You can also use our website in English - change to English version
Kontakt
Startseite Krankheit & Behandlungen Erkrankungen Behandlungen & Medizin Kopfschmerzen & Migräne Welche Schmerzmittel helfen bei Kopfschmerzen?
Welche Schmerzmittel helfen bei Kopfschmerzen? Kopfschmerzen sind belastend und beeinträchtigen den Alltag. Rezeptfreie sowie verschreibungspflichtige Schmerzmittel können die Beschwerden lindern - wenn Sie wissen, wie sie wirken und wann welche Medikamente sinnvoll sind. Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Welche Schmerzmittel bei welchem Kopfschmerz?Die häufigsten Kopfschmerzarten sind Spannungskopfschmerzen und Migräne . Beide Formen sind zwar nicht gefährlich, können aber die Lebensqualität stark einschränken. Abhängig von der Art Ihrer Kopfschmerzen können etwa folgende Mittel die Beschwerden lindern:Schmerzmittel bei Spannungskopfschmerzen: Wenn Sie gelegentlich unter Spannungskopfschmerzen leiden, helfen meist rezeptfreie Mittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Ibuprofen. Manche Präparate enthalten zusätzlich Koffein - das kann die Wirkung verstärken, aber auch zu mehr unerwünschten Nebenwirkungen führen.Schmerzmittel bei Migräne: Oftmals sind ASS, Paracetamol oder Ibuprofen auch bei einer Migräneattacke ausreichend wirksam. Wenn Sie dabei zusätzlich unter Übelkeit leiden, können rezeptfreie sowie verschreibungspflichtige Antiemetika helfen. Reichen diese Mittel nicht aus oder müssen Sie diese zu häufig einnehmen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Möglicherweise sind dann spezielle Migräne-Medikamente, sogenannte Triptane, besser geeignet. Tipp: Der Artikel "Medikamente gegen Migräne" bietet Ihnen weiterführende Informationen zum Thema - etwa im Hinblick auf die richtige Dosierung und mögliche Nebenwirkungen.Gut zu wissen: Schmerzmittel sind nur ein Baustein der Therapie - auch vorbeugende Maßnahmen , Stressabbau und Bewegung gehören zum Behandlungskonzept. Fachleute empfehlen explizit, eine medikamentöse Therapie durch Lebensstilfaktoren zu unterstützen. Lesen Sie im Artikel "Kopfschmerzen: Was kann ich selbst dagegen tun?", welche kleinen Veränderungen im Alltag Ihnen dabei helfen können.Wie wirken Schmerzmittel?Ibuprofen und Acetylsalicylsäure (ASS)Für die Entstehung von Schmerzen sorgen unter anderem sogenannte Prostaglandine. Das sind kleine Moleküle, die - im Zusammenspiel mit anderen Überträgerstoffen - die Schmerzrezeptoren stimulieren. Um diese Moleküle herzustellen, braucht der Körper einen weiteren Stoff: das Enzym Cyclooxygenase, kurz COX. Viele gängige Schmerzmittel wie Ibuprofen oder ASS - sowie übrigens auch Diclofenac oder Naproxen - hemmen dieses Enzym. So kann der Körper weniger Prostaglandine bilden und der Schmerz nimmt ab.
Prostaglandine haben auch eine SchutzfunktionProstaglandine verstärken nicht nur Schmerzsignale, sondern haben noch andere wichtige Aufgaben im Körper:Sie regulieren die Produktion von Magensäure und schützen so die Magenschleimhaut.Sie unterstützen die Nierenfunktion.Sie sorgen für eine schnelle Blutgerinnung, wenn wir uns verletzen.Wirkstoffe, die die Bildung von Prostaglandinen blockieren, können deshalb auch unerwünschte Nebenwirkungen verursachen - insbesondere dann, wenn Sie diese überdosieren oder sehr häufig einnehmen.
