Das Risiko für Hautkrebs ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Kein Wunder, Outdoor-Aktivitäten, jährliche Sonnenurlaube im Süden und langes Sonnenbaden sind beliebter denn je. Mit bösen Folgen: Da wir unser persönliches Sonnenlichtkonto immer früher überziehen, sind auch junge Hautkrebs-Patienten keine Seltenheit mehr.

Unsere Haut vergisst nichts. UV-Strahlung kann zu bleibenden Veränderungen im Erbgut der Hautzelle führen, die eine Zelle auch noch nach Jahren entarten lassen. Besonders gefährlich sind Sonnenbrände daher vor allem für Kinder und Jugendliche. Sie sind für die Entstehung des gefährlichen malignen Melanoms (auch schwarzer Hautkrebs genannt) von Bedeutung. 

Wie viel Sonne brauchen wir?

Auch wenn UV-Licht ein Gesundheitsrisiko darstellt, brauchen wir natürlich Sonnenlicht. Es versorgt den Körper mit Vitamin D, das für einen starken Knochenbau verantwortlich ist. Eine halbe Stunde Sonnenschein täglich reichen bereits aus, damit unser Körper mit genügend Vitamin D versorgt ist. Und da ist es egal, ob Sie spazieren gehen oder Ihre Zeitung auf dem Balkon lesen.  

Schutz vor UV-Strahlung

An erster Stelle, um Hautkrebs vorzubeugen, steht der sinnvolle Umgang mit der Sonne. Dafür merken Sie sich am besten das Sonnenschutz-ABC:

A wie Ausweichen
B wie Bekleiden
C wie Cremen

Vermeiden Sie vor allem die aggressive Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr und halten Sie sich vorwiegend im Schatten auf. Schützen Sie Ihre Haut durch Kleidung und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Und nicht vergessen: Je heller Ihre Haut, desto weniger UV-Strahlung verträgt sie.

Welche Hauttypen gibt es?

Mediziner unterscheiden vier verschiedene Hauttypen entsprechend ihrer Empfindlichkeit:

  • Hauttyp 1: Menschen mit heller Haut, blonden oder roten Haaren und blauen Augen. Nach fünf bis zehn Minuten Sonnenbad im Hochsommer und ohne Hautschutz rötet sich ihre Haut bereits.
  • Hauttyp 2: Menschen mit diesem Hauttyp unterscheiden sich abgesehen von ihrer etwas dunkleren Haut kaum vom Typ 1. Sie bekommen ungeschützt nach etwa 10 bis 20 Minuten in der  Sonne eine rote Haut.
  • Hauttyp 3: Dazu gehören Menschen mit dunklen Haaren, braunen Augen und mittelheller Haut. Dieser Typ sollte nicht länger als 20 bis 30 Minuten ungeschützt in der Sonne baden.
  • Hauttyp 4: Für Menschen, die von Natur aus dunkle Haut, schwarze Haare und braune Augen haben, besteht eine Sonnenbrandgefahr nach circa 40 Minuten. 

Sonnencreme: Kein Freifahrtschein

Selbst, wer sich von Kopf bis Fuß eingecremt hat, sollte es beim Sonnenbaden nicht übertreiben. Sonnencreme ist kein Allzweck-Schutzschild, vor allem nicht, wenn sie zu sparsam aufgetragen wird. Als Richtlinie gelten mindestens 30 ml Sonnencreme für den gesamten Körper - je nach Größe und Gewicht kann es mehr sein. 

Tragen Sie die Creme mindestens eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad auf, möglichst noch zu Hause oder im Hotel. Experten empfehlen für Erwachsene einen Lichtschutzfaktor von mindestens 20 und für die empfindliche Kinderhaut von mindestens 30. Nutzen Sie möglichst wasserfeste Präparate und tragen Sie die Cremes trotzdem nach jedem Bad erneut auf. Am Meer und im Hochgebirge ist die UV-Strahlung erheblich höher, daher wählen Sie hier den Lichtschutzfaktor 50 oder einen Sunblocker.

Künstliche UV-Strahlen aus dem Solarium

UV-Strahlung ist der größte Risikofaktor für Hautkrebs. Das gilt nicht nur für die Sonne, sondern auch für die künstliche Bestrahlung im Solarium. Hautärzte raten daher davon ab, ins Sonnenstudio zu gehen. Für Jugendliche unter 18 Jahren ist der Besuch von Solarien sowieso verboten. 

TÜV für die Haut: Selbstuntersuchung und Vorsorge

Eine regelmäßige Untersuchung der Haut schützt Sie nicht davor, Hautkrebs zu bekommen. Trotzdem: Je früher ein Tumor der Haut entdeckt wird, desto größer ist die Chance, ihn erfolgreich und schonend zu behandeln. 

Selbstuntersuchung

Sie selbst kennen Ihre Haut am besten und sollten sie daher regelmäßig auf auffällige Leberflecke und Muttermale checken. Dafür hat sich die ABCDE-Regel bewährt:  

  • A wie Asymmetrie: Leberflecken, die nicht rund oder oval sind, sondern durch unregelmäßige, asymmetrische Formen auffallen. 
  • B wie Begrenzung: unregelmäßige, ausgefranste Ränder, keine deutliche Begrenzung zur Hautumgebung, manchmal auch uneben, rau und gezackt 
  • C wie Colour (engl. Farbe): Wenn sich die Farbe eines Leberflecks verändert oder Tönung und Färbung nicht einheitlich sind (hell und dunkel vermischen sich). Achten Sie vor allem auf Pigmentmale, die mit rosafarbenen, grauen oder schwarzen Punkten vermischt sind.
  • D wie Durchmesser: Ist der Durchmesser größer als zwei Millimeter, sollten Sie das Pigmentmal aufmerksam beobachten. Pigmentmale, die größer als fünf Millimeter sind oder eine Halbkugelform haben, sollte sich der Arzt ansehen. 
  • E wie Evolution: Falls sich ein Pigmentmal innerhalb von drei Monaten erkennbar verändert, sollten Sie es von einem Arzt kontrollieren lassen. 

Nehmen Sie einen Handspiegel zur Hilfe, um Ihren Körper vollständig zu betrachten. Untersuchen Sie zunächst Gesicht, Hals, Nacken, Ohren und Kopfhaut. Ein Föhn hat sich bewährt, um die Haare auseinander zu blasen. Betrachten Sie nun Oberkörper, Achseln, Bauch und Beine. Sitzend können Sie Ihre Füße (auch die Sohlen, Zwischenräume und Zehennägel) und die Genitalien kontrollieren. 

Dann untersuchen Sie vor einem großen Spiegel den Rücken und die Rückseite der Arme, der Beine und den After. Am Schluss betrachten Sie Unterarme und Hände.

Früherkennungsuntersuchung

TK-Versicherte haben die Möglichkeit, bereits ab dem Alter von 20 Jahren am Hautkrebs-Screening teilzunehmen. Diese Früherkennungsuntersuchung wird alle zwei Jahre von einem Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten beziehungsweise einem Dermatologen durchgeführt.