Bei dieser Methode legt der Operateur einen etwa zwölf Zentimeter langen horizontalen Hautschnitt oberhalb des Schambeins an. Die unter der Haut liegenden Gewebe schneidet er nur leicht ein, zieht sie dann auseinander und dehnt sie etwas. Dadurch bleiben Blutgefäße und Nervenbahnen weitgehend heil. Dann öffnet er die Gebärmutter mit einem Schnitt von etwa zwei Zentimetern und dehnt ihn wiederum etwas.

Anschließend hebt er das Kind und anschließend die Plazenta wie sonst auch aus der Gebärmutter. Zum Schluss verschließt er die Gebärmutter und die sie umgebende Faszie, eine bindegewebige Hülle, mit einem durchlaufenden Faden und die Haut mit einem Faden oder mit Klammern. Die übrigen Schichten unter der Haut, also Bauchfell, Muskulatur und Fettgewebe, muss er beim schonenden Kaiserschnitt nicht vernähen.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Kaiserschnitt dauert dieser Eingriff nur etwa 15 Minuten.

Die Frau erholt sich meist schnell von diesem Eingriff und braucht weniger Schmerzmittel. Auch während der anschließenden Wundheilungsphase scheint diese Methode des Kaiserschnitts weniger schmerzhaft zu sein.

Die sanfte Sectio wird zunehmend auch in Deutschland eingesetzt. Kurzfristig sind Vorteile im Vergleich zur bisherigen Methode vor allem wegen der geringeren Schmerzhaftigkeit für die Mutter zu erkennen. Ob diese Methode jedoch auch über einen längeren Zeitraum hinweg besser abschneidet, ist unklar. Voroperationen im Bauchraum können den sanften Kaiserschnitt erschweren oder unmöglich machen.