Bestimmte Viren, nämlich Herpes-Viren vom Typ 6 und Typ 7, verursachen die Erkrankung. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, das heißt über Speichelkontakt oder über Sekrettröpfchen in der Atemluft. Die Zeit zwischen dem Kontakt mit dem Virus und den ersten Krankheitszeichen (Inkubationszeit) beträgt ein bis zwei Wochen. Wer einmal erkrankt war, ist anschließend gegenüber einer erneuten Ansteckung lebenslang geschützt.

Das Dreitagefieber tritt überwiegend bei Kleinkindern, vor allem im Alter zwischen sechs und 15 Monaten auf. Insgesamt haben etwa 90 bis 100 Prozent der Bevölkerung eine Infektion mit den verursachenden Viren durchgemacht, die meisten davon im Kindesalter. Mit zwei Jahren sind etwa 95 Prozent aller Kinder infiziert. Dabei kommt es nicht immer zu Krankheitszeichen, bei vielen Kindern verläuft die Infektion ohne die klassischen Symptome oder gar ohne Beschwerden.

Wie äußert sich das Dreitagefieber?

Das Dreitagefieber beginnt mit sehr hohem Fieber, das auf über 40 Grad Celsius ansteigen und drei bis fünf Tage anhalten kann. Manche Kinder haben zusätzlich Beschwerden wie Halsschmerzen, laufende Nase oder Husten, die zum Teil bereits vor dem Fieber vorhanden sind. Daneben können die Lymphknoten am Hals anschwellen.

Das Fieber geht meist schlagartig zurück. Unter Umständen tritt dann ein blassroter, manchmal leicht erhabener, fleckiger Hautausschlag am Rumpf und im Nacken auf, der sich auf Armen, Beinen und/oder dem Gesicht ausbreiten kann. Die Flecken können zusammenfließen. Der Ausschlag ist flüchtig, er verschwindet nicht selten schon nach wenigen Stunden, er kann aber auch einige, oft drei Tage anhalten. Manchmal ist er so unauffällig, dass man ihn gar nicht bemerkt oder er tritt gar nicht auf. Nach Abklingen des Fiebers bessert sich der Allgemeinzustand der Kinder rasch. Die Krankheit kann sehr leicht verlaufen und nur wenige der typischen Symptome zeigen.

Welche Komplikationen gibt es?

Als Begleitsymptome oder als Komplikationen können zum Beispiel Durchfall und Erbrechen oder eine Schwellung der Augenlider auftreten.

Bei entsprechender Neigung kann jedoch insbesondere bei Säuglingen ein sogenannter Fieberkrampf auftreten. Etwa 10 von 100 Kindern mit Dreitagefieber entwickeln Fieberkrämpfe, die aber in den meisten Fällen harmlos sind. Dabei handelt es sich um Krampfanfälle, die auch im Rahmen jeder anderen fieberhaften Erkrankung im Kindesalter möglich sind.

Fieberkrämpfe sind häufig

Ein Fieberkrampf ist ein typischer Gelegenheitsanfall und bei Kindern die häufigste Form eines Anfalls. Von den Angehörigen wird er fast immer als lebensbedrohliches Ereignis erlebt. Doch normalerweise löst sich der Krampf bereits nach wenigen Minuten und fügt dem Kind auch keine bleibenden körperlichen Schäden zu. Im akuten Fall können krampflösende Medikamente verabreicht werden. Die vorbeugende Gabe von Medikamenten zur Verhinderung von weiteren Krampfanfällen ist nicht effektiv und wegen der ausgesprochen guten Prognose nicht nötig.

Schäden durch das Dreitagefieber selten

Normalerweise tragen die Kinder nach einem Fieberkrampf keine Folgeschäden davon.

In sehr seltenen Fällen kommt es zur Mitbeteiligung von Organen etwa der Leber oder des Gehirns und der Hirnhäute. Meist sind hiervon vor allem Kinder mit einer Immunschwäche betroffen.

Wie wird das Dreitagefieber diagnostiziert?

Die Diagnose wird im Wesentlichen aufgrund des Verlaufs und der charakteristischen Symptome (typischer Fieberverlauf und Hautausschlag) gestellt. Eine zusätzliche Blutuntersuchung kann hilfreich sein, ist normalerweise aber nicht erforderlich.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine Therapie zur Beseitigung des Virus gibt es nicht. Bei hohem Fieber erfolgt eine Fiebersenkung. Fieberkrämpfe lassen sich mit krampflösenden Medikamenten behandeln. Eine Impfung ist nicht verfügbar.

Was können die Eltern tun?

Bei anhaltend hohem Fieber sollte das Kind grundsätzlich einem Kinderarzt vorgestellt werden, um andere fieberhafte Erkrankungen auszuschließen, die möglicherweise gefährlich sind.

Eltern sollten darauf achten, dass das kranke Kind ausreichend Flüssigkeit erhält; denn der Körper verliert bei Fieber vermehrt Flüssigkeit über die Haut. Am besten gibt man dem kranken Kind häufig kleine Mengen zu trinken. Geeignet sind zum Beispiel Wasser, Tee oder verdünnte Fruchtsäfte, Getränke mit Kohlensäure dagegen nicht. Trinken die Kinder nicht genug, besteht die Gefahr der Austrocknung. Hiervon sind vor allem Säuglinge bedroht, die unter Umständen vorübergehend Flüssigkeit als Infusion über die Vene zugeführt bekommen müssen.

Kinder bei Fieber luftig anziehen

Die Kleidung der Kinder sollte der erhöhten Körpertemperatur angepasst werden. Der Körper muss die Möglichkeit haben, Wärme über die Haut abzugeben und so das Fieber zu senken. Deshalb sind leichte Baumwollkleidung, eventuell nur die Unterwäsche oder eine Windel ausreichend.

Die Zimmertemperatur darf ebenfalls nicht zu hoch sein. Zur Fiebersenkung bieten sich neben Methoden wie Wadenwickeln auch Medikamente an, deren Anwendung Eltern am besten vorher mit einem Arzt abstimmen.

Wie ist die Prognose?

Die Krankheit ist eher harmlos und heilt in der Regel nach etwa fünf bis sieben Tagen ohne Folgen ab. Nach der Infektion besteht eine lebenslange Immunität.  Häufig bemerken Eltern gar nicht, dass ihr Kind die Krankheit hat, weil diese ohne Symptome verläuft.