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Wirbelbruch: Symptome, Behandlung und Verhalten bei gebrochenen Wirbeln Ein Wirbelbruch entsteht meist durch Osteoporose oder Unfälle. Bleibt der Wirbelkanal dabei intakt, lässt sich die Fraktur häufig ohne Operation behandeln. Durch rückengerechtes Verhalten können Sie die Heilung aktiv unterstützen. Louisa Bühler, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Wirbelbruch auf einen BlickTypische Symptome: akute, belastungsabhängige Rückenschmerzen - häufig auch symptomlosUrsachen: bei Älteren meist Osteoporose, bei Jüngeren meist UnfälleBehandlung: abhängig von Art und Schwere - u. a. Schmerzmittel, Physiotherapie oder OperationWann sofort ärztlich abklären? Bei Verdacht auf Rückenmarksverletzungen, z. B. bei Taubheit, Lähmungen oder anderen neurologischen SymptomenSo beugen Sie vor: rückenschonendes Verhalten und gezielte Kräftigung der Rumpfmuskulatur 
Was ist ein Wirbelbruch (Wirbelkörperfraktur)?Die Wirbelsäule setzt sich aus mehreren Abschnitten zusammen: der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule sowie dem Kreuz- und Steißbein. Jeder Wirbel besteht aus einem Wirbelkörper, einem Wirbelbogen und mehreren Fortsätzen. Durch die Wirbelbögen verläuft der Wirbelkanal. Darin liegen neben dem Rückenmark auch die Nervenstränge, die den Körper mit Bewegungs- und Gefühlsinformationen versorgen.Von einer Wirbelkörperfraktur sprechen Fachleute, wenn ein Wirbel gebrochen, angebrochen, zertrümmert oder zusammengesackt ist. Unterschieden wird nach der zugrunde liegenden Ursache:Traumatischer Wirbelbruch: Die Fraktur entsteht durch starke Krafteinwirkung, z. B. bei einem Sturz aus großer Höhe oder einem Verkehrsunfall.Spontaner Wirbelbruch: Die Fraktur entsteht durch einen Stabilitätsverlust der Knochen - meist aufgrund von Osteoporose , seltener auch durch andere Erkrankungen. Für das therapeutische Vorgehen ist außerdem wichtig, wie stark der Wirbel beschädigt ist: Bei einem stabilen Wirbelbruch bleibt der Wirbelkanal intakt, sodass keine Nervenschädigungen drohen. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich um einen instabilen Wirbelbruch. Dann ist in der Regel eine sofortige medizinische Versorgung notwendig.
Rückenerkrankungen Wie funktioniert die Wirbelsäule?
Symptome: Woran erkennt man einen Wirbelbruch?Typische Symptome eines Wirbelbruchs sind:Plötzliche einschießende Rückenschmerzen, die bei Belastung zunehmenKlopf- und Druckschmerz über dem betroffenen WirbelBewegungseinschränkungenSchwellungen, Blutergüsse oder tastbare VeränderungenBetrifft der Wirbelbruch die Lendenwirbelsäule (LWS), äußern sich die Beschwerden im unteren Rücken und können in Gesäß und Beine ausstrahlen. Ist die Halswirbelsäule (HWS) beeinträchtigt, zeigen sich die Schmerzen eher im Nacken mit möglicher Ausstrahlung in Arme und Hände.Drückt der gebrochene oder beschädigte Wirbel auf die Nervenstränge im Wirbelkanal, kann sich dies auch durch neurologische Symptome bemerkbar machen. Dazu zählen etwa Lähmungen, Taubheit im Schritt oder Probleme mit Blase und Darm. Wenn Sie derartige Beschwerden feststellen, sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe einholen.
Wirbelbruch - oft ein ZufallsbefundRund sechs von zehn Wirbelbrüchen verursachen keine Beschwerden und bleiben unbemerkt. Häufig fällt die Fraktur erst später bei einer Untersuchung aus einem anderen Anlass auf.
