In der Zeit der Rückbildung zieht sich die Gebärmutter regelmäßig zusammen. Diese sogenannten Nachwehen können bereits unmittelbar nach der Geburt einsetzen und dauern meistens ein paar Tage. Der Wehenschmerz nach der Geburt ist meist leicht. Er nimmt nach der Geburt weiterer Kinder in der Regel zu, weil die bereits vorgedehnte Gebärmutter sich stärker zusammenziehen muss.

Auch das Anlegen des Kindes an die mütterliche Brust führt über eine Ausschüttung von Hormonen zu einem vermehrten Zusammenziehen der Gebärmutter. Sollten die Schmerzen sehr unangenehm werden, kann nach Absprache mit dem behandelnden Arzt ein leichtes Schmerzmittel Linderung schaffen.

Die Verkleinerung der Gebärmutter führt dazu, dass auch die innere Wundfläche an der Ansatzstelle des Mutterkuchens schrumpft. Ein Zeichen für die Wundheilung ist der Wochenfluss (die Lochien). Dieses Sekret besteht aus Gewebeteilen und Blut und ist immer von Bakterien besiedelt. Sowohl Menge als auch Farbe und Geruch der Lochien verändern sich im Verlauf des Wochenbetts. Anfangs sind sie überwiegend blutig rot, dann wird die Farbe bräunlich, später gelblich bis weißlich. Insgesamt hält der Wochenfluss etwa vier bis sechs Wochen an.

Entgegen der in der Mehrzahl älterer Fachliteratur vertretenen Meinung sind die Lochien nicht infektiöser als normale Periodenblutungen. Sie sind nur dann infektiös, wenn sie eitrig sind und einen hohen Gehalt an pathogenen Keimen enthalten, wie beispielsweise den Staphylococcus aureus oder β-hämolysierende Streptokokken. Hinweis auf solch eine Infektion ist ein fischartiger oder eitriger Geruch.

Da der Wochenfluss allerdings potenziell infektiös sein kann, sollten Wöchnerinnen auf eine besondere Hygiene achten:

  • Gründliche Reinigung der Hände nach jedem Kontakt mit dem Wochenfluss
  • Desinfektion der Hände, insbesondere vor dem Stillen
  • Regelmäßiges Waschen des Genitalbereiches
  • Vermeiden von Vollbädern wegen der Gefahr der Bakterienverteilung
  • Bei schmerzhaften Dammnähten helfen Sitzbäder mit reinigenden und beruhigenden Substanzen
  • Verwenden von Binden und Einlagen, damit die Lochien abfließen können 

Was versteht man unter Rückbildungsgymnastik?

Rückbildungsgymnastik unterstützt den Körper nach der Schwangerschaft bei der Wiederherstellung seines ursprünglichen Zustandes. Dabei steht das Training der Beckenbodenmuskulatur im Vordergrund. Kurzfristig wird durch diese Gymnastik die Ausscheidung des Wochenflusses gefördert, die häufig eher träge Darmtätigkeit angeregt und die Entschlackung begünstigt. Langfristig beugt sie einer Beckenbodensenkung mit möglicherweise nachfolgendem unwillkürlichem Harnverlust, Gebärmuttervorfall und Rückenschmerzen vor.

Bereits am Tag der Geburt kann die Frau mit einfachen Übungen beginnen, auch nach einem Kaiserschnitt. Die Anleitung erfolgt meistens durch speziell ausgebildete Krankengymnasten in der Entbindungsklinik oder durch Hebammen. Wichtig ist, diese Übungen zumindest einige Wochen durchzuführen, damit die stark beanspruchte Muskulatur sich wieder kräftigt.

Grundsätzlich können Mütter nach der Entbindung ambulante Besuche durch eine Hebamme in Anspruch nehmen. Dabei überwacht die Nachsorgehebamme die Rückbildungsvorgänge der Frau, die Entwicklung des Kindes in den ersten Wochen und sie hilft bei Stillproblemen und den richtigen Handgriffen bei der Babypflege.

Die Nachsorgehebamme untersucht die Wöchnerin, sie beobachtet die Rückbildung der Gebärmutter und die Wundheilung von Dammrissen, Dammschnitten oder Kaiserschnittnarben. Sie überprüft auch, ob sich Komplikationen wie eine Thrombose oder eine Wochenbettdepression ankündigen. Weitere Tipps zur Pflege des Neugeborenen und der Ernährung der Wöchnerin sowie die Beantwortung der vielen Fragen frisch gebackener Eltern in der neuen Situation gehören auch zu diesen Hausbesuchen.

Was ist beim Stillen zu beachten?

Eine wichtige und vollkommen neue Aufgabe nach der Geburt ist das Stillen.

