenen Darmabschnitte. Die Chancen auf eine Heilung sind abhängig vom Stadium des Tumors: Je früher dieser erkannt wird, umso besser ist meist die Prognose. Wird das Tumorgewebe restlos entfernt, kann eine Operation den entscheidenden Schritt in die Krebsfreiheit bedeuten. 

Bei manchen Tumoren kann zusätzlich eine Chemotherapie sinnvoll sein, um die Heilungschancen zu verbessern. Diese Entscheidung wird individuell getroffen und ist unter anderem vom Stadium des Tumors abhängig. Ob Sie von einer Chemotherapie profitieren, besprechen Sie mit Ihrem Arzt. 

Tumore des Enddarms

Auch bei Tumoren im Enddarm (Rektumkarzinom) steht die Operation im Vordergrund. Diese ist meist etwas anspruchsvoller im Vergleich zu Operationen am Dickdarm, da mehr Strukturen wie Muskeln und Nerven im operierten Bereich liegen. Häufiger als beim Dickdarmkrebs brauchen Betroffene übergangsweise einen künstlichen Darmausgang, damit das operierte Gewebe in Ruhe heilen kann. Bei vielen Menschen löst die Vorstellung eines künstlichen Darmausgangs Unbehagen aus. Haben Sie Bedenken, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Er kann Ihnen den Umgang mit einem sogenannten Stoma erläutern. Ihr Chirurg kann meist schon vor der Operation abschätzen, ob ein künstlicher Darmausgang notwendig ist. Die gute Nachricht: Nur ein bis zwei von zehn Betroffenen brauchen überhaupt einen künstlichen Darmausgang.

Bei Tumoren des Darms kann zusätzlich eine Radiochemotherapie durchgeführt werden, also eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie. Je nach Art des Tumors kann so die Prognose verbessert und das Risiko für erneutes Tumorwachstum verringert werden. Manchmal erfolgt eine Chemotherapie auch schon vor der Operation, damit der Tumor kleiner wird und besser zu entfernen ist. 

Fortgeschrittener Darmkrebs

Zeigen Untersuchungen bereits Ableger des Tumors in anderen Organen (Metastasen), beeinflusst dies den Verlauf und die Behandlung der Erkrankung. Welche Kombination aus Operation, Medikamenten, Bestrahlung, Chemotherapie oder einer Therapie mit Antikörpern sinnvoll ist, besprechen Sie individuell mit Ihrem Arzt. Können Tumorgewebe und Metastasen operativ vollständig entfernt werden, wirkt sich dies günstig auf die Prognose aus. 

Antikörper-Therapie: Zielgerichtet gegen Darmkrebs 

Seit einigen Jahren profitieren Betroffene von der Therapie mit Antikörpern bei fortgeschrittenem Darmkrebs: Die Antikörper können gezielt das Wachstum von Tumorzellen stören. Dass Krebs nicht gleich Krebs ist, darüber sind sich Wissenschaftler mittlerweile einig. Diese Erkenntnis legt nahe, dass die Zukunft der Krebstherapie in der personalisierten Medizin liegt. Derzeit werden zum Beispiel neue Antikörper erprobt, die Krebszellen für das Immunsystem markieren, sodass der Körper diese selbst eliminieren kann. Auch an Bakterien im Darm und deren Zusammenhang mit der Krebsentstehung wird geforscht.

Im Anschluss an die Behandlung können Sie eine Rehabilitation in Anspruch nehmen. Diese Maßnahme bietet Ihnen die Chance, sich zu erholen, neue Kraft zu tanken und zurück in Ihren Alltag zu finden. Mehr zum Thema Rehabilitation nach Darmkrebs finden Sie in unserem Artikel zur Nachsorge.

Tumor ist nicht gleich Tumor

Wird der Tumor im Rahmen einer Operation entfernt, wird das entnommene Gewebe erneut zum Spezialisten geschickt. Der Pathologe kann beurteilen, um welche Art von Tumor es sich handelt, wie tief er in das Gewebe reicht und wie aggressiv er wächst. Um den Tumor zu beschreiben, nutzen Ärzte die sogenannte TNM-Klassifikation:

  • T steht für die lokale Ausbreitung des Tumors.
  • N beschreibt, ob Lymphknoten befallen sind.
  • M sagt aus, ob Metastasen nachgewiesen wurden. 

Hinzu kommt ein G für Aussehen und Eigenschaften der Zellen. Daraus entsteht ein Buchstaben- und Zahlencode, der den Befund zusammenfasst.