Während der Schwangerschaft: Was zahlt die TK?

Ob Betreuung, Kurse oder Arzneimittel - werdende Eltern brauchen Unterstützung. Doch welche Kosten übernimmt die TK? Hier ist ein Überblick.

Ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe

Während der Schwangerschaft, bei der Entbindung und in der Zeit danach haben Sie Anspruch auf ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe. Durch diese Betreuung sollen mögliche Gefahren für Leben und Gesundheit von Mutter und Kind abgewendet sowie Gesundheitsstörungen rechtzeitig erkannt und der Behandlung zugeführt werden.

 

Die erste Untersuchung, nachdem die Schwangerschaft festgestellt wurde, sollte möglichst frühzeitig erfolgen. Sie umfasst die Anamnese sowie eine allgemeine und gynäkologische Untersuchung.

 

Die Beratung der Schwangeren soll sich auch auf die Risiken einer HIV-Infektion beziehungsweise AIDS-Erkrankung erstrecken. Auf Wunsch der Schwangeren wird eine Untersuchung zum Ausschluss einer HIV-Infektion durchgeführt.

 

Regelmäßige Untersuchungen sind wichtig

Die übrigen Untersuchungen erfolgen bei normalem Schwangerschaftsverlauf im Abstand von vier Wochen. In den letzten zwei Monaten vor der Geburt alle 14 Tage. Sie umfassen Gewichtskontrolle, Blutdruckmessung, laborärztliche Untersuchungen, Kontrolle der Gebärmutter und der kindlichen Herzaktionen sowie Feststellung der Lage des Kindes.

 

Auch eine Beratung zur Mundgesundheit für Mutter und Kind einschließlich des Zusammenhangs zwischen Ernährung und Krankheitsrisiko sowie die Einschätzung oder Bestimmung des Übertragungsrisikos von Karies ist vorgesehen.

 

In der Schwangerschaftsvorsorge ist ein Ultraschallscreening enthalten, das drei Untersuchungen - eine in jedem Schwangerschaftsdrittel - vorsieht.

 

Bis auf die Ultraschalluntersuchungen kann auch die Hebamme alle üblichen Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Darüber hinaus bietet sie vielseitige Beratung und Hilfestellung bei Schwangerschaftsbeschwerden, Geburtsvorbereitung und Rückbildung an.

 

Bei Bedarf weitere Untersuchungen

Falls erforderlich kann der Umfang der Untersuchungen individuell erweitert werden. Die Abrechnung erfolgt über Ihre TK-Gesundheitskarte. Die Kosten für rezeptpflichtige Arznei-, Verband- und Heilmittel bei Schwangerschaftsbeschwerden und die Kosten für die Entbindung werden ebenfalls von uns übernommen. Sie brauchen keine Zuzahlung zu leisten.

 

Fahrkosten

Die TK übernimmt für Sie die Fahrkosten im Zusammenhang mit der stationären Entbindung. Darüber hinaus zahlt die TK auch bei

  • notwendigen Rettungsfahrten ins Krankenhaus und
  • Krankentransporten mit einem Krankenwagen.

Zu den Fahrkosten leisten Sie eine Zuzahlung in Höhe von zehn Prozent, mindestens fünf Euro und höchstens zehn Euro, jedoch nicht mehr als die tatsächlichen Kosten.

 

Das gilt auch für Versicherte, die unter 18 Jahre alt sind. Die Zuzahlung ist für jede einfache Fahrt zu leisten, unabhängig davon, welches Verkehrsmittel Sie nutzen.

 

Familienversicherung der TK

Die TK versichert Ihre Familienangehörigen unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei. Erfahren Sie hier, wer familienversichert sein kann und wer nicht.

 

So wie die zahlenden Mitglieder erhalten auch deren mitversicherte Angehörige alle medizinischen Leistungen der TK. Die TK stellt ihnen eine eigene Gesundheitskarte aus, mit der sie selbst zum Arzt gehen und sich behandeln lassen können. Leistungen, für die ein Antrag nötig ist, können Familienversicherte ab 15 Jahren selbst beantragen.