ParacetamolParacetamol nimmt eine Sonderrolle unter den rezeptfreien Schmerzmitteln ein. Bis heute ist nicht genau bekannt, wie Paracetamol Schmerzen lindert. Fachleute gehen davon aus, dass verschiedene Mechanismen zusammenwirken. Paracetamol hat möglicherweise einen Einfluss aufdie Bildung von Prostaglandinen im Gehirn,die Schmerzwahrnehmung im Gehirn unddas endogene Cannabinoid-System - einen Teil unseres Nervensystems, der beruhigende und schmerzstillende Effekte vermittelt.Im Gegensatz zu Wirkstoffen wie Ibuprofen und ASS belastet Paracetamol Magen und Niere weniger, dafür aber die Leber.TriptaneTriptane sind spezielle Medikamente gegen Migräne. Sie basieren auf einem anderen Wirkmechanismus als Ibuprofen, ASS oder Paracetamol: Bei einer Migräneattacke spielt unter anderem die Ausdehnung entzündeter Blutgefäße in der Hirnhaut eine Rolle. Triptane bewirken, dass sich diese wieder verengen. Gleichzeitig hemmen sie entzündungsfördernde Botenstoffe und die Schmerzweiterleitung im Gehirn. Auf diese Weise lindern Triptane nicht nur Kopfschmerzen, sondern oft auch typische Begleitsymptome wie Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit.Die meisten Triptane sind nicht frei verkäuflich. Wenn Sie an Migräne leiden, können Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen, ob diese Mittel bei Ihren Kopfschmerzen geeignet sind.
Medikamentenkopfschmerz - ein TeufelskreisEs klingt paradox, aber die häufige Einnahme von Schmerzmitteln gegen Kopfschmerzen kann selbst chronische Kopfschmerzen verursachen. Wer sehr häufig zu Tabletten greift oder die Dosis ohne ärztliche Abklärung erhöht, steigert die Schmerzempfindlichkeit im Gehirn.Wie viel ist zu viel? Bei der Einnahme rezeptfreier Schmerzmittel wie Paracetamol, ASS oder Ibuprofen gilt als Faustregel: nicht länger als drei Tage hintereinander und an höchstens zehn Tagen im Monat.Was kann ich selbst tun? Ein gesunder Lebensstil - ausreichend Schlaf, Bewegung, Pausen und Stressabbau - kann helfen, Kopfschmerzen vorzubeugen . Wenn Sie trotzdem häufig zu Schmerzmitteln greifen müssen, ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Zusammen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt können Sie herausfinden, ob es eine gezieltere Behandlung für Ihre Beschwerden gibt.
Ihre Checkliste für die MedikamenteneinnahmeDurch die richtige Einnahme von Schmerzmitteln können Sie selbst dazu beitragen, dass diese optimal wirken und möglichst wenig unerwünschte Nebenwirkungen haben. Die folgenden Grundregeln helfen Ihnen dabei:Frühzeitig einnehmen: Viele Menschen nehmen erst Schmerzmittel ein, wenn die Schmerzen unerträglich stark sind. Fachleuten zufolge ist das kontraproduktiv: Wenn Sie zu lange abwarten, helfen Schmerzmittel oft weniger gut. Sie riskieren außerdem, dass sich der Körper auf wiederkehrende Schmerzerlebnisse einstellt und ein Schmerzgedächtnis entwickelt.Passend dosieren: Schmerzmittel wirken nur, wenn die Konzentration im Blut ausreichend hoch ist - wählen Sie eine zu geringe Dosis, können sie ihre Wirkung nicht vollständig entfalten. Ist die Dosis zu hoch, können Nebenwirkungen wie z. B. Magenbeschwerden auftreten. Wenn Sie sich bei der richtigen Dosis nicht sicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.Richtig einnehmen: Medikamente sollten Sie immer mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen. Tipp: Indem Sie Tabletten in aufrechter Haltung schlucken und den Kopf eher etwas nach vorne neigen, können Sie die Passage durch die Speiseröhre erleichtern.Den Magen schonen: Viele rezeptfreie Schmerzmittel belasten den Magen. Dem können Sie entgegenwirken, indem Sie die Tablette zu oder kurz nach einer Mahlzeit einnehmen.Abstände einhalten: Wie häufig Sie ein Schmerzmittel am Tag einnehmen dürfen, hängt vom Wirkstoff und von der Dosierung ab. Informieren Sie sich im Zweifel bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Zeitabstände geeignet sind.Auf Besonderheiten achten: In der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie Schmerzmittel generell nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Auch bei bestimmten Vorerkrankungen - z. B. Magenbeschwerden, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder einer Nierenschwäche - ist Vorsicht geboten.
