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Startseite Krankheit & Behandlungen Erkrankungen Behandlungen & Medizin Diabetes Leben mit Diabetes Hypoglykämie: Unterzuckerung früh erkennen und vermeiden
Hypoglykämie: Unterzuckerung früh erkennen und vermeiden Im Alltag mit Diabetes ist ein möglichst stabiler Blutzuckerspiegel entscheidend. Fällt er unter einen bestimmten Wert, wird dies als Hypoglykämie, also Unterzuckerung, bezeichnet. Eine solche kann zu teils schweren Reaktionen führen. Werden die Warnsignale des Körpers allerdings rechtzeitig erkannt, lässt sich der Blutzucker meist schnell wieder ausbalancieren. – Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Unterzuckerung: typische Symptome früh erkennenFachleute sprechen von einer Hypoglykämie, sobald der Blutzucker einen Wert von 70 mg/dl (3,9 mmol/l) unterschreitet - ab wann allerdings Symptome auftreten, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Auch die Intensität der Beschwerden variiert. Die wichtigsten Anzeichen sind: BlässeUnruhe und AngstSchneller PulsSchweißausbruchZittern und weiche KnieSchwindelHeißhungerKopfschmerzenVerwirrtheit und Konzentrationsstörungen Wenn der Blutzuckerspiegel immer weiter sinkt, kann es darüber hinaus zu schweren Symptomen wie Krampfanfällen oder Bewusstlosigkeit kommen.
An Hypoglykämie gewöhnt Wer sehr häufig unterzuckert, bemerkt die Warnsignale des eigenen Körpers unter Umständen immer später. Fachleute bezeichnen das als Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung. Sollten Sie feststellen, dass Sie trotz niedriger Werte keine Beschwerden wahrnehmen, sprechen Sie unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Durch eine spezielle Schulung lässt sich die Körperwahrnehmung oftmals wieder verbessern. 
Ursachen und Hintergründe von HypoglykämieDie häufigste Ursache für eine Unterzuckerung ist eine Nebenwirkung der Diabetesbehandlung. Vor allem bei einer Therapie mit Insulin oder bestimmten Tabletten (Antidiabetika) kann es vorkommen, dass die zugeführte Menge an Insulin oder bestimmten Antidiabetika größer ist als der tatsächliche Bedarf des Körpers. Auch der Zeitpunkt ist entscheidend: Wird das Insulin zum Beispiel lange vor einer Mahlzeit gespritzt, beginnt es bereits zu wirken, bevor die Kohlenhydrate aus der Nahrung überhaupt im Blut ankommen.Zu einer Hypoglykämie kann es aber zum Beispiel auch kommen, wennSie eine Mahlzeit ausgelassen oder zu wenig Kohlenhydrate zu sich genommen haben,Begleiterkrankungen wie eine Magen-Darm-Infektion oder eine Niereninsuffizienz vorliegen,Sie Alkohol getrunken haben oderSie sich beim Sport übermäßig angestrengt oder auf leeren Magen trainiert haben.
Unterzuckerung in der Nacht - warum sie oft unbemerkt bleibt Nächtliche Hypoglykämien bleiben oft unbemerkt, da der Körper bei niedrigen Blutzuckerwerten Stresshormone ausschüttet, um im Schlaf eigenständig gegenzusteuern. Betroffene bemerken meist erst am nächsten Morgen anhand von Erschöpfung, Schwitzen oder Kopfschmerzen, dass ihre Werte in der Nacht stark gesunken sind. Mehr zum Thema erfahren Sie im Artikel "Unterzuckerung im Schlaf" .