 

Antrag auf Familienversicherung stellen

Sie möchten einen Angehörigen familienversichern? Loggen Sie sich einfach in "Meine TK" ein und füllen Sie den Antrag direkt online aus.

Sie sind noch nicht für "Meine TK" registriert? Ihr Passwort können Sie in wenigen Tagen erhalten.

Oder rufen Sie das TK-ServiceTeam an: 0800 - 285 85 85 (gebührenfrei innerhalb Deutschlands).

 

Wen können Sie familienversichern?

Wenn Sie selbst Mitglied der TK sind, können Sie folgende Angehörigen beitragsfrei mitversichern:

  • Ihre/n Ehepartner/in oder Ihre/n Lebenspartner/in nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz,
  • leibliche und adoptierte Kinder,
  • Kinder familienversicherter Kinder,
  • Stiefkinder und Enkel, für deren Lebensunterhalt überwiegend Sie als Mitglied sorgen, und
  • Pflegekinder, sofern Sie sie nicht beruflich pflegen.

Auch Kinder im Studium sind bis zu ihrem 25. Geburtstag in der Regel über die Eltern mitversichert.

 

Wen können Sie nicht familienversichern?

Nicht familienversichern können Sie Angehörige, die hauptberuflich selbstständig sind, die in einer privaten Krankenversicherung versichert sind oder als Beamte versicherungsfrei sind. Außerdem diejenigen nicht, die selbst versicherungspflichtig sind, zum Beispiel als Arbeitnehmer/in.

 

Es gibt Einkommensgrenzen für die Familienversicherung. Kinder können Sie nur bis zu bestimmten Altersgrenzen familienversichern. Außerdem gibt es bei Kindern eine Einschränkung, wenn Ihr/e Ehepartner/in privat krankenversichert ist.

 

Kinder familienversichern bei privat versichertem Ehepartner

Ist Ihr/e Ehe- oder Lebenspartner/in nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz privat versichert, können Sie gemeinsame Kinder nur dann beitragsfrei bei der TK familienversichern, wenn

  • Ihr Ehe- oder Lebenspartner nicht mehr als 4.687,50 Euro* regelmäßiges Einkommen im Monat hat oder
  • Ihr eigenes Einkommen höher ist als das Ihres Ehe- oder Lebenspartners.

Treffen diese Bedingungen nicht für Sie zu, können Sie für Ihr Kind eine freiwillige Versicherung bei der TK abschließen. Lassen Sie sich dazu von uns beraten: 0800 - 285 85 85 (gebührenfrei innerhalb Deutschlands).

* Hat Ihr/e Ehe- oder Lebenspartner/in sich bereits vor dem 31. Dezember 2002 privat versichert und ist zugleich angestellt beschäftigt, gilt eine niedrigere Einkommensgrenze von 4.237,50 Euro.

 

Einkommensgrenzen

Wenn Ihr Familienmitglied insgesamt regelmäßig mehr Einkommen hat als monatlich 415 Euro oder - bei geringfügig Beschäftigten - mehr als 450 Euro im Monat, ist keine Familienversicherung möglich.

 

Was zählt zum Gesamteinkommen?

 

Zum Gesamteinkommen zählt zum Beispiel das Bruttogehalt für eine angestellte Tätigkeit oder Einkommen aus einer Selbstständigkeit, Renten, Mieteinnahmen oder Zinsen auf Kapitalvermögen. Zuschläge, die Sie lediglich wegen Ihres Familienstands bekommen, zum Beispiel Kinderzuschläge, zählen nicht dazu.

 

Von diesem Gesamteinkommen können Sie Werbungskosten, Abschreibungen und Sparerfreibeträge abziehen.

