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Depression und Diabetes Diabetes mellitus kann für Betroffene belastend und kraftraubend sein. Lebenslang Medikamente einzunehmen oder sich Insulin zu spritzen, die Ernährung stetig im Blick zu behalten und sich im Alltag immer auch nach der Erkrankung zu richten, kann anstrengend sein und die Psyche beeinträchtigen. Charlotte Stümpel, Dres. Schlegel + Schmidt - Med. Kommunikation GmbH
Viele Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 können die Herausforderungen der Erkrankung gut bewältigen und fühlen sich in ihrem Leben kaum eingeschränkt. Manchmal empfinden Betroffene ihre Diabeteserkrankung jedoch als belastend, sind niedergeschlagen oder antriebslos. Auch Forschungen zeigen, dass Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen haben - insbesondere für Depressionen .Dabei kann eine Depression effektiv behandelt werden. Bessert sich diese, beispielsweise im Rahmen einer Therapie, geht damit meist auch eine verbesserte Blutzuckereinstellung einher.Gemeinsames AuftretenStudien belegen, dass Menschen mit einem Diabetes im Vergleich zu stoffwechselgesunden Personen ein drei- bis vierfach erhöhtes Risiko haben, an einer Depression zu erkranken. Wie genau die beiden Erkrankungen zusammenhängen, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Forschende fanden vor allem biologische Gemeinsamkeiten. Dazu gehören zum Beispiel die veränderte Ausschüttung verschiedener Hormone wie Kortisol, Noradrenalin und Serotonin sowie eine erhöhte Entzündungsbereitschaft der Blutgefäße. Auch infolge von Stress können Hormone ausgeschüttet werden, die den Blutzuckerwert in die Höhe treiben.Was ist zuerst da: Depression oder Diabetes?Klar ist, dass sich die beiden Erkrankungen gegenseitig beeinflussen können. So kann der Diabetes eine Depression begünstigen, denn oft empfinden Diabetikerinnen und Diabetiker die regelmäßigen ärztlichen Termine und Insulininjektionen oder auch die häufig strengen Ernährungspläne als einschränkend und belastend. Eine Depression kann sich wiederum auch auf die Diabeteserkrankung auswirken. So kann es Betroffenen mit einer Depression zum Beispiel schwerer fallen, sich an ihre Ernährungsvorgaben zu halten oder ihre Diabetestherapie zu bewältigen. Diese Faktoren können den Blutzucker negativ beeinflussen und Folgeerkrankungen hervorrufen.Wird die Depression behandelt, verbessert sich die diabetische Stoffwechsellage meist. Eine leichte Depression lässt sich beispielsweise häufig auch durch eine Schulung speziell für Menschen mit Diabetes lindern. Dort lernen Betroffene, wie sie ihr Selbstmanagement optimieren können, Lösungsstrategien erarbeiten und ihre Erkrankung so besser in ihren Alltag integrieren können. 
Bin ich betroffen?In dem Selbsttest Fünf Fragen zum Wohlbefinden  der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwarten Sie fünf kurze Fragen, die erste Hinweise geben können, ob Ihr Stimmungstief auf eine Depression hindeutet oder ob Sie mehr Ruhe und Erholung benötigen. Dieser Test kann Ihnen dabei helfen, erste Anzeichen einer Depression zu erkennen und gegebenenfalls psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. 
Die Depression behandelnDiabetes-Betroffene profitieren von denselben Maßnahmen, die auch stoffwechselgesunden Menschen mit einer Depression helfen. Daher ist es wichtig, dass die Behandlung der Depression in die Diabetestherapie mit einbezogen wird. Je nach Schwere der Depression kommen unterschiedliche Maßnahmen infrage:  Psychotherapeutische Behandlung  Medikamentöse Therapie mit sogenannten Antidepressiva   Selbsthilfegruppen  Kombination aus verschiedenen BehandlungsmethodenScheuen Sie sich nicht, sich ärztliche oder psychologische Hilfe zu suchen. Sprechen Sie offen mit Ihrer Diabetologin oder Ihrem Diabetologen, wenn Sie sich ausgelaugt fühlen und antriebslos sind. Beide Erkrankungen können sehr belastend sein und Sie müssen die Auswirkungen nicht allein stemmen. Auch Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt kann Sie unterstützen, Ihnen eine Überweisung für eine psychotherapeutische Behandlung ausstellen oder Ihnen geeignete Anlaufstellen vermitteln. 
Spezielle Hilfe für BetroffeneNeben allgemeinen psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es auch speziell für Menschen mit Diabetes ausgebildete Fachpsychologinnen und psychologen sowie Psycho-Diabetologinnen und  Diabetologen, an die Sie sich wenden können. Die Expertinnen und Experten im Bereich Depression und Diabetes setzen sich mit dem gemeinsamen Auftreten dieser beiden Erkrankungen auseinander. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) bietet eine Zusammenstellung von Hilfsangeboten speziell für Menschen mit Diabetes und einer Depression an.
Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Nationale VersorgungsLeitlinien - Unipolare Depression. Version 3.2, Stand: 29.09.2022. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/nvl-005l_S3_Unipolare-Depression_2023-07.pdf (abgerufen am: 22.01.2024).Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Nationale VersorgungsLeitlinien - Typ-2-Diabetes. Version 3.0, Stand: 15.05.2023. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/nvl-001l_S3_Typ-2-Diabetes_2023-05.pdf (abgerufen am: 22.01.2024).Deutsche Diabetes-Hilfe e. V.: Die Seele trauert unsichtbar - Menschen mit Diabetes haben erhöhtes Risiko für Depressionen, diabetesDE, 09.05.2019. URL: https://www.diabetesde.org/pressemitteilung/seele-trauert-unsichtbar-menschen-diabetes-haben-erhoehtes-risiko-depression (abgerufen am: 22.01.2024).Deutsche Diabetes-Hilfe e. V.: Depression: Diabetes als psychische Belastung, diabetesDE. URL: https://www.diabetesde.org/gesund_leben_mit_diabetes/koerper_und_seele_im_einklang/diabetes_als_psychische_belastung (abgerufen am: 22.01.2024).Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) u. Deutsche Diabetes-Hilfe e. V.: Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2024. URL: https://www.ddg.info/fileadmin/user_upload/Gesundheitsbericht_2024_Endversion.pdf (abgerufen am: 22.01.2024).Kreuel, K.: Was verbindet Diabetes und Depression? Deutsche Diabetes Gesellschaft. Diabetes Zeitung, 04/2023. URL: https://www.ddg.info/diabetes-zeitung/ddg-4/2023/was-verbindet-diabetes-und-depression (abgerufen am: 22.01.2024).
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