Die wichtigsten Ursachen hierfür sind:

  • Vorne liegender Mutterkuchen (Placenta praevia)
  • Zu frühes Ablösen des Mutterkuchens (vorzeitige Plazentalösung)
  • Anormale Nabelschnurmündung
  • Schlaffheit der Gebärmutter (Uterusatonie)

Placenta praevia

Die Placenta praevia kommt bei etwa 0,4 Prozent der Schwangerschaften vor, gehäuft bei Mehrlingsschwangerschaften und bei schnell aufeinander folgenden Schwangerschaften. Dabei wird der Muttermund durch die Plazenta vollständig oder teilweise verschlossen.

In der Frühschwangerschaft kann dies durchaus normal sein. Später aber kann eine Geburt auf normalem Wege dadurch unmöglich werden. Wird die Placenta praevia bereits während der Schwangerschaft erkannt, wird die Frau in den meisten Fällen mit einem Kaiserschnitt entbunden. Die Placenta praevia macht sich meist schon einige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin durch schmerzlose Blutungen ohne ersichtliche Ursache bemerkbar.

Blutungen aus einer Plazenta praevia können lebensbedrohlich sein. Bei bekannter Plazenta praevia kann es notwendig sein, die Schwangere bereits ein bis zwei Wochen vor dem Geburtstermin in die Klinik aufzunehmen und Blutkonserven bereitzuhalten.

Vorzeitige Plazentalösung

Die vorzeitige Lösung der Plazenta tritt meist bereits während der Schwangerschaft auf.

Anormale Nabelschnurmündung

Die sogenannte Insertio velamentosa (abnormale Nabelschnurmündung) kommt bei etwa einem Prozent aller Schwangerschaften vor. Dabei setzt die Nabelschnur nicht an der richtigen Stelle der Plazenta an. Beim Blasensprung oder während der Wehentätigkeit kann es daher zu einem Zerreißen wichtiger Versorgungsgefäße des Kindes kommen.

Hinweise auf ein derartiges Ereignis sind starke Blutungen aus der Gebärmutter zum Zeitpunkt des Blasensprungs und Veränderungen im CTG. Trotz starker Blutung aus der Gebärmutter ist der Allgemeinzustand der Mutter meist nicht beeinträchtigt, da das Blut ausschließlich aus kindlichen Gefäßen stammt. Die Beendigung der Geburt erfolgt meist durch einen Kaiserschnitt.

Uterusatonie

Die Uterusatonie ist die häufigste Ursache einer schwerwiegenden Blutung in der Nachgeburtsphase. Hierbei zieht sich die Gebärmutter nach der Geburt nicht ausreichend zusammen. Es kommt zu einem Blutverlust von mehr als 500 Millilitern, nachdem die Plazenta geboren worden ist.

Um eine Kontraktion der Gebärmutter zu erreichen und die Blutungen zu stoppen, werden Wehenmittel verabreicht, eine Eisblase (Eisbeutel) auf den Unterbauch gelegt oder die Gebärmutter von außen mit der Hand zusammengedrückt. Manchmal ist auch eine Akupunkturbehandlung sinnvoll. Meist kommt die Blutung dadurch zum Stillstand. Sehr selten muss eine operative Entfernung der Gebärmutter vorgenommen werden.

Weitere Komplikationen:

Geburtsstillstand

Die Dauer der Eröffnungsphase beträgt etwa sieben bis zwölf Stunden, die der Austreibungsphase etwa 20 bis 60 Minuten.

Zu einem Geburtsstillstand kann es in jeder Phase der Geburt kommen. Wenn eine Spontangeburt dann nicht mehr möglich ist, muss das Kind daher vaginal-operativ mit einer Zange oder Saugglocke oder per Kaiserschnitt entbunden werden.

Mögliche Ursachen für einen Geburtsstillstand sind:

  • Wehenschwäche, die auch durch wehenfördernde Mittel wie Oxytocin nicht beseitigt werden kann, zum Beispiel durch allgemeine körperliche Erschöpfung bei Mehrlingsschwangerschaften
  • Missverhältnis zwischen Kindsgröße und mütterlicher Beckengröße
  • Einstellungs- und Lageanomalien

Einstellungs- und Lageanomalien

Bei Einstellungs- und Lageanomalien machen die Stellung des Kindes im mütterlichen Becken oder seine Lage in der Gebärmutter eine normale Geburt schwierig oder unmöglich. Zu den häufigsten Lageanomalien gehören die Beckenendlage und die Querlage. Sie treten bei etwa fünf Prozent aller Schwangerschaften auf und erfordern fast immer einen Kaiserschnitt.

Bei der Beckenendlage liegt das Kind nicht mit dem Kopf nach unten im Becken, sondern mit dem Steiß. Manchmal wird dann der Versuch unternommen, das Kind manuell von außen zu wenden. Bei der Querlage liegt das Kind quer in der Gebärmutter, eine Spontangeburt ist nicht möglich. Um Kind und Mutter nicht zu gefährden, muss die Geburt durch eine Schnittentbindung beendet werden.

