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Der diabetische Fuß: Anzeichen, Stadien und Tipps zur Prävention
Das sogenannte diabetische Fußsyndrom, oft als diabetischer Fuß bezeichnet, gehört zu den häufigsten Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus.
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Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Wie der diabetische Fuß entsteht Durch den dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel kann es bei Diabetikerinnen und Diabetikern zu Schäden an den Nerven und an den Blutgefäßen der Füße kommen. Langfristig können chronische Wunden auftreten. Mit der richtigen Vorsorge lassen sich schwerwiegende Folgen häufig vermeiden.Das diabetische Fußsyndrom entwickelt sich meist schleichend. Die bei einem Diabetes für längere Zeit erhöhten Blutzuckerwerte können bei Betroffenen insbesondere Nerven und Blutgefäße in den Füßen schädigen. Dadurch geraten Schutzfunktionen aus dem Gleichgewicht, die den Fuß im Alltag normalerweise vor Überlastung und kleinen Schäden bewahren.Wenn Nerven Reize schlechter leiten, lässt das Gespür in den Füßen nach und Warnsignale wie Druck oder Schmerz werden weniger zuverlässig weitergegeben. Dann kann es passieren, dass Sie sich verletzen und es selbst länger nicht bemerken. Gleichzeitig kann eine beeinträchtigte Durchblutung dazu führen, dass das Gewebe schlechter versorgt wird und sich langsamer erholt. So steigt das Risiko, dass sich selbst kleine Druckstellen oder Verletzungen zu einer Wunde entwickeln, die schlecht heilt.
Regelmäßige Kontrollen sind das A und O Für Diabetikerinnen und Diabetiker ist es ratsam, regelmäßig ärztliche Untersuchungstermine wahrzunehmen, um Folgeschäden der Füße vorzubeugen. Wie oft diese Kontrollen stattfinden, hängt von dem persönlichen Erkrankungsverlauf ab. Fachleute empfehlen Typ-2-Betroffenen in der Regel allerdings, mindestens einmal jährlich ihre Füße überprüfen zu lassen. Auch unabhängig von den Kontrollterminen ist es wichtig, selbst kleinste Verletzungen an den Füßen ärztlich abklären zu lassen. So können Sie vermeiden, dass chronische Wunden entstehen oder auf lange Sicht Gewebe abstirbt.
Symptome und erste Anzeichen des diabetischen FußsyndromsSind Sie von Diabetes mellitus betroffen, ist es wichtig, die eigenen Füße stets im Blick zu behalten, um das diabetische Fußsyndrom frühzeitig zu erkennen. Erste Anzeichen sind oftmals trockene Haut sowie vermehrte Hornhaut. Wie sich das Syndrom äußert, hängt davon ab, ob eher die Nerven betroffen oder die Blutgefäße geschädigt sind: Hat der Diabetes Nervenschäden verursacht, lässt das Gespür im Fuß nach. Das kann sich durch folgende Symptome zeigen: Trockene und warme HautUnempfindlichkeit gegenüber Schmerzen, Kälte, Wärme und DruckKribbelnTaubheitsgefühlSchlecht heilende Wunden, meist an der Fußsohle Sind durch den Diabetes Gefäße zu Schaden gekommen, werden die Füße schlecht durchblutet, was wiederum die Wundheilung stark einschränken kann. Das äußert sich wie folgt: Blasse, bläuliche HautFuß fühlt sich kühl anSehr schwacher Puls im FußOffene Wunden, meist an den Zehen oder der FerseSchmerzen in den Waden beim Gehen Selbst kleinere Verletzungen können für Diabetikerinnen und Diabetiker langwierige Folgen haben. Durch die schlechte Durchblutung können Wunden nicht gut abheilen, sodass sie chronisch werden können und sich unter Umständen entzünden.
Warum wird das diabetische Fußsyndrom oft erst spät erkannt?Wenn durch einen Diabetes mellitus die Nerven geschädigt werden, können Betroffene das Schmerzempfinden in den Füßen verlieren. Verletzungen werden deshalb oft nicht direkt bemerkt und der Fuß wird weiter belastet, was zu immer größeren und tieferen Wunden führen kann. Hinzu kommt, dass manche Betroffene unter diabetesbedingten Augenschäden leiden und kleine Verletzungen deshalb nicht mehr gut erkennen. So bleiben Veränderungen oft lange unentdeckt und unbehandelt.
