Diabetische Nephropathie: Nierenschäden früh erkennen und handeln
Der erhöhte Blutzucker bei Diabetes mellitus kann die Blutgefäße auf Dauer schädigen. Dabei sind häufig auch die Nieren betroffen: Es kann sich eine sogenannte diabetische Nephropathie entwickeln. Das geschieht meist unbemerkt - umso wichtiger ist es, früh hinzuschauen. Schwere Folgen wie ein Nierenversagen lassen sich so oftmals deutlich hinauszögern oder sogar vermeiden.
–
Karoline Höß, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Was ist eine diabetische Nephropathie?Bei einer diabetischen Nephropathie geht die Funktion der Nieren langsam verloren. Das verursacht zunächst keine Schmerzen oder andere spürbare Beschwerden. Etwa 20 bis 40 Prozent der Menschen mit Diabetes entwickeln eine diabetische Nephropathie.Was passiert bei einer diabetischen Nephropathie?Gesunde Nieren reinigen das Blut von Abfallstoffen. Dafür sind die sogenannten Nierenkörperchen zuständig, kleine Knäuel aus Blutgefäßen, die von spezialisierten Zellen umgeben sind. Die Wände der Blutgefäße bilden zusammen mit diesen Zellen einen Filter, durch den Wasser und kleine, im Blut gelöste Stoffe ausgeschieden werden. Durch den erhöhten Blutzucker bei Diabetes mellitus kann dieser Filter geschädigt werden. Es können Löcher entstehen, durch die auch größere Partikel wie Eiweißstoffe (vor allem Albumin) aus dem Blut in den Urin austreten. Mit der Zeit verlieren immer mehr Nierenkörperchen ihre Funktion und das Blut wird nicht mehr richtig gereinigt.
Ein Hochleistungsorgan in ZahlenIn einer gesunden Niere liegen über eine Million Nierenkörperchen, die Schadstoffe aus dem Blut filtern.Jeden Tag fließt das gesamte Blut eines Menschen ungefähr 300 Mal durch die Nieren. Bei fünf bis sechs Litern Blut sind das über 1.700 Liter pro Tag!Mehr spannende Informationen über Nieren und Harnwege finden Sie in unserem Artikel über das Harnsystem .
Wie verläuft eine diabetische Nephropathie?Anfangs können die Nieren den Funktionsverlust der Nierenkörperchen noch ausgleichen und Betroffene haben keine Beschwerden. Schreitet eine diabetische Nephropathie aber unentdeckt fort, kann sich eine Niereninsuffizienz entwickeln. Dabei bleiben Stoffe im Blut, die eigentlich mit dem Urin ausgeschieden werden sollten. Das kann den Körper zunehmend belasten und sich im Alltag deutlich bemerkbar machen, zum Beispiel in Form von:JuckreizÜbelkeit und ErbrechenErschöpfung und verminderter LeistungsfähigkeitMuskelkrämpfen Schwellungen an den Beinen und im Gesicht AppetitlosigkeitManchmal sind diese Symptome die ersten Anzeichen für die eigentliche Ursache des Nierenschadens: die Diabeteserkrankung.Sinkt die Filterleistung der Nieren dauerhaft unter einen bestimmten Wert, liegt ein chronisches Nierenversagen vor.Gibt es frühe Anzeichen für eine diabetische Nephropathie?Bestimmte Eiweißstoffe im Urin sind ein früher Hinweis auf eine diabetische Nephropathie und lassen sich häufig lange vor den ersten spürbaren Beschwerden feststellen. Deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen von großer Bedeutung: Sie geben Ihnen die Möglichkeit, früh gegenzusteuern.Wenn bei Ihnen Diabetes-Typ-2 diagnostiziert wurde, sollten Sie Ihre Nierenfunktion einmal im Jahr überprüfen lassen. Bei Diabetes-Typ-1 gilt diese Empfehlung ab dem fünften Jahr nach der Diabetesdiagnose.Diagnostik und wichtige KennwerteUm eine Nephropathie früh zu erkennen, ist der Nachweis von bestimmten Eiweißstoffen im Urin, medizinisch Mikroalbuminurie, besonders wichtig.Besteht der Verdacht auf eine Nierenerkrankung, folgen in der Regel eine körperliche Untersuchung, eine Blutdruckmessung sowie ein Ultraschall von Bauchraum und Nieren.Mithilfe von Blut- und Urinuntersuchungen wird die sogenannte glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ermittelt. Sie zeigt, wie gut die Nieren das Blut filtern. So lässt sich einschätzen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.Behandlung: Was kann bei Nephropathie