Es gibt viele unterschiedliche Rezepte. Rosa, blau, grün, oder gelb - Rezept ist nicht gleich Rezept.

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Rosa: das Kassenrezept

Wenn Sie sich auf Versichertenkarte behandeln lassen, verordnet Ihnen der Arzt auf einem rosa Rezept die Arzneimittel, die zum Leistungskatalog der Krankenkassen gehören. Diese werden also von den Kassen bezahlt, bis auf die gesetzlichen Zuzahlungen des Patienten. Das Vertragsrezept ist einen Monat gültig.

Meist blau: das Privatrezept

Behandelt Sie der Arzt als Privatpatient, erhalten Sie ein Privatrezept - oft in blau. Die Arzneimittelrichtlinien muss der Arzt bei einer Privatbehandlung nicht beachten. Das bedeutet, dass Sie die verordneten Medikamente selbst bezahlen müssen.

Das Privatrezept verwendet der Arzt auch, wenn er Ihnen auf Ihren Wunsch hin Arznei- und Verbandmittel verordnet, die er für therapeutisch nicht notwendig hält. Das Rezept ist drei Monate gültig, außer der Arzt gibt etwas anderes an. Die Kosten darf die TK auch in diesem Fall nicht übernehmen.

Grün: Empfehlungen für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel

In diesem Fall verwendet der Arzt ein sogenanntes grünes Rezept. Dieses darf die Krankenkasse nicht bezahlen. Es ist unbegrenzt gültig, da es nur Empfehlungscharakter für nicht verschreibungspflichtige Medikamente hat.

Mehrleistung der TK: Bis zu 100 Euro Kostenerstattung für alternative Arzneimittel

Wenn Ihnen Ihr Arzt ein apothekenpflichtiges Arzneimittel der Homöopathie, Phytotherapie oder Anthroposophie verordnet hat, können Sie sich aufgrund einer Satzungsregelung der TK die Kosten bis zu 100 Euro pro Jahr erstatten lassen.

Gelb: Arzneimittel, für die die Betäubungsmittel-Verordnung gilt

Bestimmte Arzneimittel, zum Beispiel starke Schmerzmittel, unterliegen Betäubungsmittel-Verordnungen. Die Rezepte dafür sind gelb und sieben Tage gültig. Sie sind dreiteilig und nummeriert. Ein Durchschlag verbleibt zur Dokumentation in der Arztpraxis, ein weiterer in der Apotheke.

Generell gilt: Arzneimittel darf nur der Arzt verordnen, deshalb trägt er auch die Verantwortung dafür. Die Krankenkassen müssen Rezepte nicht genehmigen.

Das T-Rezept für Arzneimittel mit höchsten Sicherheitsvorkehrungen

Arzneimittel, die Thalidomid, Pomalidomid oder Lenalidomid enthalten, dürfen nur auf einem Sonderrezept abgegeben werden. Diese Wirkstoffe sind seit 2007/2008 zur Behandlung des Multiplen Myeloms zugelassen, einer bösartigen Knochenmarkserkrankung. Da der Wirkstoff Thalidomid verantwortlich für die Contergan-Katastrophe war, wurden diese besonders strengen Vorkehrungen getroffen, um erneute Schädigungen an Embryonen zu verhindern.

Das T-Rezept ist nur sechs Tage nach Ausstellung gültig. Es ist zweiteilig, nummeriert und wird nur an bestimmte Ärzte ausgegeben. Den Durchschlag schickt die Apotheke an das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte). Der Arzt muss explizit erklären, dass er sämtliche Sicherheitsvorkehrungen einhält und dem Patienten das erforderliche Informationsmaterial ausgehändigt hat.