Inhalte werden geladen
Die häufigsten Fehler bei der Medikamenteneinnahme © Dr. Johannes Wimmer
Intensiver Sport und Schmerzmittel passen nicht zusammen Bei starker Belastung setzt der Körper die Durchblutung in den Nieren und im Magen-Darm-Trakt herab. Die Folge: Schmerzmittel können nicht mehr richtig abgebaut werden und das Risiko für Nebenwirkungen erhöht sich. Zudem unterdrückt das Medikament die lebenswichtige Warnfunktion des Schmerzes, sodass Sie möglicherweise nicht bemerken, dass Sie Ihre Gelenke oder Knorpel überlasten.
Inhalte werden geladen
Sport und Schmerzmittel Viele Menschen nehmen Schmerzmittel auch prophylaktisch vor dem Sport ein. Dr. Johannes Wimmer erklärt in seinem Video, warum Sport und Schmerzmittel in Kombination grundsätzlich keine gute Idee sind.  © Dr. Johannes Wimmer
Sind noch Fragen offen?TK-Versicherte, die sich bei der Medikamenteneinnahme unsicher sind oder Fragen haben, können sich an die Medizinerinnen und Mediziner des TK-ÄrzteZentrums wenden.
Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V. (DGN): S1-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Kopfschmerzes vom Spannungstyp. Stand: 19.12.2023. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-077l_S1_Diagnostik-Therapie-Kopfschmerz-Spannungstyp_2024-03.pdf (abgerufen am: 13.09.2025).Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V. (DGN): S1-Leitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne. Stand: 18.10.2022. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-057l_S1_Therapie-der-Migraeneattacke-Prophylaxe-der-Migraene_2024-06.pdf (abgerufen am: 13.09.2025).Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG): Onlinebroschüre - Rund um den Kopfschmerz. URL: https://www.dmkg.de/patienten/aufklaerung-und-informationen/onlinebroschuere-de/ (abgerufen am: 13.09.2025).Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG): Patienten-Informationen Kopfschmerzen verstehen, 2021. URL: https://www.schmerzgesellschaft.de/fileadmin/2021/pdf/DS_Flyer_Patienten_Kopfschmerzen_Cewe_20012021_Screen.pdf (abgerufen am: 13.09.2025).Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG): Spannungskopfschmerz, 2005. URL: https://www.dmkg.de/assets/uploads/dateien/spannungskopfschmerz.pdf (abgerufen am: 13.09.2025).Haag, G. et al.: Selbstmedikation bei Migräne und Kopfschmerz vom Spannungstyp. Nervenheilkunde, 2009. URL: https://www.dmkg.de/assets/uploads/dateien/migraene-und-spannungskopfschmerz-selbstbehandlung.pdf (abgerufen am: 13.09.2025).Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - Gesundheitsinformation.de: Medikamenten-Anwendung, 18.10.2023. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/rezeptfreie-schmerzmittel-sicher-anwenden.html (abgerufen am: 03.09.2025).
Ihre Eingaben werden zurückgesetzt in Minuten Sie haben länger keine Aktion durchgeführt. Zu Ihrer Sicherheit werden die von Ihnen eingegebenen Daten in Kürze gelöscht.