Es gibt gute Gründe, weshalb eine Zahnlücke mit einem Ersatz versorgt werden sollte: Die Zähne sind im Kiefer in einem kompliziertem System angeordnet und gegeneinander abgestützt. Kommt es zu einem Zahnverlust, wird dieses Zusammenspiel gestört. Die Nachbarzähne kippen in die Lücke und der gegenüberliegende Zahn im Gegenkiefer elongiert, das heißt er wandert durch die fehlende Abstützung langsam aus seinem Zahnfach heraus.

Funktion

Die Brücke dient als Ersatz von einem oder mehreren fehlenden Zähnen. Diejenigen Zähne, auf denen die Brücke befestigt wird (Pfeilerzähne), müssen für die fehlenden Zähne mitbeißen. Sie müssen deshalb besonders stabil im Kiefer verankert sein und eine gesunde Zahnwurzel haben.

Ebenso können extrem in die Lücke gekippte Zähne eine Lückenversorgung mit einer Brücke unmöglich machen, da die Brücke in der Regel aus einem Guss-Stück besteht und somit die Pfeilerzähne zum Einsetzen parallel sein müssen.

Sind nicht mehr genug eigene Zähne als Restzähne zur Verankerung einer Brücke vorhanden, muss ein herausnehmbarer Zahnersatz angefertigt werden, da bei ungünstigen statischen Verhältnissen die Brückenpfeiler durch Überbelastung bald verloren gehen können.

Verschiedene Brückenarten

Schwebebrücke

Die Schwebebrücke ist der klassischen Brücke über einen Fluss oder eine Straße nachempfunden: Das Brückenzwischenglied liegt nicht der Schleimhaut auf, sondern ist "unterspülbar" - ein besonderer Vorteil bei der täglichen Mundhygiene und der Selbstreinigung des Gebisses.

Kosmetisch ist diese Brückenart allerdings als wenig vorteilhaft einzustufen, weshalb sie ihr Einsatzgebiet vornehmlich im nicht sichtbaren hinteren Unterkieferbereich hat.

Freiendbrücke

  • Das Brückenglied hängt frei an mindestens zwei, besser drei oder mehr miteinander verblockten Kronen.
  • Das Brückenglied ist höchstens sieben bis acht Millimeter breit - angestrebt wird die Breite eines vorderen Backenzahns (Prämolaren).
  • Der Kaudruck des Gegenkiefers darf wegen der Hebelwirkung nicht übermäßig stark auf das Freiendglied einwirken.
  • Alternativ werden in solchen Fällen Klebebrücken, Implantate oder Implantatbrücken angewandt.

Klebe- oder Adhäsivbrücke

Die Klebebrücke ist nach der Entwicklungsstätte auch unter dem Namen Maryland-Brücke bekannt. Im Gegensatz zur konventionellen Brücke werden die der Zahnlücke angrenzenden Nachbarzähne nicht überkront. Die Klebebrücke ist so gestaltet, dass der fehlende Zahn an die Nachbarzähne mittels Ätztechnik in einem aufwendigen Verfahren angeklebt wird. Diese Technik ist nur bei optimalen Bissverhältnissen im Frontzahnbereich anwendbar, da sich sonst die Brücke durch Scherkräfte beim Abbeißen lösen könnte. Zusätzlich sind eine gute Mundhygiene und regelmäßige Nachkontrollen unabdingbar für einen Langzeiterfolg.

Vorteile

  • Nur geringe Eingriffe an der Zahnsubstanz der Pfeilerzähne
  • Hervorragende Ästhetik; sichtbarer natürlicher Zahn bleibt erhalten
  • Keine Belastung des Zahnfleisches
  • Besonders für Kinder und Jugendliche geeignet

Nachteile

  • Im Frontzahnbereich nur bis zum Ersatz von zwei, im Backenzahnbereich höchstens zum provisorischen Ersatz von einem fehlenden Zahn temporär geeignet
  • Bei starken Scherkräften ist das Lösen der Brücke möglich 

Inlaybrücke

Die Brückenanker sind bei dieser seltenen, kleineren Brückenart keine Kronen, sondern mehrflächige Inlays, Onlays oder auch Teilkronen. Das Zwischenglied kann entweder als Basis- oder als Schwebeglied gearbeitet sein.

Vorteile

  • Nur geringe Abtragung gesunder Zahnsubstanz
  • Die Außenfläche der Pfeilerzähne behält die natürliche Zahnfarbe

Nachteile

  • Wegen einer Vergrößerung der Übergangsstelle Brückenanker zum natürlichen Zahn durch das Inlay nur bei exzellenter Mundhygiene einsetzbar
  • Nur für kleinere Brücken geeignet
  • Zuweilen kosmetische Beeinträchtigung, da die Kauflächen aus Gold bestehen

Werkstoffe

Standard bei Brücken ist die Anfertigung aus Metalllegierungen. Nicht nur im sichtbaren Bereich werden diese mit einem zahnfarbenen Material, vorzugsweise Keramik, überschichtet. Brücken ausschließlich aus zahnfarbenem Werkstoff, zum Beispiel Zirkonoxid, oder als Langzeitprovisorium aus Kunststoff gelten heute als anerkannte Alternative. Früher wurden sie vorwiegend für kleinere Brückenspannen oder ausschließlich im Frontzahnbereich eingesetzt.

Bestandteile

Im Zusammenhang mit Brücken spricht man von Brückenankern, Brückengliedern und Brückenspannen. Es gibt eingliedrige, mehrgliedrige, einspannige und mehrspannige Brücken.

Brückenanker

Die Teile einer Brücke, die auf den natürlichen Zähnen (Pfeilerzähnen, Ankerzähnen) befestigt sind und mit denen das Brückenglied fest verbunden (verankert) ist.

Brückenglied

Jeder Brückenanker und jedes Teil zwischen den Ankern (die eigentliche Brücke) wird als Brückenglied bezeichnet.

Brückenspanne

Der Teil der Brücke, der einen fehlenden Zahn ersetzt.

Was der Zahnarzt beachten sollte

Die Brücke besteht aus einem stabilen, nicht verformbaren Guss-Stück und kann nur auf parallel oder leicht konisch zueinander beschliffenen Zahnstümpfen eingesetzt werden.

Darin liegt für den Zahnarzt gerade bei größeren Brücken die Schwierigkeit.

Hier ist das gute Auge des Arztes von großer Wichtigkeit, denn es gibt praktisch keine Hilfsmittel, mit denen man die korrekte Einschubrichtung überprüfen kann. Wird aber erst auf den Modellen im zahntechnischen Labor festgestellt, dass die Brücke so nicht eingesetzt werden kann, ist häufig eine weitere Sitzung mit dem Patienten erforderlich. Dies ist verbunden mit einer erneuten örtlichen Betäubung, Nachpräparation, Abdrucknahme, Neuanfertigung von Provisorien und so weiter.

Um die Parallelität herzustellen, muss häufig mehr gesunde Zahnsubstanz geopfert werden, als dies bei Einzelkronen erforderlich ist.

Häufig sind die Zähne, auf denen die Brücke befestigt wird (Pfeilerzähne) kariesfrei oder weisen nur einen geringen Defekt auf. Sie müssen aber zur Aufnahme einer Brücke erheblich beschliffen werden, gesunde Zahnsubstanz wird also unnötig geopfert. Alternativ bieten sich in solchen Fällen Implantate, Inlay-, Freiend- oder Klebebrücken an.