Jede einzelne dieser Gesundheitsstörungen erhöht für sich genommen das Risiko für einen Typ-2-Diabetes und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit gefährlichen Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Bei der Beurteilung des Gesamt-Risikos ist zu beachten, dass sich die Gefahren durch die einzelnen Risikofaktoren nicht nur addieren,

Jede einzelne dieser Gesundheitsstörungen erhöht für sich genommen das Risiko für einen Typ-2-Diabetes und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit gefährlichen Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Bei der Beurteilung des Gesamt-Risikos ist zu beachten, dass sich die Gefahren durch die einzelnen Risikofaktoren nicht nur addieren, sondern multiplizieren oder sogar potenzieren können!

In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Definitionen des metabolischen Syndroms veröffentlicht, die zwar grundsätzlich auf den gleichen Inhalten basieren, aber alle leicht voneinander abweichen.

Die International Diabetes Federation - kurz IDF - hat sich zum Ziel gesetzt, eine weltweit einheitliche und praxistaugliche Definition zu finden. So können Menschen mit einem metabolischen Syndrom einfach und schnell identifiziert und so früh wie möglich einer geeigneten Behandlung zugeführt werden.

Nach der IDF-Definition von 2005 liegt ein metabolisches Syndrom vor, wenn der Bauchumfang bei Männern mehr als 94 Zentimetern, bei Frauen mehr als 80 Zentimeter beträgt und mindestens zwei weitere der folgenden Störungen/Bedingungen vorliegen:

  • Erhöhte Triglyzeridwerte (mindestens 150 mg/dl bzw. 1,7 mmol/l) beziehungsweise eine bereits eingeleitete Behandlung zur Absenkung der Triglyzeride
  • Zu niedriges HDL-Cholesterin (Männer weniger als 40 mg/dl bzw. 1,03 mmol/l; Frauen weniger als 50 mg/dl beziehungsweise 1,29 mmol/l) beziehungsweise eine bereits eingeleitete Therapie zur Anhebung des HDL-Cholesterins
  • Bluthochdruck (systolisch mehr als 130 mmHg oder diastolisch mehr als 85 mmHg) beziehungsweise eine bereits behandelte Hypertonie
  • Erhöhte Nüchtern-Blutglukosespiegel (mehr als 100 mg/dl beziehungsweise 5,6 mmol/l) oder ein bereits diagnostizierter Typ-2-Diabetes 

Was sind Ursachen und Symptome des metabolischen Syndroms?

Auffällig ist, dass eine Störung des Zuckerstoffwechsels, Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck sehr oft gemeinsam auftreten. Da sie offenbar eng miteinander verknüpft sind und wahrscheinlich sogar eine gemeinsame Ursache haben, werden diese Gesundheitsstörungen unter dem Begriff "metabolisches Syndrom" zusammengefasst.

"Metabolisch" stammt aus dem Griechischen und bedeutet Veränderung; in der Medizin wird der Begriff "metabolisch" für "stoffwechselbedingt" verwendet. Das metabolische Syndrom entwickelt sich langsam über viele Jahre. Es kann sowohl eine Vorstufe als auch eine Begleitsymptomatik des Typ-2-Diabetes sein. Daneben besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Folgen wie zum Beispiel Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Alle Merkmale des metabolischen Syndroms hängen eng mit dem Problem Übergewicht zusammen. Dabei spielt vor allem die übermäßige Fettansammlung im Bauchbereich eine bedeutende Rolle.  Dieses bauchbetonte Übergewicht („Apfelform“ des Körpers) als Kennzeichen des metabolischen Syndroms wird von Experten als "abdominelle Adipositas" bezeichnet.

Für alle vier Hauptrisiken des metabolischen Syndroms - erhöhter Nüchternblutzucker, stammbetonte Fettsucht, Fettstoffwechselstörung und Bluthochdruck - findet sich eine familiäre Häufung. Also können auch die Gene zur Entwicklung eines metabolischen Syndroms und der damit verbundenen Krankheiten beitragen. Mehrere Studien bei Betroffenen liefern Hinweise für Veränderungen in bestimmten Genen. Bisher wurde jedoch noch kein einzelner Gen-Defekt gefunden, der für das metabolische Syndrom spezifisch ist.

Zum Tragen kommen die einzelnen vererbten Komponenten des metabolischen Syndroms in der Regel erst unter dem Einfluss bestimmter Umweltfaktoren. Dazu gehören insbesondere eine unausgewogene (zu viel Fett und zu wenig Ballaststoffe) und zu kalorienreiche Ernährung, der Mangel an körperlicher Aktivität, Rauchen und auch negativer Stress.

