Welche Ursachen sind bekannt?

Am häufigsten entsteht eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) durch dauerhafte oder plötzliche Überbelastung, zum Beispiel beim Sport oder durch monotones Schreiben auf der Computertastatur, aber auch begleitend bei Grunderkrankungen wie Morbus Bechterew (entzündlich-rheumatische Erkrankung, die zu einer Versteifung der Wirbelsäule führen kann) oder rheumatoider Arthritis (Chronisch-entzündliche Erkrankung der Gelenke).

Welche Beschwerden ruft diese Erkrankung hervor?

Im Bereich der Entzündung des die Sehne umgebenden Gleitgewebes kommt es zu Schwellungen und Schmerzen bei Bewegungen und in Ruhe. Besonders typisch ist ein tastbares Bewegungsreiben, das man teilweise auch als Knirschen hören kann.

Bei den Sehnen, die an den Fingern ansetzen, können knotige Verdickungen die normale Fingerbewegung behindern und zu einem ruckartigen Bewegungsablauf führen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Fast immer lässt sich eine Sehnenscheidenentzündung aufgrund des typischen Erscheinungsbildes bei der körperlichen Untersuchung inklusive einiger Bewegungstests feststellen.

Wie wird eine Sehnenscheidenentzündung behandelt?

Ganz wichtig ist, dass das betroffene Körperteil zum Beispiel mit Schienen ruhiggestellt und geschont wird. Ist die Entzündung nicht sehr ausgeprägt, kann man gegebenenfalls auf eine Schiene verzichten und mithilfe örtlicher Kühlung und Schonung die Beschwerden mildern. Zusätzlich ist die Einnahme entzündungshemmender und schmerzstillender Medikamente sinnvoll. Sie hemmen die Entzündungsreaktion und können die Beschwerdedauer verkürzen. In den meisten Fällen heilt die Sehnenscheidenentzündung unter diesen Behandlungen ab.

Manchmal sind weitere Maßnahmen erforderlich. Zum Beispiel kann man durch Einspritzen von kortisonhaltigen Medikamenten oder von örtlichen Betäubungsmitteln in das Gleitlager der Sehnen Schmerzen und die Entzündung lindern. Ultraschall, Elektrotherapie und krankengymnastische Übungen sind Behandlungsmöglichkeiten, die bei langem Verlauf zur Anwendung kommen. Führen diese Maßnahmen nicht zu einer Besserung, ist eine Operation erforderlich. Die verengte Stelle an der Sehnenscheide wird dabei aufgespalten und auf diese Weise entlastet.

Bei der Sonderform der Sehnenscheidenentzündung, die am Daumen auftritt (Tendovaginitis de Quervain), erfolgt ebenfalls zunächst eine konservative Behandlung mit Kühlung, entzündungs- und schmerzlindernden Medikamenten und gegebenenfalls Kortisonspritzen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kommt eine Operation infrage.

Besondere Bedeutung kommt der intensiven Nachbehandlung in Form von Krankengymnastik zu. Sie soll verhindern, dass die Sehnenscheidenentzündung erneut auftritt und am Ende chronisch wird, sprich nicht mehr richtig abheilt.

Was ist nach einer Entzündung der Sehnenscheiden zu beachten?

Auch nach einer erfolgreichen Behandlung neigen Sehnenscheidenentzündungen dazu, wieder aufzutreten. Wenn die Erkrankung durch überlastende Bewegungen entstand, sollte man versuchen, diese zu vermeiden beziehungsweise zu verhindern.

Insbesondere bei beruflicher Belastung, die ja beinahe täglich erfolgt, ist es sinnvoll, die Arbeitsabläufe umzustellen. Auf ausreichende Pausen und ausgleichende Gymnastik ist zu achten.