Bei Unterzuckerung richtig reagieren Wenn Sie Anzeichen einer Hypoglykämie bemerken, ist schnelles Handeln gefragt: Ruhe bewahren: Atmen Sie tief durch und sorgen Sie für eine möglichst entspannte Umgebung.Nehmen Sie umgehend Kohlenhydrate zu sich: Gute Zuckerquellen sind zum Beispiel Limonaden (keine Light-Produkte), Traubenzucker oder Gummibärchen. Achtung: Fetthaltige Snacks wie Schokolade eignen sich nicht, um einer akuten Unterzuckerung entgegenzuwirken, weil der Fettgehalt die Aufnahme der Kohlenhydrate im Körper verzögert.Spritzen Sie sich auf keinen Fall Insulin, da das den Blutzuckerspiegel noch weiter absenken würde.Werte kontrollieren: Messen Sie etwa 15 Minuten, nachdem Sie etwas Zuckerhaltiges gegessen oder getrunken haben, erneut Ihren Blutzucker, um sicherzustellen, dass er sich stabilisiert hat. Wenn die Werte noch immer niedrig sind, sollten Sie noch mehr Zucker zu sich nehmen.Erneute Unterzuckerung vermeiden: Haben sich Ihre Werte normalisiert, kann eine kleine Mahlzeit oder ein Snack dabei helfen, den Blutzucker über eine längere Zeit stabil zu halten und einer erneuten Hypoglykämie vorzubeugen. Einige Diabetikerinnen und Diabetiker besitzen für Notfälle außerdem ein ärztlich verordnetes Medikament, das den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lässt. Ab wann wird eine Unterzuckerung gefährlich?Gegen eine leichte Unterzuckerung können Betroffene in der Regel selbst vorgehen. Sobald sich die betroffene Person allerdings nicht mehr selbst helfen kann (zum Beispiel aufgrund von Verwirrtheit), sprechen Fachleute von einer schweren Hypoglykämie. Dabei handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der unter Umständen lebensgefährlich sein kann. Verliert die betroffene Person das Bewusstsein, gilt:Wählen Sie umgehend den Notruf (112)!Bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage, bis Hilfe eintrifft.Versuchen Sie nicht, der Person etwas Zuckerhaltiges einzuflößen, wenn sie nicht ansprechbar ist. Es besteht Erstickungsgefahr.Mehr darüber, wie Sie Betroffenen im Notfall helfen können, lesen Sie im Artikel "Zuckerschock: Was im Diabetes-Notfall zu tun ist" .So vermeiden Sie eine UnterzuckerungEine gute Vorsorge ist der beste Weg, um das Risiko für kritische Blutzuckerwerte zu minimieren. Mit der richtigen Planung im Alltag und ein wenig Routine lässt sich eine Unterzuckerung oftmals vermeiden: Werte im Blick behalten: Sorgen Sie gemeinsam mit Ihrem Diabetologen bzw. Ihrer Diabetologin dafür, dass Ihr Blutzucker optimal eingestellt ist.Regelmäßig essen: Mahlzeiten in regelmäßigen Abständen stabilisieren den Blutzucker. Lassen Sie möglichst keine Mahlzeit aus und planen Sie bei Bedarf kohlenhydrathaltige Snacks für zwischendurch ein.Mit Bedacht trainieren: Wenn Sie Sport machen, sinkt Ihr Blutzuckerspiegel und Ihr Energiebedarf steigt. Kontrollieren Sie deshalb am besten vor, während und nach Ihrer Sporteinheit Ihre Blutzuckerwerte und stimmen Sie Ihre Ernährung möglichst darauf ab. Besonders dann, wenn Sie intensiv trainieren, lohnt es sich, einen kleinen Snack wie eine Banane dabei zu haben.Vorbereitet sein: Haben Sie stets Nahrungsmittel oder Getränke griffbereit, die Ihren Blutzuckerspiegel schnell anheben können. Deponieren Sie sie an allen Orten, an denen Sie viel Zeit verbringen, zum Beispiel zu Hause, bei der Arbeit oder im Auto.Aus der Vergangenheit lernen: Überlegen Sie nach jeder Hypoglykämie kurz: Wie kam es dazu? War es ein vergessenes Mittagessen oder doch Sport auf leeren Magen? Indem Sie innehalten und reflektieren, können Sie aus Ihren Erfahrungen lernen und Maßnahmen für die Zukunft ableiten. Es kann auch helfen, diese Erkenntnisse in einem Diabetes-Tagebuch festzuhalten.Alkohol bewusst konsumieren: Alkoholische Getränke können den Blutzucker stark senken. Da dieser Effekt oft zeitversetzt auftritt, besteht vor allem nachts die Gefahr einer unbemerkten Unterzuckerung. Es ist deshalb ratsam, Alkohol nur in Maßen zu konsumieren -am besten zusammen mit einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit.Früh gegensteuern: Wenn Sie schon bei ersten Anzeichen einer Hypoglykämie handeln und schnell verfügbare Kohlenhydrate zu sich nehmen, kann sich Ihr Blutzucker rasch wieder stabilisieren. So können Sie schwereren Symptomen im Idealfall aus dem Weg gehen. 
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich - gesundheit.gv.at: Diabetes: Unterzuckerung und Überzuckerung, 12.01.2023. URL: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/stoffwechsel/diabetes/unterzuckerung-ueberzuckerung.html (abgerufen am: 04.03.2026).Deutsche Diabetes Hilfe e. V. - diabetesDE: Unterzuckerung (Hypoglykämie), o. J. URL: https://www.diabetesde.org/unterzuckerung-hypoglykaemie (abgerufen am: 04.03.2026).Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): S3-Leitlinie Therapie des Typ-1-Diabetes. Stand: 02.09.2023. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/057-013l_S3-Therapie-Typ-1-Diabetes_2023-09_1.pdf (abgerufen am: 05.03.2026).
Deutsches Rotes Kreuz: Unterzuckerung (Hypoglykämie), o. J. URL: https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/unterzuckerung/ (abgerufen am: 04.03.2026).
Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Helmholtz Zentrum München - diabinfo: Unterzuckerung bei Diabetes (Hypoglykämie), o. J. URL: https://www.diabinfo.de/leben/behandlung/unterzuckerung.html (abgerufen am: 04.03.2026).
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