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Diabetes und die Augen: Welche Sehstörungen können auftreten? Diabetes kann auch die Augen betreffen - oft lange, ohne dass Sie es bemerken. Umso wichtiger sind regelmäßige Kontrollen und ein gut eingestellter Blutzucker, damit mögliche Veränderungen früh erkannt und behandelt werden können. Leonie Pape-Werlich, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Wie wirkt sich Diabetes auf die Augen aus?Bei einer Diabetes-Erkrankung ist der Zuckergehalt im Blut dauerhaft erhöht. Das schädigt kleinste Blutgefäße im ganzen Körper: Sie werden brüchig, undicht oder verschließen sich. Dadurch können verschiedene Bereiche des Körpers nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt werden - etwa das Herz , die Niere oder auch die Nerven . Die Augen sind mit besonders vielen, sehr kleinen Blutgefäßen ausgestattet, um funktionieren zu können. Daher sind sie für Folgeschäden durch einen Diabetes sehr anfällig. In erster Linie ist die Netzhaut betroffen, weshalb häufig von einer diabetischen Netzhauterkrankung gesprochen wird.Welche Symptome können auftreten?Eine Augenerkrankung durch einen Diabetes verursacht häufig erst dann spürbare Beschwerden, wenn schon starke Schäden entstanden sind. Ihr Augenarzt oder Ihre Augenärztin hingegen kann bei einer Routineuntersuchung bereits kleinste Veränderungen erkennen, die Sie selbst noch nicht bemerken.Folgende Anzeichen weisen darauf hin, dass die Augen bereits betroffen sind und umgehend ärztlich untersucht werden sollten:Sie sehen trotz der richtigen Sehhilfe nicht mehr scharf oder Ihre Sehschärfe schwankt stark.Lesen fällt Ihnen immer schwerer.Sie nehmen Farben anders wahr.Sie sehen verschwommen oder verzerrt.Sie haben den Eindruck, wie durch einen Schleier oder Schatten zu sehen oder Sie haben blinde Flecken in Ihrem Sichtfeld.Sie nehmen plötzlich viele kleine, dunkle Punkte wahr (sogenannter Rußregen).Sie sehen Lichtblitze.Augen-Erkrankungen bei DiabetesWenn sich die Blutgefäße der Netzhaut (Retina) durch einen Diabetes verändern, liegt eine sogenannte diabetische Retinopathie vor. Dabei versucht der Körper, die wegen der instabilen Blutgefäße eingeschränkte Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen zu verbessern, indem er neue Gefäße bildet. Diese sind allerdings mangelhaft und wachsen unkontrolliert, wodurch sie das eigentliche Problem nicht beheben. Bei einer Makulopathie finden die Gefäßveränderungen um die Makula, auch gelber Fleck genannt, statt. Die Makula sitzt in der Mitte der Netzhaut und ist die Stelle des schärfsten Sehens. Dementsprechend verschlechtert sich zunehmend die Sehschärfe, wenn sich ein Diabetes auf diesen Bereich auswirkt.Durch eine Netzhauterkrankung kann auch die Augenlinse in Mitleidenschaft gezogen werden. Steigt etwa der Augeninnendruck an, kann ein sogenanntes Glaukom (Grüner Star) entstehen. Menschen mit Diabetes haben außerdem ein erhöhtes Risiko, einen Katarakt (Grauer Star)  zu entwickeln. Wann ist eine ärztliche Untersuchung nötig?In Sachen Augengesundheit gilt bei Diabetes: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Nicht bei allen Patientinnen und Patienten wirkt sich die Stoffwechselerkrankung auf die Augen aus. Doch eindeutige Symptome einer Netzhauterkrankung zeigen sich erst im fortgeschrittenen Stadium. Ist diese einmal entstanden, geht es vor allem darum, ihr Fortschreiten therapeutisch zu verlangsamen.Für Diabetikerinnen und Diabetiker sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen daher sehr wichtig. So können Hinweise auf Veränderungen frühzeitig erkannt, gezielt behandelt und die Sehkraft so gut wie möglich erhalten werden. Wie oft sollten die Augen überprüft werden?Sobald ein Diabetes diagnostiziert wird, sollte eine Untersuchung der Augen