Auch wenn Ihr Diabetes mellitus gut eingestellt ist, vereinbaren Sie mit Ihrem Arzt in der Regel mindestens einmal im Jahr einen Termin zur Verlaufskontrolle Ihrer Erkrankung. Haben Sie Beschwerden oder hält Ihr Arzt es für notwendig, sind häufigere Kontrolltermine sinnvoll, zum Beispiel wenn Ihr Diabetes gerade eingestellt wird. Nutzen Sie diese Gespräche, um Fragen zu stellen, und beschreiben Sie Ihrem Arzt gegebenenfalls Ihre Beschwerden.

Die Besuche beim Arzt sind außerdem Teil der Vorsorge vor Folgeerkrankungen. Nehmen Sie die Termine unbedingt wahr, auch wenn Sie keine Beschwerden haben. Ihr Arzt kann Veränderungen oft schon erkennen und behandeln, bevor Sie selbst eine Veränderung bemerken.

Was untersucht mein Hausarzt?

Bei jedem Besuch prüft Ihr Hausarzt den Verlauf Ihres Diabetes mit folgenden Untersuchungen:

  • Gewicht 
  • Blutdruck
  • Blutwerte (Blutzucker- und HbA1c-Wert)
  • ggf. von Ihnen dokumentierte Blutzuckerwerte 
  • ggf. Injektionsstellen
  • ggf. Erfolge bei der Rauchentwöhnung 

Mindestens einmal im Jahr untersucht Ihr Arzt zur Vorsorge vor Begleiterkrankungen folgende Werte:

  • Blutfettwerte (Gesamt-Cholesterin, HDL-/LDL-Cholesterin, Triglyzeride)
  • Nierenfunktion und Urinstatus (Schnelltest auf Proteine im Urin)
  • Körperliche Untersuchung (insbesondere Inspektion der Füße auf Durchblutung und Nervenempfindlichkeit)
  • evtl. andere notwendige Untersuchungen (z. B. EKG oder Ultraschall)

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Gefäßerkrankungen vorbeugen

Im Rahmen der Kontrolltermine prüft Ihr Hausarzt frühe Anzeichen für Veränderungen der Gefäße. Erkrankungen der Gefäßwände (zum Beispiel Atherosklerose) kommen bei Diabetikern öfter vor und sind Ursache vieler Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mit gesunder Ernährung und sportlicher Aktivität tun Sie Ihren Gefäßen etwas Gutes.

Auch die Nieren sind bei Diabetikern häufiger in ihrer Funktion eingeschränkt. Sie haben besonders viele empfindliche Gefäße, die Sie vor allem durch eine gute Blutzuckereinstellung schützen. Mit einem Urintest sucht Ihr Hausarzt nach frühzeitigen Anzeichen für eine sogenannte diabetische Nephropathie .

Je nach Befund veranlasst Ihr Arzt die Überweisung zu einem Facharzt, zum Beispiel zu einem Spezialisten für Angiologie oder Nephrologie.

Neurologische Untersuchung

Ihr Diabetes beeinflusst auch die Funktion Ihrer Nerven. In der körperlichen Untersuchung prüft Ihr Hausarzt Ihre Reflexe und die Sensibilität Ihrer Haut. Schmerzen oder Verdauungsbeschwerden können ein Hinweis auf eine Veränderung der Nervenfunktion sein. Mit einem gut eingestellten Diabetes beugen Sie dieser und weiteren Begleiterkrankungen vor.

Regelmäßige Kontrollen beim Facharzt

Augenarzt: Sehstörungen vorbeugen

Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig durch einen Augenarzt untersuchen. Experten empfehlen mindestens alle zwei Jahre eine Kontrolle, auch wenn Sie über ein gutes Sehvermögen verfügen. Mit einem Typ-1-Diabetes sollten Sie ab dem elften Lebensjahr, spätestens aber fünf Jahre nach der Diagnose zur Erstuntersuchung. Vereinbaren Sie als Typ-2-Diabetiker direkt nach Diagnosestellung einen Termin beim Augenarzt. Je nach Befund wird er mit Ihnen weitere Termine vereinbaren.

Zahnarzt: Gesunde Zähne auch mit Diabetes

Gehen Sie zweimal im Jahr zur Vorsorge zu Ihrem Zahnarzt. Im Vergleich zu Nicht-Diabetikern haben Sie ein dreifach erhöhtes Risiko für Entzündungen des Zahnhalteapparats (Parodontitis), die zunächst häufig keine Beschwerden verursachen. Früh erkannt ist eine Parodontitis gut behandelbar. Eine besonders gründliche Mundhygiene senkt Ihr persönliches Risiko für Zahnfleischerkrankungen. Verzichten Sie auf Nikotin und ernähren Sie sich ausgewogen. So schützen Sie Ihr Zahnfleisch und beeinflussen auch Ihren Diabetes positiv.

Zusammenhang zwischen Diabetes und Parodontitis

Mit einem gut eingestellten Diabetes senken Sie Ihr Risiko für viele Folgeerkrankungen, auch für Parodontitis. Studien zeigen, dass sich auch die Behandlung von Zahnfleischentzündungen positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie hat einen Selbsttest entwickelt, mit dem Sie Ihr persönliches Risiko für Parodontitis feststellen können.