Was ist eine Nasen­schei­de­wan­d-Ver­bie­gung?

Rund 90 Prozent der Menschen haben von Geburt an eine mehr oder weniger starke Verbiegung der Nasenscheidewand. Schon eine geringe Verkrümmung ruft manchmal Probleme hervor: Dann entstehen zum Beispiel Beschwerden bei der Atmung, Riechstörungen und häufige Nasennebenhöhlenentzündungen.

Eine angeborene Nasenscheidewand-Verbiegung ist manchmal schon durch einen Blick auf die äußere Nase sichtbar, zum Beispiel durch eine Schief- oder Höckernase. Nur selten entsteht die Verkrümmung als Folge einer Verletzung, zum Beispiel durch einen Schlag auf die Nase beim Sport.

Wo sitzt die Nasenscheidewand?

Die Nasenscheidewand (Nasenseptum) teilt die innere Nase in die rechte und die linke Nasenhöhle. Sie besteht aus Knorpel und Knochenteilen und ist mit Schleimhaut überzogen.

Welche Ursachen für eine Nasenscheidewand-Verbiegung gibt es?

Wenn Kiefer, Gaumen und Nasenseptum unterschiedlich wachsen, kann dies zu einer Verbiegungen der Nasenscheidewand führen. Eine Verkrümmung entsteht jedoch auch durch einen Schlag auf die Nase, also als Folge eines Unfalls. In diesem Fall verursacht ein Nasenbeinbruch, dass die Nasenscheidewand schief zusammenwächst.

Welche Beschwerden können auftreten?

Nicht jede Nasenscheidewand-Verbiegung verursacht Beschwerden. Besteht nur eine geringe Verkrümmung, wird sie meist gar nicht bemerkt.

Eine stark ausgeprägte Verkrümmung der Nasenscheidewand verursacht dagegen eine Reihe von Beschwerden: Allen voran ein behinderter Einstrom der Atemluft in die Nase. Betroffene atmen dann vermehrt durch den Mund und leiden schnell unter Atemnot, wenn sie sich körperlich anstrengen.

Hinzu kommen nächtliches Schnarchen, Riechstörungen, häufige Infekte der oberen Atemwege sowie Rachen- und Kehlkopfentzündungen. Kann das Nasensekret nicht richtig abfließen, entstehen häufig Nasennebenhöhlenentzündungen. Sogar Mittelohrentzündungen können eine Folge sein.

Wenn das stark gekrümmte Septum an die seitliche Nase oder die Nasenmuschel stößt, leiden Betroffene unter migräneähnlichen Kopfschmerzen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt kann durch die Beschwerden des Patienten und die Untersuchung der Nase den Grad der Nasenscheidewand-Verbiegung einschätzen.

Die Nasenscheidewand beurteilt der Arzt durch eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie). Dabei benutzt er ein spezielles Instrument (Nasenspekulum), um die Nasenhöhle zu betrachten. Mit kleinen Nasenendoskopen sieht er auch die seitlichen und hinteren Abschnitte in der Nase. Ist die Nasenschleimhaut geschwollen, verbessert ein abschwellendes Spray die Sicht, sodass sich die räumlichen Verhältnisse in der Nase besser beurteilen lassen.

Durch eine Nasendurchflussmessung untersucht der Arzt die Behinderung beim Ein- und Ausatmen. Es ist außerdem wichtig, andere Ursachen für die behinderte Nasenatmung auszuschließen. So kann beispielsweise ein Allergietest zeigen, ob Allergien zu Schleimhautschwellungen und Problemen der Atmung führen.

Vor einer operativen Korrektur ist es sinnvoll, dass der Arzt, die Nasenscheidewand noch genauer betrachtet. Dann veranlasst er eine Computertomografie.

Wann muss eine Nasenscheidewandverbiegung behandelt werden?

Grundsätzlich ist eine operative Korrektur nur dann nötig, wenn eine verbogene Nasenscheidewand Beschwerden hervorruft. Bei Operationen an den Nasennebenhöhlen kann ebenfalls eine Korrektur der Nasenscheidewand-Verbiegung sinnvoll sein.

Eine Nasenscheidewand-Verbiegung ist manchmal auch äußerlich sichtbar, zum Beispiel in Form einer Schief- oder Höckernase. Betroffene wünschen in diesem Fall aus ästhetischen Gründen eine operative Korrektur der krummen Nase.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine Nasenscheidewand-Verbiegung lässt sich durch eine Operation begradigen (Septumplastik). Der Eingriff ist eine der häufigsten Operationen in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Vor der Operation sollte der Hals-Nasen-Ohren-Arzt gemeinsam mit dem Patienten die Beschwerden gegen mögliche Operationsrisiken abwägen.