Diagnose: was Sie erwartet Um das diabetische Fußsyndrom festzustellen, wird Ihre Ärztin beziehungsweise Ihr Arzt Ihnen zunächst einige Fragen stellen und im Anschluss Ihren Fuß gründlich untersuchen. Dabei überprüft sie oder er, ob sich die Haut am Fuß eher warm oder kalt anfühlt,wie gut der Fuß durchblutet wird,wie gut die Nerven auf Reize reagieren,ob Wunden oder Druckstellen vorhanden sind undwie tief vorhandene Wunden sind und ob sie sich entzündet haben. Mittels Ultraschalls oder einer speziellen Röntgenuntersuchung (Plebografie) lässt sich zusätzlich klären, wie es um die Durchblutung in den Beinen steht. Meistens kommen bildgebende Verfahren wie CT- oder MRT-Angiografien zum Einsatz, um Verengungen der Blutgefäße darzustellen.Stadien des diabetischen Fußsyndroms Je nach Schwere der Verletzung unterteilen Fachleute das diabetische Fußsyndrom in fünf unterschiedliche Stadien, die verschiedene Schwerpunkte in der Versorgung erfordern.
Stadium
Ausmaß
Behandlungsschwerpunkt
0
Noch keine Verletzung, aber Verletzungsrisiko ist vorhanden (z. B. durch Druckstellen oder starke Hornhaut)
Vorsorge, damit es nicht zu einer Wunde kommt
1
Oberflächliche Wunde
Entlastung des Fußes und gute Wundpflege
2
Tiefere Wunde, die bis zu den Sehnen oder der Gelenkkapsel reicht
Konsequente Entlastung und gute Wundpflege
3
Tiefe Wunde mit Entzündung, ggf. mit Eiteransammlung (Abszess)
Behandlung mit Antibiotika, ggf. Operation erforderlich
4
Teile des Fußes sind abgestorben (Nekrose)
Durchblutung verbessern, Infektion stoppen, möglichst wenig Gewebe amputieren
5
Große Teile des Fußes sind abgestorben bzw. der ganze Fuß ist abgestorben
Umfangreiche Amputation
Wie wird der diabetische Fuß behandelt? Wird ein diabetisches Fußsyndrom frühzeitig erkannt und konsequent behandelt, stehen die Chancen gut, dass chronische Wunden vollständig abheilen. Die Therapie setzt sich dabei aus verschiedenen Bausteinen zusammen, die eng aufeinander abgestimmt werden.WundpflegeDie Basis jeder Behandlung ist die fachgerechte Versorgung der Wunde: Sie wird regelmäßig von Ihrer Ärztin beziehungsweise Ihrem Arzt gereinigt und mit sogenannten Wundauflagen versehen, die Flüssigkeit aufsaugen und Infektionen vorbeugen. Liegt eine Entzündung vor, werden das entzündete Gewebe sowie eitrige Beläge regelmäßig entfernt und Antibiotika gegeben. DruckentlastungDamit eine Wunde abheilen kann, muss der Fuß außerdem von jeglichem Druck entlastet werden. Schon reguläres Gehen kann den Heilungsprozess verzögern. Ihre Ärztin beziehungsweise Ihr Arzt kann zur Entlastung spezielle orthopädische Schuhe, Schienen oder Gehhilfen verordnen. Üben bestimmte Fehlstellungen wie Hammer- oder Krallenzehen Druck auf die verletzte Region aus, kann ein kleiner chirurgischer Eingriff sinnvoll sein, um die Fehlstellung langfristig zu beheben. Verbesserung der Durchblutung Eine schlechte Durchblutung der Beine wirkt sich negativ auf die Wundheilung aus, da der Körper nicht genügend Sauerstoff und Nährstoffe in das geschädigte Gewebe transportieren kann. Liegt eine Durchblutungsstörung vor, kann ein minimalinvasiver Eingriff helfen, die Blutversorgung des Fußes wieder sicherzustellen. Im äußersten Fall: die Amputation Oberstes Ziel jeder Behandlung ist der Erhalt Ihres Fußes. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihnen nur dann eine Amputation nahelegen, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Durch gute Vorsorge und konsequente Therapie lässt sich eine Amputation oftmals vermeiden. In manchen Fällen kann sie jedoch notwendig sein, um zum Beispiel zu verhindern, dass sich eine Entzündung im Körper ausbreitet oder Gewebe des Beins abstirbt. In vielen Fällen reicht eine kleine Amputation aus, bei der zum Beispiel einzelne Zehen entfernt werden. Sollte Ihnen eine Amputation empfohlen worden sein, haben Sie grundsätzlich das Recht, sich eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Die TK unterstützt Sie gerne dabei, eine entsprechende Expertin