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"Man kann nicht nicht kommunizieren", wusste schon der österreichische Philosoph Paul Watzlawick. Was man aber kann: falsch kommunizieren. Und das kann gerade im Kreis der Familie zu einer Menge Unruhe führen. Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann legen Sie am besten ein paar Kommunikationsregeln fest.

Ich bin ich - und du bist du

Ein gesundes Mittelmaß in der Familienkommunikation zu finden, ist gar nicht so einfach. Während in einigen Familien jedes Anliegen bis ins Kleinste seziert und ausdiskutiert wird, gehen andere Familien Konflikten lieber systematisch aus dem Weg. Oftmals adaptieren Eltern automatisch und ohne nachzudenken den Kommunikationsstil, den sie selbst in ihrer Kindheit kennengelernt haben. Und so viel sei schon verraten: Das trägt nicht immer zu einem entspannten Miteinander bei.

Eine gute Kommunikation gibt einer Familie nicht nur ihre Identität und schweißt sie als Gruppe zusammen. Sie ist auch wichtiger Bestandteil der Entwicklung und Erziehung ihrer Jüngsten. Die Art, wie wir miteinander reden, interagieren und umgehen, prägt nachhaltig das Bild, das Kinder von Bindung und Beziehungen bekommen. Dabei geht es nicht nur um die Beziehung untereinander, sondern auch um die zu sich selbst. Ist die Kommunikation in einer Familie gestört, kann das für Kinder sehr belastend sein und sogar zu psychischen Problemen führen, die bis ins Erwachsenenalter Bestand haben.

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5 einfache Kommunikationsregeln für ein entspanntes Familienleben

Die Faustregel für ein harmonisches Familienleben lautet: reden, reden, reden. Leichter gesagt als getan! Damit Gespräche funktionieren, hilft es, ein paar Leitplanken festzulegen. Um sie immer präsent zu haben, können sie gemeinsam kreativ ausgestaltet und sichtbar zu Hause aufgehängt werden.

1. Der Ton macht die Musik - auch in der Familienkommunikation

Ein respektvoller und freundlicher Umgang ist die Grundlage für eine konstruktive Kommunikation innerhalb des Familienkreises. Das gilt auch - oder gerade -, wenn es mal ordentlich kracht. Jedes Familienmitglied sollte sich gehört fühlen, egal wie alt es ist. Andere Positionen und Sichtweisen werden nicht vorverurteilt, sondern angehört und respektiert. Es ist okay, wenn Jugendliche ihre schlechte Laune mal nicht verbergen können - solange der Ton respektvoll bleibt.

2. Nicht nur reden, sondern auch zuhören!

Reden ist ja schön und gut - wenn ein hoher Redeanteil jedoch bei nur einer Person beziehungsweise den Eltern liegt, kommt natürlich kein konstruktives Gespräch zustande. Bei eher leisen oder zurückhaltenden Jugendlichen braucht es manchmal etwas Ermutigung. Wenn der Dialog dann aber erst einmal ins Rollen kommt, ist eines besonders wichtig: Zuhören! Egal ob alt oder jung: wird uns aufmerksam zugehört, ist das ungemein wichtig für unseren Selbstwert. Das ermutigt uns wiederum, aktiver an Folgegesprächen teilzunehmen.

3. Was sind deine Wünsche und Erwartungen?

Viele Diskussionen in der Familie lassen sich deutlich abkürzen, indem jeder Teilnehmende von vornherein seine Wünsche und Erwartungen offen kommuniziert. Wo überschneiden sich die Vorstellungen, und wo widersprechen sie sich? Die eigenen Erwartungen auszuformulieren, bedeutet natürlich nicht, dass sie auch erfüllt werden müssen. Es hilft aber in jedem Fall dabei, sich gegenseitig besser zu verstehen und nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen. Zudem ist die Suche nach den eigenen Wünschen bereits eine wertvolle Möglichkeit der Selbstreflektion.

4. Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

Jeder kennt es: Ein wichtiges Gespräch steht an, aber man ist nicht so ganz bei der Sache. Sei es, weil man zu gestresst, müde oder anderweitig abgelenkt ist. Dann ist es ratsam, das Gespräch auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, wenn es konstruktiv und fair geführt werden kann. Das Gleiche kann außerdem helfen, wenn eine Aussprache zu sehr mit Emotionen aufgeladen und dadurch in einer Sackgasse gelandet ist. Damit nichts auf die lange Bank geschoben wird, eignet sich die Einberufung einer wöchentlichen Familienkonferenz, in der alle wichtigen Themen besprochen werden können. Um die Wichtigkeit familiärer Anliegen hervorzuheben, sollte dieser Termin - wenn möglich - immer eingehalten werden.

5. Finden Sie den richtigen Kanal

Gute Kommunikation in der Familie bedeutet nicht, dass alle Probleme offen in großer Runde diskutiert werden müssen. Kinder verschweigen oft Anliegen, die für sie zu schambehaftet sind, um sie im direkten Dialog anzusprechen. Schaffen Sie deshalb einen sicheren Kanal, über den Ihre Kinder sich mit dem nötigen Abstand mitteilen können. Eine Möglichkeit ist eine Art Kummerkasten, in den Kinder ihre Sorgen in schriftlicher Form einwerfen können.