Die Zuzahlungsgrenze wird aus den jährlichen Familienbruttoeinnahmen Ihres Haushalts, das heißt, den Einnahmen von Ihnen und Ihren Angehörigen, berechnet. Diese sogenannte Belastungsgrenze wird um Freibeträge für Kinder oder den Ehe- oder Lebenspartner gemindert.

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Grundsätzlich beträgt Ihre Grenze dann zwei Prozent Ihrer jährlichen Einnahmen zum Lebensunterhalt. Bei einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung liegt die Grenze bei einem Prozent. Sie erhalten hier einige Rechenbeispiele, wie eine individuelle Belastungsgrenze berechnet wird.

Beispiel 1

TK-Mitglied Michael T. und seine Ehefrau arbeiten beide als Angestellte. Seine Ehefrau und seine beiden familienversicherten Kinder haben folgende Einnahmen und Freibeträge:

Beispiel 1 zur Berechnung der Zuzahlungsgrenze
Bruttoeinnahmen und Abzugsbeträge 2018Euro

jährliches Arbeitsentgelt (Lohn/Gehalt)

(20.000 Euro Ehemann, 10.000
Euro Ehefrau, 2 Kinder ohne Einnahmen)

30.000,00

abzüglich Freibetrag Ehefrau

5.481,00

abzüglich Freibetrag erstes Kind

7.428,00

abzüglich Freibetrag zweites Kind

7.428,00

anrechenbare Familieneinnahmen

9.663,00

zwei Prozent davon = Zuzahlungsgrenze

193,26

Beispiel 2

TK-Mitglied Raimund R. ist alleinstehend und schwerwiegend chronisch krank. Er erhält eine Rente und hat sonst keine Einkünfte. Wegen der chronischen Krankheit liegt seine Zuzahlungsgrenze nicht bei zwei Prozent, sondern nur bei einem Prozent.

Beispiel 2 zur Berechnung der Zuzahlungsgrenze
Bruttoeinnahme und AbzugsbeträgeEuro

jährliche Altersrente

13.000,00

abzüglich Freibetrag Angehörige

0,00

anrechenbare Familieneinnahmen

13.000,00

ein Prozent davon = Zuzahlungsgrenze

130,00

Beispiel 3

TK-Mitglied Sabine M. und ihr familienversicherter Ehemann Ernst leben zusammen mit ihrem schwerwiegend chronisch kranken, ebenfalls familienversicherten Sohn Rafael. Sabine M. ist seit mehreren Jahren arbeitslos. Ihr Mann arbeitet in einem Mini-Job.

Weil Sabine M. das ganze Jahr über Arbeitslosengeld II erhält, werden nicht die tatsächlichen Einnahmen zugrunde gelegt, sondern ein gesetzlich festgelegter Wert von derzeit 4.992 Euro. Freibeträge für die Angehörigen gibt es in diesem Fall nicht. Da der Sohn chronisch krank ist, liegt die Zuzahlungsgrenze für die Familie auch nur bei einem Prozent.

Beispiel 3 zur Berechnung der Zuzahlungsgrenze
Bruttoeinnahme und AbzugsbeträgeEuro

ganzjährig Arbeitslosengeld II

14.400,00
Lohn aus Mini-Job4.800,00

abzüglich Freibetrag Ehemann

0,00

abzüglich Freibetrag Kind

0,00

anrechenbare Einnahmen

4.992,00

ein Prozent davon = Zuzahlungsgrenze

49,92

So würde die Zuzahlungsgrenze auch berechnet werden, wenn Sabine M. nicht Arbeitslosengeld II erhalten würde, sondern Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung wegen Alters und Erwerbsminderung oder wenn sie zu Lasten des Sozialhilfeträgers in einem Heim untergebracht wäre.