Was ist eine überstarke Monatsblutung?

Während einer normalen Regelblutung verliert eine Frau ungefähr 60 Milliliter Blut. Bei einer überstarken Periode sind es über 80 Milliliter, also ein Drittel mehr. Wechseln Sie alle zwei Stunden Ihren Tampon oder Ihre Binde, fühlen Sie sich schwach und abgeschlagen oder enthält Ihr Menstruationsblut Blutklumpen? Dann leiden Sie möglicherweise unter einer sogenannten Hypermenorrho, einer zu starken Monatsblutung. Dauert Ihre Periode länger als sieben Tage, sprechen Mediziner von einer Menorrhagie, einer verlängerten Regelblutung.

Symptome 

Als Folge des hohen Blutverlusts kann eine Eisenmangelanämie entstehen. Der Körper wird dann mit zu wenig Sauerstoff versorgt, was dazu führt, dass Sie sich müde, antriebslos und schlapp fühlen. In seltenen Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich, weil der Blutverlust sehr hoch ist. Manche Frauen leiden zusätzlich an Unterleibsschmerzen, was als Dysmenorrhoe bezeichnet wird. 

Ursachen für eine starke Blutung

Der Einsatz der Spirale zur Empfängnisverhütung kann Monatsblutung verstärken. Auch Geburten und hormonelle Veränderungen, wie die Wechseljahre, kommen als Ursache infrage. 

Kann sich die Gebärmutter nicht ausreichend zusammenziehen, führt das dazu, dass die Blutung länger anhält und stärker verläuft. Ein Auslöser dafür können Myome oder Polypen sein - das sind gutartige Geschwülste. Eine Blutgerinnungsstörung, wie das seltene angeborene Von-Willebrand-Syndrom, verursacht ebenfalls starke Monatsblutungen.

Behandlungsmöglichkeiten

Ihr Frauenarzt kann Ihren Hormonstatus bestimmen und Ihnen gegebenenfalls eine Antibabypille, eine Hormonspirale oder ein Hormonring verschreiben. Sie lassen die Menstruation kürzer und milder verlaufen. Die gezielte Einnahme von Progesteron in der zweiten Zyklushälfte kann den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut hemmen. Das Hormon trägt dazu bei, dass die Blutung schwächer verläuft.

Bevorzugen Sie eine hormonfreie Therapie, können rezeptfrei erhältliche Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol helfen. Sie lindern die Schmerzen und können möglicherweise gleichzeitig den Blutverlust verringern. Medikamente mit Tranexamsäure senken die Blutungsneigung. Diese Medikamente sollten jedoch nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und halten Sie sich an die Empfehlungen aus der Packungsbeilage. 

Vorsicht

ASS, Acetylsalicylsäure, wirkt gerinnungshemmend und ist daher bei einer starken Monatsblutung nicht geeignet.

Verstärken Myomen und Polypen die Blutungen, kann eine meist minimalinvasiv durchgeführte Operation sinnvoll sein. Der Arzt entfernt bei einer sogenannten Myomektomie die gutartigen Geschwülste über den Bauchraum oder die Scheide. 

Bleibt der Behandlungserfolg aus, können eine Entfernung der Gebärmutterschleimhaut oder auch der gesamten Gebärmutter erwogen werden. Bei beiden Verfahren bleibt die Menstruation aus und eine Schwangerschaft ist nicht mehr möglich. 

Was kann ich selbst tun?

Alles, was Ihnen während der Regelblutung hilft, sich zu entspannen, kann sich auch positiv auf Ihre Beckenorgane auswirken: 

  • Leichte Dehnübungen und Yoga lockern die gesamte Muskulatur und entkrampfen meist auch den Bauchraum.
  • Lassen Sie Ihren Alltag ruhiger angehen. Sind Sie geistig entspannt, überträgt sich das automatisch auf Ihren Körper.
  • Ernähren Sie sich vollwertig. Ihr Körper benötigt vor allem Eisen, und Vitamin B12 für die Blutbildung.