Vorleben lehrt mehr als reden

Suchtprävention beginnt schon im frühen Kindesalter - noch bevor Ihr Kind überhaupt die Möglichkeit hat, mit einem Suchtmittel in Kontakt zu kommen. Sie als Eltern sind Vorbild: Wie Sie sich verhalten, denken oder mit Stress umgehen, wirkt sich auch auf das Verhalten Ihres Kindes aus.

Dabei haben sich folgende Verhaltensweisen als günstig erwiesen:

  • Halten Sie sich selbst an vereinbarte Regeln und Grenzen innerhalb der Familie. 
  • Leben Sie Ihrem Kind einen bewussten Umgang mit Suchtmitteln vor, z. B. geregelte Tageszeiten für Fernsehen und Internet, oder einen maßvollen Umgang mit Alkohol. 
  • Versprechen Sie Ihrem Kind nur das, was Sie wirklich einhalten können.
  • Schützen Sie Ihr Kind und seine Gesundheit z. B. auch vor Passivrauchen

Der beste Schutz: eine gute Beziehung

Das eigene Kind komplett vor Suchtmitteln zu schützen, ist kaum möglich. Reden Sie zu negativ über Suchtmittel, wecken Sie womöglich erst recht das Interesse und die Neugier Ihres Kindes. Deshalb raten Experten dazu, Kinder entspannt und neutral aufzuklären und vor allem über Safer-Use-Regeln zu informieren. Ziel dabei ist es, das Risiko von potenziellem Suchtmittelkonsum zu minimieren. Folgendes kann Ihnen helfen, Ihre Beziehung zu stärken:

  • Haben Sie immer ein offenes Ohr gegenüber Ihrem Kind und vermitteln Sie ihm das Gefühl, dass es mit Ihnen offen und ehrlich über alles reden kann. 
  • Helfen Sie Ihrem Kind, Problemsituationen zu bewältigen, und nehmen Sie seine Sorgen und Nöte ernst. 
  • Bieten Sie Ihrem Kind gemeinsame Freizeitaktivitäten an. 
  • Unterstützen Sie Ihr Kind von klein auf dabei, seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Selbstbewusst Nein sagen zu können, hilft sehr dabei, in entscheidenden Situationen einem Gruppenzwang zu widerstehen und Drogenkonsum abzulehnen.

Grenzen erkennen und Hilfe annehmen 

Gerade mit Kindern im Jugendalter geraten viele Eltern in Konflikt. Die Pubertät ist eine komplizierte Lebensphase. Die jungen Heranwachsenden verspüren das Bedürfnis, verschiedene Dinge auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Gerade die Beziehung zu den Eltern kann darunter stark leiden.

Viele Eltern machen die Erfahrung, dass ihr Kind aggressiver ist, sich in eine virtuelle Welt zurückzieht oder Suchtmittel ausprobiert. Reden Sie mit Ihrem Kind über diese Beobachtungen und holen Sie sich frühzeitig Hilfe. Fragen Sie Ihren Kinder- und Jugendarzt, wie Sie in solchen Situationen Ihrem Kind am besten helfen können. 

Anlaufstellen für Eltern

Viele Organisationen unterstützen und beraten zum Thema Suchtprävention bei Kindern. Die Suchtberatungsseite ELSA berät Eltern bei Suchtgefährdung und Abhängigkeit von Kindern und Jugendlichen. Sie thematisiert Probleme in der Pubertät, Substanzkonsum und Medienkonsum von Kindern.

Auch das Bundeskanzleramt für Familie und Jugend stellt persönliche Familienberatungen zur Verfügung. Eine weitere Anlaufstelle ist die Sucht- und Jugendhilfe e. V. Hier finden Sie unter anderem Zeitschriften zur Aufklärung über und zur Vorbeugung gegen Suchtmittel. 

Tipp:

Um Ihrem Kind zu zeigen, dass es möglich ist, Gruppenzwang zu widerstehen, können Sie Folgendes versuchen: Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie bei der nächsten Feier keinen Alkohol trinken werden. Dabei ist das Ziel, dass Ihr Kind Verführungsversuche der anderen Menschen und Ihr eigenes Verhalten dazu beobachten kann. Sprechen Sie gemeinsam nach der Feier über die gesammelten Eindrücke.