oder einen Experten für eine unabhängige Einschätzung zu finden. Tipps zur Prävention: So pflegen Sie Ihre Füße richtig Für die Gesundheit Ihrer Füße können Sie selbst eine Menge tun: Ein gut eingestellter Blutzucker ist das A und O: Je besser Ihr Blutzucker eingestellt ist, desto geringer ist Ihr Risiko für das diabetische Fußsyndrom.Tägliche Fußpflege: Wenn Sie sich im Alltag gut um Ihre Füße kümmern, kann das bereits eine Menge bewirken. Neigen Ihre Füße zu Trockenheit, cremen Sie sie regelmäßig ein - idealerweise mit einer Creme, die Harnstoff enthält (Urea 5 bis 10 Prozent). Hornhaut können Sie sanft mit einem Bimsstein entfernen. Um die Nägel zu kürzen, sollten sie auf eine Feile statt auf eine Schere oder einen Knipser zurückgreifen, um das Verletzungsrisiko zu senken. Auch ein gelegentliches warmes Fußbad kann Ihre Fußgesundheit fördern.Die Füße im Blick behalten: Machen Sie es sich zur Gewohnheit, Ihre Füße jeden Tag gründlich zu überprüfen. So können Sie Veränderungen feststellen und Verletzungen schnell behandeln lassen. Haben Sie z. B. ein Auge auf Druckstellen, Wunden (auch kleine) und Nagelpilzinfektionen , aber auch etwaige Fehlstellungen.Ärztliche Kontrollen: Lassen Sie Ihre Füße regelmäßig ärztlich untersuchen, um chronischen Wunden vorzubeugen. Termine bei der medizinischen Fußpflege können eine sinnvolle Ergänzung sein.Barfuß? Besser nicht: Wer barfuß läuft, riskiert möglicherweise Verletzungen. Es ist also ratsam, stets Schuhe oder Badelatschen zu tragen, um die Füße möglichst zu schützen.Auf das richtige Schuhwerk kommt es an: Wählen Sie Schuhe, die gut passen und weder drücken noch scheuern. Ein weiches Fußbett kann ebenfalls von Vorteil sein. Alte oder abgenutzte Schuhe sollten Sie hingegen möglichst austauschen. Tipp für den Schuhkauf: Da die Füße tagsüber anschwellen, kann es hilfreich sein, Schuhe erst am späten Nachmittag oder am Abend zu kaufen.Die passenden Socken: Greifen Sie zu Socken ohne drückende Nähte oder enge Gummizüge und ziehen Sie jeden Tag ein frisches Paar an. Es gibt auch spezielle Socken, die besonders für Diabetikerinnen und Diabetiker geeignet sind.Orthopädische Hilfsmittel: Insbesondere bei Fehlstellungen können orthopädische Maßschuhe mit passenden Einlagen Ihre Fußgesundheit optimal unterstützen.Auf das Rauchen verzichten: Ein Rauchstopp tut Ihrem ganzen Körper, aber auch Ihren Füßen gut. Denn: Wie Diabetes wirkt sich auch das Rauchen auf die Durchblutung aus und kann deshalb das Risiko für Komplikationen an den Füßen steigern. Die TK unterstützt Sie auf dem Weg in ein rauchfreies Leben - finden Sie jetzt einen passenden
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Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - gesund.bund.de: Diabetischer Fuß, 12.04.2021. URL: https://gesund.bund.de/diabetischer-fuss (abgerufen am: 19.02.2026).Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) - Diabetologie und Stoffwechsel. Supplement: Praxisempfehlungen des DDG, 10.2023. URL: https://www.ddg.info/fileadmin/user_upload/05_Behandlung/01_Leitlinien/Praxisempfehlungen/2023/dus_2023_Praxisempfehlungen_Morbach_Diabetisches-Fusssyndrom.pdf (abgerufen am: 19.02.2026).Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Helmholtz Institut München - diabinfo.de: Diabetischer Fuß, o. J. URL: https://www.diabinfo.de/leben/folgeerkrankungen/fuesse.html (abgerufen am: 19.02.2026).Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - gesundheitsinformation.de: Diabetischer Fuß: Wie beugt man Wunden vor?, 18.03.2023. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/diabetischer-fuss-wie-beugt-man-wunden-vor.html (abgerufen am: 19.02.2026). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - gesundheitsinformation.de: Wie wird ein diabetischer Fuß behandelt?, 18.10.2023. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/wie-wird-ein-diabetischer-fuss-behandelt.html (abgerufen am: 02.03.2026).
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