erfolgen. Dabei lässt sich feststellen, ob und inwieweit die Netzhaut beeinträchtigt ist. Je nach Ergebnis legt Ihr Augenarzt oder Ihre Augenärztin fest, in welchen Abständen Kontrolltermine erforderlich sind. Dabei spielen auch einige Risikofaktoren eine Rolle, zum Beispielob Ihr Diabetes schon länger vorliegt und seit wann er behandelt wird,ob Sie an Bluthochdruck leiden,ob Ihre Nieren durch den Diabetes eingeschränkt sind (diabetische Nephropathie) ,ob die Hormonspiegel stark schwanken, etwa durch Pubertät oder Schwangerschaft, oderob Sie rauchen.Meist wird einmal jährlich eine augenärztliche Kontrolle angeraten. Liegt eine Netzhauterkrankung vor, können häufigere Untersuchungen nötig sein. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bestimmt dann individuelle Terminabstände. Ist bei Ihnen alles in Ordnung - also keine Risikofaktoren und ein gut eingestellter Blutzucker -, reicht es meist, die Augen alle zwei Jahre untersuchen zu lassen.Übrigens: Ein Sehtest in einem Fachgeschäft für Augenoptik ersetzt keine augenärztliche Untersuchung. So können Sie Ihre Augengesundheit unterstützenEin gut eingestellter Blutzucker und ein gesunder Lebensstil senken nachweislich das Risiko für viele Folgeerkrankungen: Ernähren Sie sich gesund, bewegen Sie sich im Alltag so viel wie möglich und halten Sie Ihre verordnete Therapie ein. Was es hinsichtlich sportlicher Aktivität und des Speiseplans zu beachten gibt, lesen Sie in den Artikeln "Bewegung und Sport bei Diabetes mellitus" und "Ernährung bei Diabetes" .Speziell bei Augen-Erkrankungen spielen außerdem noch weitere Faktoren eine Rolle:Je früher ein Diabetes erkannt und behandelt wird, desto besser. Besonders ein möglichst normaler HbA1c-Wert im Zielbereich (etwa 7 Prozent) spielt dabei eine wichtige Rolle. Mit der frühen und konsequenten Therapie eines Diabetes sinkt auch Ihr Risiko, dass sich die Erkrankung auf Ihre Augen auswirkt.Auch ein richtig eingestellter Blutdruck ist für Diabetikerinnen und Diabetiker sehr wichtig. Messen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck und klären Sie eventuelle Veränderungen mit Ihrer hausärztlichen Praxis ab. Empfohlen wird ein systolischer Blutdruck von unter 140 mmHg.Behalten Sie außerdem Ihre Blutfettwerte im Blick. Sind diese erhöht, können sie bei einem Diabetes ebenfalls eine Augenerkrankung begünstigen.Verzichten Sie auf Nikotin. Ein direkter Zusammenhang gilt vor allem für den Typ-1-Diabetes als gesichert und wird auch beim Typ-2-Diabetes vermutet. Eine Raucherentwöhnung senkt zudem Ihr persönliches Risiko für andere Erkrankungen, die im Zusammenhang mit Diabetes stehen.
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. (BVA): Ihre Augenärzte informieren: Diabetische Retinopathie, 2022. URL: https://www.augeninfo.de/patbrosch/diabet.html (abgerufen am: 16.02.2026).Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) - Blickpunkt Auge: Diabetische Netzhauterkrankungen, 2018. URL: https://blickpunkt-auge.de/broschueren.html#diabetische (abgerufen am: 16.02.2026).Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Praxisempfehlungen: Diabetische Retinopathie und Makulopathie, 12.2025. URL: https://www.ddg.info/behandlung-leitlinien/leitlinien-praxisempfehlungen?tx_wwt3list_recordlist%5Baction%5D=index&tx_wwt3list_recordlist%5Bcontroller%5D=Recordlist&cHash=9036af2efb251dd3a444115f2e0a3b98#filtersSubmitted (abgerufen am: 16.02.2026).Initiativgruppe Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen (IFDA), Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Auge (AGDA) - diabetes-auge.de: Diabetische Augenerkrankungen, o. J. URL: https://www.diabetes-auge.de/index.php/diabetische-augenerkrankungen/diabetische-augenerkrankungen (abgerufen am: 16.02.2026).
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