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Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Diabetes: Risiken kennen und vorbeugen
Diabetes mellitus kann die Blutgefäße und das Herz mit der Zeit belasten. Doch Sie können selbst einiges tun, um Ihr Herz-Kreislauf-System zu schützen. Welche Risikofaktoren eine Rolle spielen und worauf Sie im Alltag achten können, erfahren Sie hier.
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Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Menschen mit Diabetes haben ein deutlich höheresRisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen - das gilt sowohl für Typ 1 als auch für Typ 2. Gleichzeitig bedeutet die Diagnose Diabetes aber nicht, dass Schlaganfall oder Herzinfarkt vorprogrammiert sind.Zu viel Zucker im Blut: Was passiert in den Gefäßen?Blutgefäße sind weit mehr als einfache "Schläuche": Sie bilden ein lebendiges und fein abgestimmtes Netzwerk, das den Blutflussgezieltsteuert und sich laufend an die Bedürfnisse Ihres Körpers anpasst. Zirkuliert über längere Zeit zu viel Zucker im Blut, belastet das die empfindlichen Zellen der Gefäßwand. Sie geraten sozusagen unter Dauerstress und können ihre Aufgaben nicht mehr so gut erfüllen. Das wirkt sich langfristig auf die Durchblutung aus:Blutfette lagern sich leichter an den Gefäßwänden ab.Die Fähigkeit der Blutgefäße, sich bei Bedarf zu weiten oder zu verengen, nimmt ab.Die Gefäßwände werden durchlässiger.Risikofaktoren: Was spielt neben dem Diabetes noch eine Rolle?Der erhöhte Blutzucker ist bei Diabetes mellitus oft nur ein Teil des Problems. Gerade bei Typ-2-Diabetes gibt es meist noch weitere Faktoren, die das Herz und die Gefäße belasten. Dazu gehören vor allem: Bluthochdruck Ungünstige Blutfettwerte Übergewicht Bewegungsmangel Rauchen NierenerkrankungenDie gute Nachricht: Auf einige dieser Risikofaktoren können Sie selbst Einfluss nehmen. Dabei geht es nicht um Perfektion - jeder Schritt hin zu einem gesünderen Lebensstil zählt.
Eine gute Einstellung zahlt sich ausStudien zeigen: Wenn die fünf wichtigsten Risikofaktoren - Blutzucker, Blutdruck, Blutfette, Rauchen und die Nierenwerte - gut eingestellt sind, haben Menschen mit Diabetes im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung kaum noch ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder vorzeitigen Tod.
Welche Herz-Kreislauf-Erkrankungen können als Folge von Diabetes entstehen?Bilden sich mit der Zeit viele Ablagerungen an den Innenwänden der Blutgefäße, werden sie enger und weniger elastisch - es entsteht eine Arteriosklerose . Abhängig davon, welche Blutgefäße betroffen sind, kann es daraufhin zu unterschiedlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Verengung der Beinarterien Koronare Herzkrankheit: Verengung der Herzkranzgefäße Herzinfarkt: Verschluss eines Herzkranzgefäßes z. B. durch ein Blutgerinnsel Schlaganfall: Verschluss eines Blutgefäßes im Gehirn, meist durch ein BlutgerinnselWichtige Warnzeichen erkennenEine Arteriosklerose entwickelt sich schleichend und kann lange unbemerkt bleiben. Umso wichtiger ist es, gut auf den eigenen Körper zu achten und auch kleine Veränderungen ernst zu nehmen. Folgende Anzeichen können auf Durchblutungsstörungen hindeuten:Sie kommen bei Belastung zunehmend außer Atem.Ihr Brustkorb fühlt sich manchmal eng an oder Sie haben Druck auf der Brust, wenn Sie sich körperlich anstrengen.Ihre Beine schmerzen beim Gehen, sodass Sie immer wieder Pausen machen müssen.Kleine Wunden an den Füßen heilen nur langsam ab.Wichtig zu wissen: Auch wenn Sie sich gesund fühlen, können Ihre Blutgefäße bereits verengt sein. Besonders tückisch: Bei diabetesbedingten Nervenschäden nehmen Sie Warnzeichen möglicherweise weniger deutlich wahr. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind deshalb ein wichtiger Teil der Vorsorge.
Im Notfall schnell handelnBei einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt zählt jede Sekunde. Verständigen Sie umgehend den Rettungsdienst (112), wenn Sie ein starkes Engegefühl im Brustkorb, Atemnot, plötzliche Lähmungen, Sprach-, Seh- oder Bewusstseinsstörungen bei sich oder anderen bemerken.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Diabetes vorbeugen: Das können Sie tunEine gute Vorsorge beginnt im Alltag. Mit den folgenden Maßnahmen können Sie selbst dazu beitragen, Herz und Gefäße zu schützen:Blutwerte im Blick behalten: Stellen Sie Blutzucker, Blutdruck und Blutfette gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin im Zielbereich ein und lassen Sie sie regelmäßig überprüfen.An den Behandlungsplan halten: Nehmen Sie verordnete Medikamente zuverlässig ein. Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, wenn Sie Schwierigkeiten mit der Behandlung haben.Nicht rauchen: Verzichten Sie auf Zigaretten und andere Tabakprodukte. Ein Rauchstopp schützt die Blutgefäße und lohnt sich in jedem Alter.Herzgesund ernähren: Setzen Sie auf eine ausgewogene Ernährungsweise mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln, Hülsenfrüchten und gesunden Fetten - die mediterrane Kost ist hier eine gute Orientierung.Viel bewegen: Versuchen Sie, im Alltag immer wieder in Bewegung zu kommen und langes Sitzen zu unterbrechen. Was Sie im Hinblick auf Ihren Blutzucker beachten sollten, erfahren Sie im Artikel " Sport und Bewegung bei Diabetes ".
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Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Praxisempfehlung Diabetes mellitus und Herz, 2025 URL: https://www.ddg.info/behandlung-leitlinien/leitlinien-praxisempfehlungen (abgerufen am: 18.08.2026).Deutsche Diabetes Stiftung: 10 Tipps zur Prävention, o. J. URL: https://www.diabetesstiftung.de/vorsorge/tipps-zur-pravention (abgerufen am: 18.08.2026).Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) e. V.: Nationale Versorgungsleitlinie Typ 2 Diabetes. Stand: 15.05.2023. URL: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-001 (abgerufen am: 18.08.2026).Dubsky, M. et al.: Endothelial Dysfunction in Diabetes Mellitus: New Insights. International Journal of Molecular Sciences 2023; 24(13):10705.Rawshani, A. et al.: Risk Factors, Mortality, and Cardiovascular Outcomes in Patients with Type 2 Diabetes. The New England Journal of Medicine 2018; 379:633-644.
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