Zum jetzigen Zeitpunkt ist es das Ziel, einen Typ-1-Diabetes frühzeitig zu erkennen, um rechtzeitig geeignete Maßnahmen für eine möglichst normnahe Blutzuckereinstellung einzuleiten.

Beim Typ-1-Diabetes macht sich die Blutzuckererhöhung meist plötzlich und recht deutlich bemerkbar mit Symptomen wie Durst, gehäuftes Wasserlassen und Gewichtsabnahme. Beim Auftreten dieser Symptome ist es wichtig, schnell zu reagieren, damit die akute Stoffwechselentgleisung möglichst schnell erkannt und behandelt wird.

Wer ist gefährdet, am Typ-1-Diabetes zu erkranken?

Geschwister, Kinder oder Eltern (= erstgradig Verwandte) von Typ-1-Diabetikern haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein etwa 20-fach höheres Risiko, ebenfalls an einem Typ-1-Diabetes zu erkranken.

Das durchschnittliche Risiko für ein Kind, an einem Typ-1-Diabetes zu erkranken, liegt

  • bei bis zu fünf Prozent, wenn ein Elternteil (Mutter oder Vater) Typ-1-Diabetiker ist;
  • bei 20 bis 40 Prozent, wenn beide Eltern (Mutter und Vater) von einem Typ-1-Diabetes betroffen sind;
  • bei fünf bis zehn Prozent, wenn bei einem Geschwister (Schwester oder Bruder) ein Typ-1-Diabetes vorliegt;
  • bei 0,1 bis 0,3 Prozent, wenn in der Familie keine Fälle mit Typ-1-Diabetes bekannt sind.

Gibt es Möglichkeiten der Früherkennung?

Schon Jahre, bevor die Blutzuckerspiegel ansteigen, sind bei den Betroffenen Antikörper gegen die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse (= Betazellen) vorhanden. Die Antikörper (Inselzellantikörper, Insulinautoantikörper, GAD- und IA2-Antikörper) lassen sich in Blutuntersuchungen nachweisen. Sie sind ein Hinweis darauf, dass sich in der Bauchspeicheldrüse entzündliche Prozesse abspielen, in deren Verlauf die Betazellen zerstört werden.

Anhand der Zahl und Konzentration solcher Antikörper im Blutserum lässt sich das Risiko beurteilen, einen Typ-1-Diabetes zu entwickeln. Werden bei Angehörigen von Typ-1-Diabetikern keine Antikörper im Blut nachgewiesen, liegt das Erkrankungsrisiko unter ein Prozent.

Solche Früherkennungsuntersuchungen werden an einigen Diabeteszentren durchgeführt. Allerdings sind bisher keine wirksamen Maßnahmen bekannt, um das Ausbrechen der Erkrankung zu verhindern. Daher wird ein allgemeines Antikörper-Screening zur Früherkennung derzeit nicht empfohlen.

Typ-2-Diabetes - wer ist gefährdet?

Mit dem zunehmenden Wohlstand der vergangenen 50 Jahre und der zum Teil erheblichen Änderung der Lebensweise ist auch die Zahl der Typ-2-Diabetiker in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern der Welt drastisch angestiegen.

Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Typ-2-Diabetiker in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiterhin erheblich zunehmen wird. Ein Grund hierfür ist, dass die Lebenserwartung kontinuierlich ansteigt, sich viele Menschen falsch ernähren, übergewichtig sind und sich zu wenig bewegen. Hinzu kommt, dass die Betroffenen immer jünger werden, das heißt, das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Krankheitsdiagnose sinkt ab.

Der Diabetes mellitus Typ 2 macht sich meist nur langsam und mit uncharakteristischen Anzeichen (zum Beispiel Müdigkeit und Leistungsminderung) bemerkbar. Oft wird diese Form des Diabetes deshalb nur durch Zufall und erst sehr spät entdeckt. Viele Betroffene weisen zu diesem Zeitpunkt bereits Zeichen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung mit fortgeschrittenen Schäden an den kleinen und großen Gefäßen des Körpers auf.

Je früher ein Typ-2-Diabetes erkannt und Maßnahmen gegen die Erkrankung ergriffen werden, umso erfolgreicher lassen sich Folgeschäden verringern oder ganz verhindern.

Wie kann das Risiko einer Typ-2-Diabetes-Erkrankung festgestellt werden?

Anhand von Risikofaktoren lässt sich die Wahrscheinlichkeit abschätzen, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Zur Gruppe der Menschen mit einem erhöhten Diabetes-Risiko gehören vor allem Personen mit Bluthochdruck, schlechten Fettwerten und Übergewicht (vor allem im Bauchbereich), die sich fett- und kalorienreich ernähren und sich dabei nur wenig bewegen.

Vor allem, wenn bereits bei einem Mitglied aus dem engeren Familienkreis (zum Beispiel der Vater oder die Mutter) ein Typ-2-Diabetes vorliegt, ist das eigene Risiko für die Zuckerkrankheit deutlich erhöht. Mit den Risikotests der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS) und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) kann jeder selber prüfen, ob eine Diabetesgefährdung vorliegt und welche Risikofaktoren besonders beachtet werden sollten. Mithilfe des Diabetes-Risiko-Tests auf der Internetseite des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung können Sie Ihr persönliches Risiko ermitteln, innerhalb der nächsten fünf Jahre an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. (DIfE - Deutscher Diabetes-Risiko-Test). Zu beachten ist, dass der Test nicht anwendbar ist, wenn bei Ihnen schon ein Diabetes bekannt ist.

Wie kann man einem Typ-2-Diabetes vorbeugen?

Wichtig zu wissen: Der Diabetes Typ 2 ist kein Schicksal, das einen irgendwann trifft. Der Erkrankung gehen eine Reihe von Risiken voraus, die bereits lange im Vorfeld vorhanden sind. Einige dieser Risiken (zum Beispiel Bewegungsarmut, falsche Ernährung und so weiter) lassen sich durch einfache Maßnahmen wirksam beeinflussen.

Große Untersuchungen haben gezeigt, dass eine gesündere Ernährung (fettärmer, mehr Ballaststoffe), Gewichtsabnahme und mehr körperliche Aktivität die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes hinauszögern und sogar verhindern kann.

Wer eine Diabetes-Gefährdung rechtzeitig erkennt und geeignete Maßnahmen ergreift, kann der Erkrankung und ihren Folgen wirkungsvoll vorbeugen.