Verhalten bei Wirbelbruch: das sollten Sie tunWenn Sie einen Wirbelbruch vermuten, sollten Sie die Symptome in jedem Fall ernst nehmen und ärztlich untersuchen lassen. Treten plötzliche Rückenschmerzen ohne Krafteinwirkung auf - zum Beispiel bei bekannter Osteoporose -, ist eine zeitnahe Abklärung in Ihrer hausärztlichen oder orthopädischen Praxis ratsam. Begleiten neurologische Ausfälle wie Lähmungen oder Kontrollverlust über Blase oder Darm die Schmerzen, verständigen Sie umgehend den Rettungsdienst (Notruf 112).Nach Stürzen, Unfällen oder anderen starken Krafteinwirkungen gilt ebenfalls: Besteht der Verdacht einer Wirbelsäulenverletzung, wählen Sie den Notruf. Bewahren Sie währenddessen Ruhe und bewegen Sie sich oder die betroffene Person bis zur Ankunft des Rettungsdienstes so wenig wie möglich. Auf diese Weise können Sie dazu beitragen, neurologische Schäden zu verhindern.Wie wird die Diagnose gestellt?Bei Verdacht auf einen gebrochenen oder angebrochenen Wirbel helfen neben Anamnese und körperlicher Untersuchung auch bildgebende Verfahren dabei, das Ausmaß des Wirbelbruchs zu beurteilen. Dazu zählen etwa Röntgen, die Computertomografie (CT) und die Magnetresonanztomografie (MRT). Vermutet Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Nervenschäden, schließen sich neurologische Untersuchungen an.Konservative Behandlung eines WirbelbruchsWelche Behandlung bei einer Wirbelkörperfraktur sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind etwa Art und Lage der Schädigung sowie der allgemeine Gesundheitszustand der betroffenen Person.Bei einem stabilen Wirbelbruch ohne Nervenschädigung reicht oft eine nicht operative (konservative) Therapie aus. Sie zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und die Stützmuskulatur zu kräftigen. Zum Einsatz kommen je nach individueller Situation unter anderem:Schmerztherapie Physiotherapie Physikalische Therapien, z. B. Wärme-/Kälteanwendungen , Elektrotherapie , Massagen Entspannungsmethoden , z. B. progressive Muskelentspannung (PMR) Entspannungsverfahren Stabilisierende Hilfsmittel (Orthesen) Kognitive Verhaltenstherapie Kann ein gebrochener Wirbel von selbst heilen?Ja, unter bestimmten Voraussetzungen kann ein gebrochener Wirbel innerhalb von Wochen bis Monaten von selbst ausheilen. Das ist vor allem bei einem stabilen Wirbelbruch möglich, bei dem die Nervenstränge im Wirbelkanal nicht beeinträchtigt sind. Häufig betrifft dies osteoporotische Wirbelbrüche, bei denen der Knochen durch die verminderte Stabilität langsam in sich zusammensackt. Dennoch sollten Sie auch einen mutmaßlich stabilen Wirbelbruch immer ärztlich abklären lassen, um Spätfolgen wie Verspannungen, seitlichen Verkrümmungen (Skoliose) oder einem Witwenbuckel vorzubeugen.Wirbelbruch-OP: Ablauf und HeilungEine Operation kommt infrage, wenn konservative Maßnahmen die Situation auch über längere Zeit nicht verbessern. Bei instabilen Wirbelbrüchen oder neurologischen Ausfällen erfolgt ein chirurgischer Eingriff in der Regel umgehend, um die Nervenstränge im Rückenmark zu schützen. Typische Operationstechniken bei einer Wirbelkörperfraktur sind: Vertebroplastie und Kyphoplastie: Bei der Vertebroplastie spritzt das Operationsteam unter Narkose Knochenzement in den beschädigten Wirbel, um diesen zu stabilisieren. Eine Weiterentwicklung dieser Technik ist die Kyphoplastie, bei der der eingesunkene Wirbel zuvor durch einen Ballon aufgerichtet wird. Spondylodese (Wirbelsäulenversteifung): Im Rahmen einer Spondylodese werden mehrere Wirbel mithilfe von Schrauben und Stäben dauerhaft miteinander verbunden. Manchmal kommen dabei auch künstliche Wirbelkörper und Bandscheiben zum Einsatz. Nach einer Wirbelbruch-OP ist es wichtig, schrittweise wieder in Bewegung zu kommen. Wie schnell das möglich ist, hängt von der Art des Eingriffs und Ihren persönlichen Voraussetzungen ab. Nach einer Versteifung dauert die Erholungsphase in der Regel länger als nach einer Zementauffüllung. 