Schätzungen gehen davon aus, dass rund 25 Prozent der deutschen Bevölkerung im Laufe ihres Lebens ein metabolisches Syndrom entwickeln.

Insulinresistenz

Bei Insulinresistenz kann das lebenswichtige Hormon Insulin seine vielfältigen Wirkungen im Körper nicht mehr richtig entfalten. Da Insulin den Zuckerhaushalt (= Glukosehaushalt), die Gefäßfunktion, den Fettstoffwechsel und zahlreiche weitere Stoffwechselprozesse beeinflusst, steht die herabgesetzte Ansprechbarkeit auf das Hormon, die sogenannte Insulinresistenz, im Mittelpunkt des metabolischen Syndroms.

Zum einen erhöht Insulinresistenz für sich genommen das Risiko für einen Typ-2-Diabetes und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zum anderen ist Insulinresistenz ein Mitverursacher anderer Störungen, wie zum Beispiel schlechte Fettwerte und Bluthochdruck.

Auch die bei Typ-2-Diabetikern oft beobachtete übermäßige Gerinnungsneigung mit schlechteren Fließeigenschaften des Blutes kann eine Folge der Insulinresistenz sein.

Das Risiko für eine Insulinresistenz wird zum Teil vererbt. Zum Tragen kommt die Insulinresistenz aber erst, wenn entsprechende Umweltbedingungen hinzukommen. Hierzu gehören in erster Linie eine fettreiche Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel. Ein wichtiger Hinweis auf Insulinresistenz ist der übermäßige Fettansatz im Bauchbereich.

Übergewicht

Um einzuschätzen, ob jemand unter-, normal- oder übergewichtig ist, wird üblicherweise der BMI (Body Mass Index oder Körpermassenindex) errechnet. Er gibt das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße an.

In die Kategorie "normalgewichtig" fallen BMI-Werte zwischen 18,5 und 25 kg/m2.

Alles, was über 25 kg/m2 liegt, gilt als übergewichtig.

Werte von 30 kg/m2 und mehr sprechen für starkes Übergewicht (= Adipositas).

So wird der BMI errechnet:

BMI = Körpergewicht [kg]/ Körpergröße [m²]

Ein Rechenbeispiel:

Bei einem Gewicht von 88 kg und einer Größe von 1,78 m ergibt sich der folgende BMI-Wert:

Berechnung: 88 kg/ 1,78 *1, 78 = 88 kg/ 3,17 = 27,8 kg/m² (= leichtes Übergewicht)

Einfacher geht die Bestimmung mit dem sogenannten BMI-Rechner, bei dem lediglich das Körpergewicht und die Körpergröße eingegeben werden müssen. Den Rest errechnet der Computer. Ein BMI-Rechner kann unter anderem im Internet abgerufen werden unter:

Was sagt der BMI aus?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Jahr 1995 eine Klassifizierung von Übergewicht anhand des Body-Mass-Index (BMI) vorgeschlagen. Der Body Mass Index (BMI) entspricht dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern. Diese Klassifizierung spiegelt das parallel zum BMI zunehmende Risiko für Begleiterkrankungen wider.

WHO-Klassifizierung von Übergewicht nach BMI

BMI

WHO-Klassifizierung

Allgemeiner Sprachgebrauch

unter 18,5

untergewichtig

dünn

18,5-24,9

normalgewichtig

gesund beziehungsweisenormal

25,0 29,9

Übergewicht: Grad 1

übergewichtig

30,0 39,9

Übergewicht: Grad 2

adipös (= fettleibig)

über 40,0

Übergewicht: Grad 3

extrem adipös (= krankhaft dick)

Allerdings sagt der Body-Mass-Index nichts über das Verhältnis von Muskel- und Fettmasse aus. Auch sehr muskulöse Menschen können einen hohen Body-Mass-Index haben, obwohl bei ihnen kein gesundheitliches Risiko besteht.

Was sagt der Bauchumfang aus?

Als besonders gesundheitsschädlich gilt das Übergewicht im Bauchbereich. Hier werden sehr viele Substanzen ausgeschüttet, die eine Insulinresistenz fördern. Für die Risikoeinschätzung ist es daher sinnvoll, den Bauchumfang zu messen (hierfür wird ein Maßband auf Höhe des Bauchnabels angelegt):

Für Frauen gilt: Ab einem Bauchumfang von 80 cm liegt ein erhöhtes Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ab 88 cm ein deutlich erhöhtes Risiko vor.