Nabelschnurkomplikationen

Bei einem Nabelschnurvorfall befinden sich nach erfolgtem Blasensprung Teile der Nabelschnur vor dem vorangehenden Teil des Kindes.

Dadurch wird die Nabelschnur zusammengedrückt und die Nabelschnurdurchblutung verschlechtert sich. Dies führt zu einer mangelnden Sauerstoffversorgung des Kindes.

Der Nabelschnurvorfall ist glücklicherweise eine seltene Komplikation. Er tritt nur bei etwa 0,5 Prozent aller Geburten auf, stellt jedoch für das Kind eine lebensbedrohliche Situation dar.

Besonders gefährlich ist ein Nabelschnurvorfall bei der Schädellage, da hier die Nabelschnur durch den Druck des harten Kopfes fest abgedrückt wird. Es ist daher oft unumgänglich, das Kind durch einen Kaiserschnitt zu entbinden. Begünstigend für die Entwicklung eines Nabelschnurvorfalls sind:

  • Querlage
  • Beckenendlage
  • Mehrlingsschwangerschaft

Tritt in der Schwangerschaft ein unerwarteter Blasensprung vor Beginn der Wehentätigkeit ein, sollte sich die Schwangere unverzüglich mit ihrem Arzt oder ihrer Hebamme in Verbindung setzen. Das abgehende Fruchtwasser kann die Nabelschnur durch den Muttermund schwemmen und so zu einem Nabelschnurvorfall führen. Bei Gegebenheit einer solchen Gefahr (das Fruchtwasser geht schwallartig ab) ist ein Transport ins Krankenhaus liegend zu erfolgen, weshalb ein Krankenwagen (Feuerwehr) gerufen werden sollte.

Wenn der Kopf des Babys bereits ins Becken eingetreten ist, dichtet dieser die Öffnung meist sehr gut ab. Ein weiterer Abgang von Fruchtwasser wird dadurch verhindert. Während der Nabelschnurvorfall eher selten auftritt, kommt es bei etwa 20 Prozent der Geburten zu einer Nabelschnurumschlingung. Hierbei schlingt sich die Nabelschnur um den Körper oder auch den Hals des Kindes.

Dies ist bei einer Nabelschnurlänge von durchschnittlich 55 Zentimetern nicht verwunderlich. Da die Nabelschnur sehr dehnbar ist und deswegen keine Mangeldurchblutung des Kindes auftritt, erfolgt die Geburt meist auf natürlichem Wege und muss nicht durch einen Kaiserschnitt beendet werden. Bei circa zehn Prozent der Umschlingungen kommt es jedoch zu einer Durchblutungsstörung und einem Sauerstoffmangel des Kindes. In diesem Fall muss ein Kaiserschnitt erwogen werden.

Schlechtes CTG

Das Kardiotokogramm (CTG) dient der Überwachung der kindlichen Herztöne und der Wehentätigkeit während der Geburt.

Die Herzfrequenz des Kindes ändert sich je Sauerstoffangebot rasch. Das CTG zeigt diese Veränderungen an und gibt dadurch dem Arzt Aufschluss über die kindliche Sauerstoffversorgung.

Ein Sauerstoffmangel stellt für das Kind eine große Gefahr dar. Mithilfe des CTGs kann der Arzt derartige Gefahren jedoch frühzeitig erkennen und rechtzeitig behandeln. Er achtet dabei vor allem auf Abweichungen von der normalen Herzfrequenz des Kindes.

Die normale kindliche Herzfrequenz beträgt 120 bis 160 Schläge pro Minute. Wenn das Kind sich bewegt, steigt die Frequenz kurz an, während einer Wehe nimmt die Herzfrequenz kurzzeitig ab.

Folgende Abweichungen können Anzeichen einer kindlichen Gefährdung sein:

  • Wenn die normale Herzfrequenz um mehr als zehn Schläge pro Minute steigt oder sinkt.
  • Wenn die Herzfrequenz unabhängig von der Wehentätigkeit stark schwankt.
  • Wenn der Herzschlag nach einer Wehe nur verzögert langsamer wird.

Wann ist ein CTG notwendig?

Ein Kardiotokogramm muss unbedingt eingesetzt werden bei

  • abnehmenden Kindsbewegungen,
  • Terminüberschreitungen,
  • Diabetes mellitus der Mutter, also bei Zuckerkrankheit,
  • Mehrlingsschwangerschaft,
  • vorzeitigen Wehen und
  • Blutungen in der zweiten Schwangerschaftshälfte.

Manchmal untersucht der Arzt auch das kindliche Blut, um besser abschätzen zu können, wie groß der Sauerstoffmangel des Kindes ist. Dazu entnimmt er dem Kind durch den Muttermund hindurch an der Kopfhaut Blut und analysiert dessen Sauerstoffgehalt.