Diabetes mellitus einfach erklärt
Diabetes mellitus, kurz Diabetes, ist ein Sammelbegriff für verschiedene chronische Erkrankungen des Stoffwechsels. Sie alle zeichnen sich dadurch aus, dass Betroffene einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerwert haben. Aus diesem Grund wird Diabetes im Volksmund auch als Zuckerkrankheit bezeichnet.
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Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Was passiert bei Diabetes im Körper?Der menschliche Körper braucht Energie, um zu funktionieren. Diese gewinnt er aus Zucker (Glukose), der in der Nahrung enthalten ist. Damit Zucker in Energie umgewandelt werden und in alle Zellen gelangen kann, greift im Körper nach dem Essen normalerweise ein ausgeklügeltes System: Wenn Zucker vom Darm ins Blut übergeht, schüttet die Bauchspeicheldrüse ein Hormon namens Insulin aus. Insulin bewirkt, dass der Zucker vom Blut in die Körperzellen aufgenommen wird und diese mit Energie versorgen kann. Bei Menschen mit Diabetes ist dieser Vorgang gestört. Die Folge: Im Blut sammelt sich immer mehr Zucker an, während in den Zellen Energiemangel herrscht. Diese dauerhafte Überzuckerung wird auch als Hyperglykämie bezeichnet. Diabetes ist nicht gleich Diabetes In der Medizin wird zwischen unterschiedlichen Formen von Diabetes unterschieden, die sich in ihren Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten teils stark voneinander unterscheiden. Ist im Allgemeinen von Diabetes die Rede, so ist damit in der Regel Typ 1 oder Typ 2 gemeint.Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, die sich meist schon in jungen Jahren zeigt. Dabei greift das Immunsystem diejenigen körpereigenen Zellen an, die das Insulin herstellen, sodass ein absoluter Insulinmangel entsteht. Betroffene müssen das Hormon ein Leben lang künstlich zuführen.Diabetes Typ 2 entwickelt sich oft schleichend im Laufe des Lebens. Die Wirkung des Insulins lässt bei Betroffenen mit der Zeit nach, sodass die Glukose weniger gut verwertet werden kann. Fachleute sprechen auch von einer Insulinresistenz. Die Bauchspeicheldrüse versucht diesen Zustand zu kompensieren, indem sie größere Mengen an Insulin herstellt. Nach Jahren der Überlastung erschöpfen die Zellen jedoch und die Insulinproduktion geht zurück. 90 Prozent aller Diabetes-Patientinnen und -Patienten sind von dieser Form der Erkrankung betroffen.Mehr zu Typ-1- und Typ-2-Diabetes sowie selteneren Formen wie Schwangerschaftsdiabetes können Sie im Artikel "Welche Diabetes-Formen gibt es?" nachlesen. Bin ich betroffen? Anzeichen von Diabetes erkennen Während die Symptome eines Typ-1-Diabetes meist rasch innerhalb weniger Wochen ersichtlich werden, entsteht der Typ-2-Diabetes oftmals unbemerkt über Jahre hinweg. Dennoch gibt es Warnsignale, die auf einen Diabetes hindeuten können: Starkes DurstgefühlHäufiges WasserlassenAntriebslosigkeit, MüdigkeitÜbelkeitSchwindelErektionsstörungenBewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit Wenn Sie diese Symptome bei sich selbst oder Ihrem Kind beobachten, ist eine Abklärung in Ihrer hausärztlichen Praxis erforderlich. Einfache Blutzuckertests können schnell Klarheit schaffen. Mehr zum Thema erfahren Sie im Artikel "Diabetes - Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennung" .
Tipp: Testen Sie Ihr Diabetes-Risiko Forschende des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung e. V. haben einen Test entwickelt, mit dem Sie online innerhalb weniger Minuten Ihr persönliches Diabetes-Risiko bestimmen können. Der Test ersetzt keine ärztliche Beratung, kann Ihnen aber als erste Orientierung dienen.
So können Sie Typ-2-Diabetes vorbeugenAnders als Typ-1-Diabetes wird Typ-2-Diabetes unter anderem von Lebensstilfaktoren begünstigt. Eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht können dazu führen, dass der Insulinspiegel im Blut dauerhaft erhöht ist und die Zellen nicht mehr so stark auf das Hormon reagieren. Die gute Nachricht: Indem Sie Ihre Lebensweise anpassen, können Sie die Entstehung eines Typ-2-Diabetes oftmals verzögern oder ganz vermeiden. Bewusst essen: Eine ballaststoffreiche, fettarme Kost mit wenig verarbeitetem Zucker hält den Blutzuckerspiegel stabil und kann darüber hinaus Ihr allgemeines Wohlbefinden steigern. Sie möchten mehr über ausgewogene Ernährung lernen? Schauen Sie sich in unserem Themenuniversum "Gesunde Ernährung" um oder nutzen Sie die TK-Ernährungskurse .In Bewegung kommen: Wenn Sie sich regelmäßig bewegen oder Sport treiben, können Sie damit sowohl Ihren Insulinspiegel als auch Ihr Diabetes-Risiko erheblich senken.Auf ein gesundes Körpergewicht achten: Bemühen Sie sich, Ihr persönliches Normalgewicht zu erreichen oder zu halten. Beim ersten Einordnen des eigenen Gewichts kann Ihnen der
BMI-Rechner der TK helfen. Wichtig ist, dass Sie bewusst und nachhaltig abnehmen, anstatt schnell und radikal Gewicht zu verlieren.Erfahren Sie mehr über weitere Maßnahmen sowie Risikofaktoren im Artikel "Wie kann ich Diabetes vorbeugen?" .
Gesundheit zum Hören: DiabetesWarum erkranken manche Menschen an Diabetes und andere nicht, obwohl sich ihr Lebensstil nicht unterscheidet? Warum hilft eine Ernährungsumstellung den einen, aber nicht den anderen? Um diese und weitere Themen geht es im TK-Gesundheitspodcast "Ist das noch gesund?" .
Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) - Diabetesnetz Deutschland: Diabetesprävention, o. J. URL: https://www.diabetesnetz.info/diabetes/ (abgerufen am: 12.02.2026).Bundesministerium für Gesundheit: Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, 11.12.2025. URL: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/diabetes.html (abgerufen am: 11.02.2026).Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich - gesundheit.gv.at: Diabetes Typ 1, 12.01.2023. URL: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/stoffwechsel/diabetes/typ-1.html (abgerufen am: 11.02.2026).Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD): Ursachen des Diabetes, o. J. URL: https://www.dzd-ev.de/diabetes (abgerufen am: 11.02.2026). Deutsche Diabetes-Hilfe e. V.: Diabetes mellitus, o. J. URL: https://www.diabetesde.org/lexikon/diabetes-mellitus (abgerufen am: 11.02.2026).Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - gesundheitsinformation.de: Diabetes Typ 2, 18.10.2023. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/diabetes-typ-2.html (abgerufen am: 11.02.2026).
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