helfen?Sind die Nieren bereits geschädigt, geht es vor allem darum, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Ein gut eingestellter Blutzucker ist dabei besonders wichtig.Auch ein zu hoher Blutdruck kann die Nieren zusätzlich belasten. Hier können blutdrucksenkende Medikamente sinnvoll sein. Außerdem sollten Harnwegsinfekte wie Blasenentzündungen konsequent behandelt werden.Kommt es zu einem Nierenversagen, ist eine sogenannte Nierenersatztherapie lebensnotwendig. Die fehlende Nierenfunktion kann entweder durch ein Spenderorgan oder über die Dialyse ausgeglichen werden. Bei der Dialyse wird das Blut auf technischem Weg von Abfallstoffen gereinigt.Regelmäßige Kontrollen können dabei helfen, Veränderungen früh zu erkennen und die Therapie rechtzeitig anzupassen.So können Sie Nierenschäden aktiv vorbeugenSie können selbst viel dazu beitragen, Ihre Nieren zu schützen:Bewegen Sie sich regelmäßig - auch kurze Einheiten wie ein täglicher Spaziergang zählen.Nehmen Sie Vorsorgeuntersuchungen wahr.Verzichten Sie möglichst auf das Rauchen - wir unterstützen Sie dabei.Setzen Sie frisches Obst und Gemüse auf Ihren Speiseplan - auf unseren Rezeptseiten finden Sie zahlreiche Ideen für leckere, ausgewogene Gerichte.Achten Sie darauf, möglichst wenig Fertigprodukte oder gesüßte Getränke zu konsumieren.Versuchen Sie, nicht mehr als sechs Gramm Salz pro Tag zu sich zu nehmen. Das entspricht der aktuellen Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung .Vielleicht fragen Sie sich, wie sich all das im Alltag umsetzen lässt. Wichtig ist: Sie müssen nicht alles auf einmal verändern. Schon kleine Schritte können einen Unterschied machen.
Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): S3-Leitlinie Versorgung von Patient*innen mit nicht-nierenersatztherapiepflichtiger Nierenkrankheit in der Hausarztpraxis - Chronisch eingeschränkte Nierenfunktion in der Hausarztpraxis. Stand: 30.06.2024. URL: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/053-048 (abgerufen am: 28.04.2026).Bundesverband Niere e. V.: Die Niere, o. J. URL: https://www.bundesverband-niere.de/informationen/die-niere (abgerufen am: 29.04.2026).Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), Helmholtz Zentrum München - diabinfo: Diabetische Nephropathie: Wie sich Diabetes auf die Nieren auswirkt, 29.04.2021. URL: https://www.diabinfo.de/leben/folgeerkrankungen/nieren.html (abgerufen am: 28.04.2026).Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - gesundheitsinformation.de: Chronische Nierenkrankheit (Niereninsuffizienz), 14.08.2024. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/chronische-nierenkrankheit-niereninsuffizienz.html (abgerufen am: 29.04.2026).
Wir nutzen Cookies
Privatsphäre-Einstellungen
Um Ihnen eine sichere und benutzerfreundliche Website anzubieten, setzen wir Cookies ein. Einige dieser Cookies sind technisch erforderlich, damit unser Angebot funktioniert. Mit Ihrer Zustimmung nutzen wir zudem weitere Tools. Diese helfen uns unter anderem zu verstehen, wie unsere Website genutzt wird. Dabei können personenbezogene Daten wie Ihre IP-Adresse oder Ihr Nutzungsverhalten verarbeitet werden. Mit einem Klick auf die Schaltfläche "Nur erforderliche" lehnen Sie diese optionalen Cookies ab. Ihre Auswahl können Sie in den Privatsphäre-Einstellungen jederzeit anpassen. Weitere Informationen finden Sie im Impressum , der Datenschutzerklärung und unter Cookies auf tk.de .
Entscheiden Sie selbst, für welche Zwecke wir Ihre Daten speichern und verarbeiten dürfen. Ihre Zustimmung können Sie jederzeit anpassen. Weitere Informationen finden Sie unter Cookies auf tk.de .
Technisch erforderliche Cookies
Funktionale Cookies
Marketing-Cookies
Dienste
Individuelle Einstellungen
Nur erforderliche
Alle zulassen
Ausgewählte zulassen
Alle zulassen
Ihre Eingaben werden zurückgesetzt in MinutenSie haben länger keine Aktion durchgeführt. Zu Ihrer Sicherheit werden die von Ihnen eingegebenen Daten in Kürze gelöscht.