Für Männer gilt: Ab einem Bauchumfang von 94 cm liegt ein erhöhtes Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ab 102 cm ein deutlich erhöhtes Risiko vor. 

Ein weiterer, in der Medizin häufig verwendeter Messwert zur Erfassung der Fettverteilung ist der Taille-Hüft-Quotient (Waist to Hip Ratio = WHR). Hierzu werden Taillen- und Hüftumfang gemessen.

Teilt man den Taillenumfang durch den Hüftumfang, erhält man den Taille-Hüft-Quotient. Ein Wert von mehr als 0,9 bei Männern beziehungsweise von mehr als 0,8 bei Frauen ist mit einem hohen Risiko für das metabolische Syndrom verbunden.

Fettstoffwechselstörung

Über- oder unterschreiten verschiedene Fette und Fett-Transportformen bestimmte Normalwertbereiche im Blut, kann dies zu erheblichen Schäden an den Gefäßen führen.

Beim metabolischen Syndrom findet sich meist eine erhöhte Konzentration freier Fettsäuren im Blut. Diese Fettsäuren stammen zu einem großen Teil aus den Fettdepots im Bauchbereich.

Die vermehrt freigesetzten Fettsäuren gelangen zur Leber, wo sie zum Aufbau der Triglyzerid-Fette genutzt werden. Triglyzeride sind Neutralfette, die aus drei mit Glyzerin veresterten Fettsäuren bestehen. In zu hoher Konzentration wirken Triglyzeride gefäßschädigend.

Darüber hinaus verpackt die Leber einen Teil der überzähligen Triglyzerid-Fette in eine gefährliche Transportform. Es entstehen besonders kleine, dichte und schwere LDL-Cholesterin-Teilchen, die Experten als Small Dense LDL bezeichnen.

Diese kleinen Teilchen sind für die Gefäße weitaus schädlicher als das normale LDL-Cholesterin. Das gefäßschützende HDL-Cholesterin hingegen ist beim metabolischen Syndrom in der Regel erniedrigt.

Dies ist eine typische Konstellation beim metabolischen Syndrom:

  • Triglyzerid-Spiegel im Blut erhöht
  • LDL-Cholesterin erhöht
  • HDL-Cholesterin erniedrigt  

Bluthochdruck

Ein typisches Merkmal und oft erstes fassbares Zeichen des metabolischen Syndroms ist der Bluthochdruck (Hypertonus, arterielle Hypertonie). Der ständig überhöhte Druck in den Blutadern schädigt die Gefäßwände nachhaltig, fördert Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) und belastet das Herz.

Der Bluthochdruck ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Umfangreiche Untersuchungen konnten zeigen, dass überhöhte Blutdruckwerte oft eng mit Insulinresistenz und anderen Komponenten des metabolischen Syndroms verknüpft sind. Entsprechend sind insulinresistente Personen im Vergleich zur restlichen Bevölkerung sehr viel häufiger von einem Bluthochdruck betroffen.

Weitere Merkmale

Außer den vier genannten Hauptrisiken gibt es eine Vielzahl weiterer Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, die oft gemeinsam mit dem metabolischen Syndrom auftreten. Hierzu gehören zum Beispiel:

  • Störungen der Blutgerinnung mit erhöhter Gerinnungsneigung (hierdurch kann der Blutfluss beeinträchtigt werden; außerdem wurde für bestimmte Gerinnungsfaktoren eine direkte gefäßschädigende Wirkung nachgewiesen)
  • Vermehrtes Ausscheiden von Eiweiß-Partikeln im Urin (Mikroalbuminurie)
  • Erhöhte Harnsäure-Spiegel im Blut (Hyperurikämie)
  • Erhöhung verschiedener Entzündungsmarker im Blut (zum Beispiel C-reaktives Protein oder Interleukin-6) 

Welche Möglichkeiten der Früherkennung gibt es?

Hinter dem metabolischen Syndrom verbirgt sich eine tückische Konstellation. Zum einen entwickelt sich das Vollbild des Syndroms langsam und unauffällig, es bleibt daher oft über viele Jahre unerkannt. Andererseits geht das metabolische Syndrom bereits von Anfang an mit einem hohen Risiko für Gefäßkomplikationen und später auch für einen Typ-2-Diabetes einher.