Bei Kindern und Jugendlichen befindet sich die Nasenscheidewand noch im Wachstum. Daher werden in dieser Altersgruppe operative Korrekturen nur selten und sehr zurückhaltend durchgeführt.

Wie wird die Nasenscheidewandoperation durchgeführt?

Korrekturen des Nasenseptums operiert der Hals-Nasen-Ohrenarzt durch die Nasenöffnungen. Der Patient liegt währenddessen in Vollnarkose. Die Nasenscheidewand-Verbiegung kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, daher unterscheiden sich auch die speziellen Techniken einer Korrektur.

Grundsätzlich arbeitet der Operateur unter der Nasenschleimhaut, die er schonend von Knorpel und Knochen der Nasenscheidewand ablöst. Er trennt die verkrümmten Anteile der Nasenscheidewand heraus, begradigt sie und setzt sie anschließend in korrekter Position wieder ein (Septumplastik). Seitliche Plastikfolien in der Nase stützen das korrigierte Nasenseptum.

Der Arzt korrigiert auf Wunsch des Patienten auch ästhetisch störende „Formfehler“ der Nase. Die Nasenmuschelschleimhaut kann zum Beispiel mit elektrischem Strom oder Laserlicht eingeschrumpft werden (Elektrokoagulation), um große Nasenmuscheln zu verkleinern. Es ist ebenso möglich, einen Schleimhautstreifen oder ein Knochenstück herauszunehmen, um eine Nasenverkleinerung zu erreichen. Im Anschluss an die Operation legt der Arzt saugfähiges Material in die Nasenhöhlen, um die Blutungen zu stillen (Tamponade).

In den ersten Stunden nach der Operation besteht ein erhöhtes Blutungsrisiko. Die Nasentamponade kann zu einem Rückstau von Sekret in den Nasennebenhöhlen führen. Dies führt bei einigen Patienten zu Kopfschmerzen und Nebenhöhlenentzündungen. In den ersten Tagen bis Wochen nach der Operation sind die Nase und vor allem die Nasenspitze druckempfindlich.

Unerwünschte Nebenwirkungen der Operation sind Gefühlsstörung in den Frontzähnen des Oberkiefers, eine Störung des Riechvermögens, ein Bluterguss am Nasenseptum, ein Loch in der Nasenscheidewand und ein Absinken des Nasenrückens. In diesen Fällen sollte der Patient immer einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen.

Wichtig zu wissen!

Bei Kindern und Jugendlichen kann eine Septumkorrektur, vor Abschluss des Körperwachstums, zu einer Verletzung der Wachstumszonen führen. Wenn der Schädel weiter wächst, besteht die Gefahr, dass die Nase deformiert. Daher sollte der behandelnde Arzt genau abwägen, wann eine Nasenscheidewand-Operation unumgänglich ist und wann diese besser zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden sollte.

Welche Behandlungen sind nach der Operation notwendig?

Die Nasentamponade wird in der Regel nach 24 Stunden herausgenommen, nach ungefähr sieben Tagen entfernt der Arzt die Kunststoffplättchen. In vielen Fällen, besonders wenn die Nasennebenhöhlen entzündet sind, verordnet der Arzt ein Antibiotikum. Es soll vor einer Infektion schützen, die sich auf den Knorpel oder den Knochen ausbreiten und so zu einer chronischen Knocheneiterung führen könnte. Außerdem erhält der Patient bei Bedarf Schmerzmittel.

Die Nasenschleimhaut muss sich in den nächsten Wochen regenerieren. Eine normale Nasen- und Schleimhautfunktion wird frühestens nach drei bis sechs Wochen erreicht. Während dieser Zeit produziert die Nase mehr Sekret und Schleim – in der Nase können sich Krusten bilden. Diese Krustenbildung lässt ganz leicht vermeiden:

  • Absaugen des Sekrets
  • Pflege der Nasenschleimhaut mit Nasensalbe und isotonischen Nasensprays
  • Nasenspülungen

Um eine Blutung zu vermeiden, sollte der Patient diese Dinge n den ersten Tagen nach der Operation vermeiden:

  • Kein Sport oder körperliche Belastung
  • Kein heißes Bad, Duschen oder Haare waschen
  • Schweres Heben vermeiden
  • Nicht in der Sonne baden

Anfangs darf der Patient nicht stark Niesen oder Schnäuzen. Später ist dann zunächst einseitiges Schnäuzen bei geöffnetem Mund möglich. Patienten mit Heuschnupfen sollten zusätzlich Medikamente gegen die Allergie anwenden. Die Patienten dürfen nicht rauchen, denn Rauchen verzögert die Heilung und verstärkt das Risiko einer Blutung. Eine Brille darf nur vorsichtig und für kurze Zeit getragen werden.

Wichtig für den Erfolg einer Operation sind regelmäßige Kontrollen des Heilungsverlaufs durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt.