Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Etwa jeder fünfte Notruf ist nach Einschätzung der Berliner Polizei kein echter Notruf und verschwendet Zeit und Ressourcen der Notrufzentralen. Um darauf aufmerksam zu machen, berichten die Berliner Polizei und andere Rettungsdienste unter dem Hashtag #NoNotruf auf Twitter über Notrufe, die keine sind. Ein paar Highlights:

  • Eine Frau ruft die 110, weil in ihrem Garten ein fremdes Huhn kräht.
  • Eine ältere Dame fragt die Polizei per 110 nach dem Weg zum Tierpark. 
  • Jemand ruft die 112, weil die Wohnungstür ins Schloss gefallen ist und er sie nicht mehr öffnen kann. 
  • Ein Anrufer alarmiert die 112 und will in das Krankenhaus seiner Wahl gefahren werden, weil er Schmerzen im Fuß hat - seit einem halben Jahr. 

Dabei ist eigentlich ganz klar: Notfallnummern sind für echte Notfälle da. Die 110 für die Polizei, die 112 für Feuerwehr und Rettungsdienste, die 116117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. 

Notfallnummern sind für echte Notfälle da. 

110: Die Nummer für die Polizei

Rufen Sie die 110, wenn Sie die Hilfe der Polizei benötigen, weil Sie sich bedroht fühlen, in Gefahr sind oder einer Straftat ausgesetzt sind, die polizeilichen Einsatz erfordert. Oder wenn Sie beobachten, dass andere in solche Situationen geraten. Auch wenn Sie nur vermuten, dass eine solche Situation vorliegen könnte, ist dies die richtige Nummer. 

112: Die Nummer für Feuerwehr und Rettungsdienst

Wählen Sie die 112 bei Unfällen, bei Bränden oder wenn sich jemand in einer akuten, potentiell sogar lebensbedrohlichen Notlage befindet. Zum Beispiel bei 

  • schweren Verletzungen oder Verbrennungen
  • Bewusstlosigkeit 
  • Symptomen, die auf einen Schlaganfall hindeuten, zum Beispiel akuten Lähmungen, Seh- oder Sprechstörungen 
  • Anzeichen eines Herzinfarkts, zum Beispiel starke Brustenge, kalter Schweiß 
  • starken Schmerzen 
  • allergischem Schock
  • akuter starke Atemnot, zum Beispiel bei einem schweren Asthmaanfall

Auch wenn die Situation unklar ist, aber lebensbedrohlich sein könnte, kann die 112 angerufen werden. Im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig. 

112: Europaweit erreichbar

Die 112 ist in ganz Europa kostenfrei erreichbar, auch vom Mobiltelefon, selbst ohne Mobilfunknetz. 

116117: Die Nummer für den ärztlichen Notdienst

Die Notrufnummer 116117 verbindet mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst. Sie ist die richtige Nummer, wenn jemand umgehend ärztliche Hilfe braucht, die Situation aber nicht lebensbedrohlich ist - und wenn die normalen Praxen geschlossen sind. Hier erfährt man, welche Bereitschaftspraxis vor Ort geöffnet ist. In besonderen Notfällen - etwa wenn jemand zu krank ist, um in eine Praxis zu gelangen - kann der Notdienst einen Bereitschaftsarzt nach Hause schicken. Die 116117 ist die Nummer der Wahl zum Beispiel bei nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen wie 

  • Hexenschuss
  • schwerem Erbrechen oder Durchfall
  • Ohrenschmerzen
  • Mandelentzündung
  • Erkältung mit Fieber und Schmerzen

TK-ÄrzteZentrum

Reicht vielleicht auch eine ärztliche Information per Telefon? Für TK-Versicherte ist dann das unabhängige TK-ÄrzteZentrum  eine gute Adresse. Den dort tätigen Ärztinnen und Ärzten können Sie Ihre Fragen online stellen oder per Telefon - an 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Rufnummer 040 - 46 06 61 91 00. 

Missbrauch ist strafbar

Der absichtliche und wissentliche Missbrauch der Notrufnummern ist strafbar. Er kann auch dazu führen, dass man die Einsatzkosten selbst tragen muss. Ob Sie aber in einem echten Notfall die 112 oder die 110 wählen, ist nicht entscheidend. Ihr Anruf wird von der jeweiligen Zentrale an die richtige Stelle weitergeleitet. 

Giftnotrufzentralen

Blumen- oder Spülwasser getrunken? Einen unbekannten Pilz gegessen? Oder ein Quecksilber-Thermometer in der Wohnung zerbrochen? Wer Sorge hat, sich vergiftet zu haben, oder im Vorfeld Informationen zum Beispiel zu Giftpflanzen benötigt, kann in einer der Giftnotrufzentralen  anrufen. Bei einer lebensbedrohlichen Vergiftung lieber gleich die 112 wählen. 

Eine Liste von Giftnotrufzentralen finden Sie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: 

Die 5 W: Schnelle Info für die Einsatzkräfte

Am schnellsten und am besten vorbereitet können die Notrufzentralen reagieren, wenn sie von Ihnen gleich die wichtigsten Informationen bekommen: 

  • Wo ist etwas passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Menschen sind betroffen? 
  • Welche Verletzungen ode rSchäden gibt es?  
  • Warten Sie auf Rückfragen! 

Legen Sie nicht einfach auf. Beantworten Sie Rückfragen und bleiben Sie in der Leitung, bis die Notfallzentrale das Gespräch beendet.