Umso wichtiger ist es, gefährdete Personen so früh wie möglich zu erkennen und rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Nur wer um die Gefahr weiß, kann möglichen Folgeschäden wirksam vorbeugen.

Normal- und Zielwerte

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick, welche Gewichts-, Stoffwechsel- und Blutdruckwerte anzustreben sind:

Zielbereiche von Gewichts-, Stoffwechsel- und Blutdruckwerten

 Werte

normal/Zielbereich

Body-Mass-Index (kg/m2)

kleiner 25

Taille/Hüft-Quotient Männer

kleiner 0,9

Taille/Hüft-Quotient Frauen

kleiner 0,8

Blutdruck (mmHg)

kleiner 130/80

Cholesterin gesamt

kleiner 200 mg/dl  (5,16 mmol/l)

HDL-Cholesterin

größer 45 mg/dl  (1,16 mmol/l)

LDL-Cholesterin

kleiner 100 mg/dl  (2,58 mmol/l)

Triglyzeride

kleiner 150 mg/dl  (1,69 mmol/l)

Nüchternblutzucker im Blutplasma

kleiner 110 mg/dl  (6,1 mmol/l)

Postprandialer Blutzucker

kleiner 140 mg/dl  (7,8 mmol/l)

HbA1c (%)  Normalpersonen  

kleiner 6,1

HbA1c (%) Diabetiker

kleiner 6,5

Welchen Wert der HbA1c bei Diabetikern unter der Therapie erreichen sollte, das unterscheidet sich individuell und richtet sich unter anderem danach, ob ein Patient die Neigung hat, zu unterzuckern. Daher wird vom Arzt mit dem Betroffenen gemeinsam ein auf ihn abgestimmter Zielwert vereinbart. Man kann verallgemeinernd sagen, dass für Menschen mit Typ-1-Diabetes ein HbA1c-Zielwert unter 7,5 Prozent empfehlenswert ist, sofern nicht die Neigung zu schweren Unterzuckerungen (Hypoglykämien) besteht. In manchen Fällen kann auch ein niedrigerer HbA1c-Wert angestrebt werden.

Bei Typ-2-Diabetes gibt es die Empfehlung, den Wert zwischen 6,5 und 7,5 Prozent zu halten. Es gibt aber auch hier Patienten, die von einem Wert unter 6,5 Prozent eher profitieren, und andere, für die ein höherer HbA1c-Zielwert geeignet ist.

Was tun beim metabolischen Syndrom?

Die gute Nachricht: Das metabolische Syndrom ist kein unabänderliches Schicksal, das einen einfach so ereilt.

Tatsächlich hat jeder weitreichende Möglichkeiten, Risikofaktoren auszuschalten und die einzelnen Komponenten des metabolischen Syndroms durch kleine und relativ einfache Änderungen des Lebensstils in den Griff zu bekommen. Reichen diese Veränderungen allein nicht aus, können zur Unterstützung Medikamente zum Einsatz kommen.

Wer es schafft, schlank oder normalgewichtig zu sein, der schaltet einen wichtigen Risikofaktor für die Entwicklung des metabolischen Syndroms aus: das Übergewicht.

Ernährung umstellen

Viel gehört, viel belächelt und viel gehasst: die Umstellung oder zumindest das sorgfältige Überprüfen der eigenen Ernährung. Entgegen der allgemeinen Auffassung ist Genießen selbst bei einer gesünderen Ernährung jedoch überhaupt kein Problem.

Wie überall im Leben gilt auch hier: Auf das Maß kommt es an! Viele Menschen essen zu fett, zu wenig ballaststoffreich und nehmen übermäßig viele Kalorien zu sich. Hier gesündere Relationen zu schaffen, würde bereits eine Menge gesundheitlicher Probleme ersparen.

Allgemeine Empfehlungen für die Ernährung:

  • Die Nahrung sollte weitgehend fettarm, kohlenhydrat- und ballaststoffreich sein. Empfohlene Nährstoffrelation: Kohlenhydrate 50 bis 55 Prozent, Fett 30 Prozent, Eiweiß fünfzehn bis 20 Prozent.
  • Kohlenhydrate mit hohem Ballaststoffanteil sind zu bevorzugen.
  • Zuckeranteil an der Gesamtkalorienmenge: < zehn Prozent.
  • Ungesättigte Fettsäuren sind zu bevorzugen.
  • Einschränkung der Kochsalzzufuhr auf < sechs Gramm/Tag.
  • Verringerung der täglichen Alkoholmenge auf < 20 g/Tag (Männer) beziehungsweise < 10 g/Tag (Frauen).
  • Beispiele: 0,5 Liter Bier enthalten etwa 20 g Alkohol, 0,2 Liter Wein enthalten etwa 16 g Alkohol.

