Die Nasennebenhöhlen sind mit Luft gefüllte Hohlräume im knöchernen Schädel (Sinus). Es gibt je zwei Stirn-, Kiefer- und Keilbeinhöhlen sowie die Siebbeinzellen zwischen den Augenhöhlen. Die Nebenhöhlen sind mit Schleimhaut ausgekleidet. Kleine Öffnungen und Gänge verbinden die Nebenhöhlen mit der Nasenhöhle. So kann das Sekret, das die Schleimhaut produziert, über die Nase in den Rachen abfließen.

Wie kommt es zu einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung?

Allergische Schleimhautschwellungen und anatomische Besonderheiten wie Verbiegungen der Nasenscheidewand oder vergrößerte Nasenmuscheln können die Ausführungsgänge und Öffnungen der Nebenhöhlen einengen. Die Folgen sind Abflussbehinderungen, Belüftungsstörungen und Sekretstau. So besteht die Möglichkeit, dass Nebenhöhlenentzündungen nicht abheilen und immer wieder oder sogar dauerhaft zu Beschwerden führen. Bei chronischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen können sich Schleimhautwucherungen (Polypen) bilden. Ein geschwächtes Immunsystem kann eine chronische Sinusitis begünstigen.

Auch Veränderungen infolge von Erkrankungen wie Mukoviszidose (Zystische Fibrose, eine erblich bedingte, angeborene Stoffwechselerkrankung der Drüsen. Charakteristisch sind ein zähflüssiger Schleim in den Atemwegen, der Husten und andere Atemwegserkrankungen auslöst.) oder Tumoren kommen als Ursachen für eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung infrage.

Welche Beschwerden verursacht die Erkrankung?

Zu den typischen Beschwerden einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung gehören eine dauerhafte Behinderung der Nasenatmung und häufige Infekte der oberen Atemwege.

Außerdem sind Riechstörungen möglich. Das Sekret aus den Nebenhöhlen fließt meistens in den Rachen. Husten, Auswurf und Kurzatmigkeit sind ein Zeichen für das Übergreifen der Nasennebenhöhlenentzündung auf Lunge und Bronchien. Abgeschlagenheit kann auftreten. Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung sind die Beschwerden weniger stark ausgeprägt als bei einer akuten.

Wie wird eine chronische Sinusitis festgestellt?

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt stellt die Diagnose anhand der Vorgeschichte, der Art und Dauer der Beschwerden und der Untersuchungen. Der Arzt prüft zum Beispiel, ob bestimmte Stellen im Gesicht schmerzen, wenn er mit dem Finger auf sie drückt oder klopft. Er inspiziert das Naseninnere mit einer Nasenspiegelung (Rhinoskopie). Dabei benutzt er kleine Spiegelgeräte (Endoskope), um auch die hinteren und die seitlichen Abschnitte in der Nase mit den Ausführungsgängen der Nebenhöhlen einzusehen. Die Nasenschleimhaut wird vorher mit einem abschwellenden Spray eingesprüht, um die Sicht zu verbessern.

Zusätzlich kann der Arzt per Computertomografie Aufnahmen der Nebenhöhlen erstellen, um die Diagnose zu sichern. Dabei sind auch das Ausmaß der Entzündung und begleitende Fehlbildungen zu erkennen. Sinnvoll ist außerdem ein Allergietest, da sich eine Sinusitis häufig aufgrund von allergischen Reaktionen entwickelt.

Wie wird eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung behandelt?

Therapie mit Medikamenten

Gegen die Schmerzen kann der Arzt Medikamente verordnen.

Ist eine Allergie die Ursache für die chronische Nasennebenhöhlenentzündung, kann die Therapie aus Antiallergika und kortisonhaltigem Nasenspray bestehen. Solche Nasensprays kommen zur Anwendung, um die Entzündung zu hemmen und die Schleimhaut in den Nebenhöhlen zu beruhigen und abschwellen zu lassen.

Auch eine Hyposensibilisierung kann infrage kommen. Bei dieser bisher einzigen ursächlichen Behandlungsmöglichkeit einer Allergie wird dem Betroffenen das für ihn relevante Allergen in steigender Dosierung gegeben, um so den Körper daran zu gewöhnen.

Sollte eine Nahrungsmittelunverträglichkeit bestehen, kann eine Ernährungsumstellung in Rücksprache mit einem Experten für die Betroffenen eine Therapiemöglichkeit sein.

Die Behandlung mit Antibiotika in Kombination mit Steroiden kann als Alternative zur Operation zum Einsatz kommen. Auch Nasenspülungen oder -sprays mit Salzlösungen können die Beschwerden lindern.

Operation

Beim Versagen der medikamentösen Therapie kann eine Operation langfristig eine Besserung bringen. Bei Kindern sollte man allerdings wegen des noch im Wachstum befindlichen Nasen- und Gesichtsskelettes mit operativen Eingriffen zurückhaltend sein.

Ziel der Operation ist es, die natürlichen Öffnungen und Abflüsse der erkrankten Nebenhöhlen zu erweitern und dadurch Abflussbehinderungen, Belüftungsstörungen und Sekretstau zu beseitigen. Standard ist die endoskopische Operation. Dabei führt der Arzt die notwendigen Instrumente und eine kleine Kamera über einen dünnen Schlauch in die Nasenhöhle und von dort weiter in die Nebenhöhlen.

Heutzutage erfolgt die Operation in der Regel schleimhauterhaltend, denn die Nebenhöhlenschleimhaut kann sich bei normaler Belüftung und regelrechtem Sekretabfluss erholen. Radikalchirurgische Operationen mit Entfernung der Schleimhaut werden im Gegensatz zu früher nur noch selten vorgenommen.

Wie alle Operationen bergen auch chirurgische Eingriffe an den Nasennebenhöhlen das Risiko von Komplikationen. So kann es zu Verletzungen von Gewebe, Nerven und Blutgefäßen kommen, die Blutungen und Nachblutungen nach sich ziehen. Infektionen, vor allem im Bereich der Wunde, sind möglich. Verletzungen des Riechnervs beinhalten das Risiko von Geruchsstörungen. Auch muss bei den Operationen an den Nasennebenhöhlen auf die benachbarte Augenhöhle geachtet werden, um Verletzungen des Auges zu vermeiden.

Verbiegungen der Nasenscheidewand und Vergrößerungen der Nasenmuschel lassen sich in der Regel gleichzeitig korrigieren.