Gerade Menschen mit einer COPD fürchten sich vor plötzlicher schwerer Atemnot. In solchen Fällen ist es wichtig, richtig zu reagieren. 

Plötzlich auftretende schwere Atemnot haben viele Menschen schon einmal erleben müssen. Gerade wer COPD hat, fürchtet sich davor. Dabei ist die chronisch obstruktive Lungenerkrankung dadurch gekennzeichnet, dass die Atemnot eher schleichend auftritt. Viele Betroffene erleben das allerdings anders, nämlich als plötzliche schwere Atemnot. Aber in der Regel hat sich die Luftnot langsam über viele Tage entwickelt, mit unbemerkten Verschlechterungen in kleinen Schritten - bis zu dem Moment, in dem die Atemnot so groß ist, dass sie nicht mehr verdrängt werden kann.

Für die Betroffenen geht es also darum, die Sinne zu schärfen, um rechtzeitig die kleinen Veränderungen zu erkennen und so einem Notfall vorzubeugen. Es gibt eine Reihe typischer Warnsymptome, die eine Verschlechterung der Stabilität der Atemwege, zum Beispiel bei einem Infekt, ankündigen:

  • Zunehmende Atemnot, auch in Ruhe
  • Vermehrter Husten
  • Veränderung des Auswurfs: größere Menge, gelblich-grüne Farbe, veränderte Zähigkeit
  • Abnahme der Peak-Flow-Werte
  • Zunehmender Verbrauch an Notfallspray
  • Allgemeine Beschwerden, zum Beispiel verminderte Belastbarkeit, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Gliederschmerzen, Fieber

Wenn es doch einmal zu einer schweren Atemnot kommt, müssen Sie wissen, wie Sie sicher Schritt für Schritt vorgehen und welche Medikamente Sie wann in welcher Reihenfolge und Dosierung einsetzen müssen.

Schritt für Schritt - im Notfall richtig handeln:

  • Zwei Hübe eines kurzwirksamen Betamimetikums inhalieren
  • Fünf bis zehn Minuten warten, dabei atemerleichternde Körperhaltung einnehmen, dosierte Lippenbremse einsetzen, Entspannungsübungen machen
  • Keine Besserung? Notfall!
  • Wiederum zwei Hübe eines kurzwirksamen Betamimetikums und zwei Hübe eines kurzwirksamen Anticholinergikums inhalieren und Kortisontabletten (zum Beispiel 50 Milligramm Prednisolon) und eine 200-Milligramm-Theophyllin-Trinkampulle einnehmen
  • Zehn bis 15 Minuten warten, dabei atemerleichternde Körperhaltung einnehmen, dosierte Lippenbremse einsetzen, Entspannungsübungen machen
  • Keine Besserung? Notarzt rufen!

Und hier noch einige zusätzliche Tipps

  • Das richtige Vorgehen im Notfall sollten Sie mit Ihren Angehörigen durchsprechen. So weiß dann jeder, was zu tun ist.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Arzt einen individuellen Notfallplan aufstellen, damit in der Aufregung nichts vergessen wird. Notieren Sie sich auf jeden Fall die Notfallnummern und haben Sie diese immer griffbereit.
  • Notfallbox: Lassen Sie sich die Notfallmedikamente von Ihrem Arzt in einer kleinen Notfallbox zusammenstellen und führen Sie diese immer bei sich.