Mit ihrem neuen Verordnungsreport stellt die Techniker ihre jüngsten Versicherten in den Mittelpunkt. Welche Ergebnisse die Daten im Report unter anderem zeigen, haben wir für Sie zusammengefasst.

Weniger Arzneimittel durch Corona

Der Report zeigt auf, welche Medikamente Kindern unter zwölf Jahren am häufigsten verordnet werden und wie oft dies geschieht. Und hier wird deutlich: Die strengen Hygienemaßnahmen während der Corona-Pandemie zeigen Wirkung. Kinder waren seltener krank und aus Sorge vor einer Infektion nicht so häufig beim Arzt. Dadurch wurden Ihnen weniger Arzneimittel wie beispielsweise Mittel gegen Fieber, Schmerzen und Erkältungen sowie für den Knochenaufbau verschrieben.

Wurden in 2019 noch rund 434.000 Arzneimittelpackungen pro 100.000 versicherten Kindern verordnet, so waren es im Pandemiejahr 2020 nur noch rund 265.000 Packungen - das sind fast 40 Prozent weniger.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen.

Auch bei freiverkäuflichen Medikamenten ist Vorsicht geboten

Ein besonderes Augenmerk legt der Report auf Medikamente, die ohne Rezept freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich sind. Hier ist es besonders wichtig, dass Eltern den Empfehlungen für die Einnahme bei Kindern folgen. Das gilt im Übrigen auch für Medikamente, die sich bei den meisten Menschen in der Hausapotheke finden wie etwa Fieber- und Schmerzmittel oder Nasenspray. Denn: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Bei ihnen werden Medikamente besonders häufig zu hoch oder auch zu niedrig dosiert. So kann beispielsweise auch ein scheinbar harmloses Mittel wie Nasenspray bei falscher Dosierung durchaus unerwünschte  Nebenwirkungen haben.

Lesen zu hierzu auch das Interview mit Frau Prof. Dr. Antje Neubert , Leiterin der Zentrale für klinische Studien in der Pädiatrie am Universitätsklinikum Erlangen.

Bekommen alle kleinen Kinder die notwendigen Impfungen?

Ein wichtiger Aspekt des Reports ist auch die Impfsituation bei Kindern. Die Untersuchungsergebnisse zeigen: Fast jedes zweite der bei der Techniker versicherten und im Jahr 2018 geborenen Kinder hat bis zu seinem zweiten Geburtstag alle 13 von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen komplett erhalten. 3,2 Prozent sind jedoch gar nicht geimpft worden.

Rund jedes zweite Kleinkind ist vollständig geimpft.

Wenn man die Geburtsjahrgänge der letzten Jahre vergleicht, zeigt sich hier jedoch ein erfreulicher Trend, denn die Zahl der ungeimpften Kinder sinkt - vor allem bei Masern. Die Corona-Pandemie hat sich also auf die Impfsituation bei Kindern nicht negativ ausgewirkt. Dies sieht man ebenfalls bei den Vorsorgeuntersuchungen für Kinder, den sogenannten U-Untersuchungen, die während der Pandemie nicht weniger in Anspruch genommen wurden als in der Zeit davor.

Immer mehr Kinder und Jugendliche erhalten Psychopharmaka

Während die Verordnungen bei zum Beispiel Fieber- und Schmerzmitteln sowie Antibiotika coronabedingt zurückgegangen sind, zeigen die Daten des Reports bei Medikamenten zur Therapie psychischer Erkrankungen ein anderes Bild. Diese Mittel wurden in den vergangenen Jahren immer mehr Schulkindern und Jugendlichen verschrieben. Mit Abstand am häufigsten sind dies Medikamente zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen - kurz ADHS. Betroffen sind deutlich mehr Jungen als Mädchen, nämlich etwa dreimal so viele. Erst bei den Jugendlichen spielen auch Mittel gegen Depressionen eine Rolle. Diese werden Mädchen öfter verordnet als Jungen.

Interessiert Sie das Thema "Kinder und Arzneimittel? Dann Informieren Sie sich über diese und weitere interessante Aspekte im

TK-Report Kinder und Arzneimittel (PDF, 668 kB)