Ist eine Operation wirklich notwendig?Ein Wirbelbruch heilt oft bereits durch konservative Maßnahmen wie Schmerzbehandlung, Bewegung und Physiotherapie. Nur in bestimmten Fällen ist eine Operation sinnvoll. Die TK unterstützt Sie durch das Zweitmeinungsportal DocRobin bei dieser wichtigen Entscheidung.
Wirbelbruch im Alter: Besonderheiten bei der BehandlungMit zunehmendem Alter nimmt die Knochendichte häufig ab - meist als Folge von Osteoporose. Dadurch werden die Wirbel empfindlicher, sodass bereits geringe Belastungen zu einer Wirbelkörperfraktur führen können. Bei der Behandlung von Wirbelbrüchen im Alter gibt es einige Besonderheiten: So muss etwa die Schmerztherapie individuell an bereits eingenommene Medikamente und bestehende Begleiterkrankungen angepasst werden. Im Vordergrund der Therapie steht meist die Vermeidung weiterer Brüche: Um dem Abbau der Rückenmuskulatur entgegenzuwirken, ist es für ältere Menschen besonders wichtig, schnell wieder in Bewegung zu kommen. Dabei kann neben einer Physiotherapie auch eine ergänzende Rehabilitation helfen. Betroffene lernen dort außerdem, wie sie sich im Alltag rückenschonend und sicher bewegen können.
Vier Alltagstipps zur Prävention Auch wenn die Knochen im Alter an Stabilität verlieren, können Sie selbst einiges tun, um Ihre Wirbelsäule zu schützen:Gehen Sie mit geradem Rücken in die Knie, anstatt sich zu bücken.Drehen Sie den ganzen Körper, anstatt nur einen Teil der Wirbelsäule zu verdrehen.Tragen Sie schwere Objekte nah am Körper.Nutzen Sie bei Bedarf Hilfsmittel oder bitten Sie um Hilfe.
Blattert, T. R. et al.: Nonsurgical and Surgical Management of Osteoporotic Vertebral Body Fractures: Recommendations of the Spine Section of the German Society for Orthopaedics and Trauma (DGOU). Global Spine J 2018/8, S. 50-55.Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e. V.: Knochenbrüche bei Senioren mit Osteoporose richtig behandeln, 24.01.2019. URL: https://www.dgu-online.de/aktuelles/news-archiv/detail/knochenbrueche-bei-senioren-mit-osteoporose-richtig-behandeln-1-2464 (abgerufen am: 02.02.2026). Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e. V.: S1-Leitlinie Verletzungen der thorakolumbalen Wirbelsäule. 5. Auflage, Stand: 22.07.2018. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/012-028l_S1_Verletzungen-der-thorakolumbalen-Wirbels%C3%A4ule_2019-02-abgelaufen.pdf (abgerufen am: 02.02.2026). abgelaufen - in ÜberarbeitungDeutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e. V.: S2k-Leitlinie Rehabilitation nach traumatischen Frakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule ohne neurologische Ausfälle. 5. Auflage, Stand: 01.12.2021. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/187-002l_S2k_Rehabilitation-nach-traumatischen-Frakturen-der-Brust-und-Lendenwirbelsauule-ohne-neurologische-Ausfaelle_2022-06.pdf (abgerufen am: 02.02.2026). Deximed Hausarztwissen: Wirbelkörperfraktur, 10.12.2025. URL: https://deximed.de/home/klinische-themen/orthopaedie/patienteninformationen/knochenbrueche/wirbelkoerperfraktur (abgerufen am: 02.02.2026).Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) - Gesundheitsinformation.de: Behandlung von Wirbelbrüchen, 04.10.2022. URL: https://www.gesundheitsinformation.de/behandlung-von-wirbelbruechen.html (abgerufen am: 02.02.2026).Pschyrembel Online: Wirbelfraktur, o. J. URL: https://www.pschyrembel.de/Wirbelfraktur/K0P4T (abgerufen am: 02.02.2026).
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