Regelmäßige körperliche Aktivität

Mangelnde Bewegung im Arbeits- und Freizeitalltag ist ein Problem, dass bisher deutlich unterschätzt und viel zu sehr vernachlässigt wurde. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl umfangreicher wissenschaftlicher Untersuchungen, die übereinstimmend zu folgendem Ergebnis kommen:

Wer regelmäßig körperlich aktiv ist, hat ein deutlich geringeres Risiko für das metabolische Syndrom, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Entsprechend seltener sind auch gefürchtete Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Die Art der körperlichen Aktivität ist von untergeordneter Bedeutung und sollte an die individuellen Vorlieben angepasst werden. Generell geht man davon aus, dass Ausdauersport besonders günstig ist, da er die gefährlichen Fettdepots im Bauchbereich zum Schmelzen bringt.

Übrigens: Der positive Effekt von Bewegung auf die Gesundheit ist nicht abhängig von einer gleichzeitigen Gewichtsabnahme. Dieses Ärgernis ist vielen gut bekannt. Man hat sich endlich überwunden, körperlich aktiver zu werden, natürlich mit dem Hintergedanken, sich dabei auch gewichtsmäßig etwas zu erleichtern. Dann stellt man beim Blick auf die Waage enttäuscht fest, dass sich kaum etwas verändert hat.

Die Anstrengung war aber keinesfalls umsonst. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen belegen, dass körperliche Aktivität einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit hat, und zwar vollkommen unabhängig von Veränderungen beim Körpergewicht. Die positiven Effekte werden unter anderem darauf zurückgeführt, dass sich durch Bewegung die Insulinresistenz deutlich verringern und der Fettstoffwechsel verbessern lässt.

Wer mit mehr Bewegung seine Gesundheit gezielt fördern möchte, muss sich jedoch über Folgendes im Klaren sein: Positive Effekte lassen sich langfristig nur durch regelmäßige körperliche Aktivität erreichen. Optimal ist zum Beispiel ein 30 bis 60 Minuten dauernder rascher Spaziergang an mindestens fünf Tagen pro Woche. Ein Tipp für Sport-Profis: Die Belastungsintensität sollte 60 bis 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz nicht überschreiten.

Entspannen

Anhaltender Stress bringt unser Gehirn und unser Nervensystem dazu, Substanzen herzustellen und auszuschütten, die den Stoffwechsel verschlechtern und den Blutdruck erhöhen. Wer ständig unter Strom steht und Situationen ausgesetzt ist, die mit erheblichem negativen Stress verbunden sind (negativer Stress = Anspannung, die als belastend empfunden wird), sollte sich nach Gelegenheiten zum Stressabbau umsehen.

Entspannungstechniken wie zum Beispiel autogenes Training oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson helfen dabei, gelassener zu werden und Belastungen leichter zu bewältigen. Die Möglichkeiten, unter Anleitung stressabbauende Entspannungsübungen zu lernen und anzuwenden, sind vielfältig. Unter den mittlerweile zahlreichen Kurs-Angeboten und Workshops dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein (zum Beispiel autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga, Tai Chi und vieles mehr). Informieren Sie sich über entsprechende Angebote in Ihrer Umgebung.

Das Rauchen einstellen

Es gibt zahlreiche Hinweise, dass Rauchen nicht nur Bronchien, Lungen und Gefäße schädigt, sondern auch die Insulinresistenz als eine der Hauptkomponenten des metabolischen Syndroms fördert. Darüber hinaus verengt und schädigt Nikotin die Blutgefäße. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Körperregionen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff, Nährstoffen und Energie versorgt werden.

Menschen, die rauchen, haben ein sehr viel höheres Risiko, eine Gefäßerkrankung (zum Beispiel Durchblutungsstörungen der Beine, Herzinfarkt oder Schlaganfall) zu erleiden. Auch wenn man selber Nichtraucher ist: Wer mit Personen zusammen lebt oder arbeitet, die regelmäßig rauchen, ist ebenfalls deutlich stärker gefährdet.

Fazit: Es lohnt sich auf jeden Fall, das Rauchen einzuschränken oder noch besser, ganz aufzuhören.