Auf diese bevorstehende Aufgabe hat sich die Brust schon während der Schwangerschaft durch Vergrößerung und Verfestigung vorbereitet. Stillen bietet, wie man heute weiß, viele Vorteile. Deshalb raten Experten dazu, die Kinder möglichst vier bis sechs Monate voll zu stillen.

Muttermilch hat eine genau auf die Bedürfnisse der Kinder optimal abgestimmte Zusammensetzung und schützt sie darüber hinaus durch die Übertragung von Antikörpern vor Krankheiten. Zusätzlich wird durch die Muttermilch die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Allergien, vor allem bei familiär belasteten Kindern, verringert. Stillen kann zudem sehr praktisch sein, da die Milch stets richtig temperiert und immer verfügbar ist.

Über die Muttermilch werden allerdings auch die möglicherweise aus der Nahrung oder der Umwelt aufgenommenen Schadstoffe an das Kind weitergegeben. Deshalb sollten stillende Frauen unbedingt auf Genussgifte wie Nikotin und Alkohol verzichten. Das Kind nimmt diese Substanzen über die Muttermilch auf, was zu Gesundheitsschäden und Schlafproblemen führen kann. Auch die Einnahme von Medikamenten sollte möglichst vermieden werden und nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Bei bestehendem Stillwunsch sollte möglichst noch im Kreißsaal das erste Mal angelegt werden, um die Milchbildung anzuregen. Anfangs ist nur wenig der sehr nahrhaften Vormilch vorhanden. Durch viel Flüssigkeitsaufnahme und regelmäßiges Anlegen kommt es in der Regel zwischen dem zweiten und fünften Tag zum sogenannten Milcheinschuss.

Die Brüste werden prall und fest und können daher schmerzen. Kühlung als abschwellende Maßnahme und Stillen können dieses vorübergehende Ungleichgewicht normalisieren. Bis sich ein optimales Verhältnis zwischen Milchmenge und Trinkvolumen des Kindes eingespielt hat, dauert es ein paar Tage.

Welche Komplikationen können im Wochenbett eintreten?

Die Veränderungen im Wochenbett sind völlig natürlich. Dennoch kann es zu Störungen und Komplikationen kommen.

Rückbildungsstörungen (Subinvolutio uteri, Lochialstau)

Kommt es zu Rückbildungsstörungen, bildet sich der Uterus nach der Entbindung nur unzureichend zurück. Ursachen können beispielsweise eine vorausgegangene Überdehnung der Gebärmutter etwa bei Mehrlingen sein, schlaffes Bindegewebe, Plazentareste im Uterus oder Uterusfehlbildungen.

Die Gebärmutter ist vergrößert, möglicherweise schmerzhaft und anfällig für Infektionen. Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten, die das Zusammenziehen (Kontraktion) der Gebärmuttermuskulatur fördern.

Eine weitere Komplikation im Wochenbett ist die Lochialstauung (Lochiometra). Dabei verringert sich die Menge des Wochenflusses auffällig schnell, die Gebärmutter ist druckschmerzhaft. Das Sekret nimmt einen übel riechenden Geruch an, oft kommen Fieber und Kopfschmerzen hinzu. Auch in diesem Fall wird der Arzt kontraktionsfördernde Medikamente verordnen.

Entzündungen von Harnblase und Nierenbecken

Verstärkte vaginale Blutungen sowie Entzündungen der Harnblase (Zystitis) und des Nierenbeckens (Pyelonephritis) sollten im Wochenbett ebenfalls vom Arzt abgeklärt werden.

Kindbettfieber

Das sogenannte Puerperalfieber (Kindbettfieber) kann durch Entzündungen verschiedener Organe (zum Beispiel der Gebärmutterschleimhaut, der Gebärmuttermuskulatur, der Eierstöcke und Eileiter) bedingt sein und zu einer Bauchfellentzündung bis hin zur Blutvergiftung (Puerperalsepsis) führen.

Um dem Kindbettfieber vorzubeugen, sollte die Wöchnerin besonders auf Hygiene achten und auf Tampons verzichten.

Die Therapie sollte durch den Arzt gegebenenfalls mit Antibiotika (Bakterien abtötenden Mitteln) durchgeführt werden.

Im Wochenbett kann es außerdem durch die hormonelle Umstellung und längere Immobilität (zu wenig Bewegung und zu langes Liegen) zum Auftreten von Blutgerinnseln (Thrombosen) kommen, die in die Lungengefäße abwandern und dort stecken bleiben können (Lungenembolie).

Viele Frauen entwickeln im Wochenbett, meist am dritten Tag, depressive Verstimmungen, die auf hormonelle Veränderungen zurückgeführt werden. Allerdings können auch schwere Depressionen und Psychosen entstehen, die der fachgerechten Therapie bedürfen.