 

Nicht zum Gesamteinkommen gehören BAföG-Leistungen, Unterstützungsleistungen von Eltern an ihre Kinder - es sei denn, sie müssen versteuert werden -, Elterngeld, Kindergeld, Wohngeld oder Beträge für Kindererziehungszeiten bei Renten.

 

Altersgrenzen für Kinder

Nicht berufstätige Kinder können bis zu ihrem 23. Geburtstag familienversichert bleiben und sogar bis zum 25. Geburtstag, wenn sie noch zur Schule gehen, eine Berufsausbildung machen, studieren oder ohne Bezahlung ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder einen Jugendfreiwilligendienst im Ausland absolvieren. Sind Ihre Kinder berufstätig und werden dadurch versicherungspflichtig, endet ihre Familienversicherung unabhängig von ihrem Alter.

 

Wann ist eine Verlängerung möglich?

 

Hat sich die Ausbildung eines Kindes durch einen Wehr- oder Bundesfreiwilligendienst verzögert? Oder durch ein freiwilliges soziales Jahr oder einen ähnlichen Dienst nach dem Jugendfreiwilligendienstgesetz ab Juli 2011? Dann kann Ihr Kind noch so lange weiter nach dem 25. Geburtstag familienversichert bleiben, wie der Dienst gedauert hat, maximal jedoch ein Jahr.

 

Behinderte Kinder können dauerhaft familienversichert bleiben, wenn sie auch als Erwachsene nicht selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Die Behinderung muss allerdings während der Familienversicherung begonnen haben.

 

Wann endet die Familienversicherung?

Die Familienversicherung endet, wenn die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind. Zum Beispiel, wenn Ihr Familienangehöriger

  • höhere Einnahmen hat als die Einkommensgrenze von monatlich 415 Euro - oder 450 Euro aus einem Minijob,
  • die Altersgrenzen überschreitet,
  • sich hauptberuflich selbstständig macht und mehr als 415 Euro pro Monat verdient,
  • anfängt, als Angestellte/r mit mehr als 450 Euro Gehalt pro Monat zu arbeiten.

Die Familienversicherung bei der TK endet auch, wenn Sie selbst als Mitglied Ihre Mitgliedschaft beenden, zum Beispiel, wenn Sie kündigen oder selbst familienversichert werden. Ihre vorher familienversicherten Angehörigen können sich dann unter Umständen freiwillig in der TK weiterversichern.

Änderungen bitte mitteilen

Bitte informieren Sie die TK über alle Änderungen, die sich auf die Familienversicherung auswirken können. Zum Beispiel, wenn ein Angehöriger sich erstmals selbst versichert oder wenn sich der Familienstand oder das Einkommen ändert - die TK benötigt diese Informationen.

 

Unabhängig davon ist die TK verpflichtet, regelmäßig zu überprüfen, ob die Familienversicherung weiterhin bestehen bleiben kann. Dies geschieht normalerweise einmal im Jahr. Bei Kindern bis zum 15. Lebensjahr und bei Ehe- oder Lebenspartnern ab 65 Jahren ist die Prüfung nur alle drei Jahre nötig.

 

Geburtsvorbereitung

Die TK bezahlt für werdende Mütter Geburtsvorbereitungskurse mit bis zu 14 Stunden, die von Hebammen oder Krankengymnasten durchgeführt werden.

 

Unsere Empfehlung ist, dass Sie in der 26. Schwangerschaftswoche mit den Kursstunden beginnen. Werden die Kurse in Doppelstunden zusammengefasst, empfehlen wir den Beginn ab der 33. Woche. Sie können die Kurse allein, mit Ihrem Partner oder mit einer anderen Begleitperson besuchen. Ihr Partner oder die Begleitperson muss allerdings selbst für die Teilnahmegebühr aufkommen.

 

In den Kursen wird ausführlich über den Verlauf der Schwangerschaft informiert. Sie lernen gymnastische Übungen und Übungen zur Atemtechnik. Auch die psychische Vorbereitung auf Geburt und Wochenbett kommt nicht zu kurz.

 

Nähere Informationen über Geburtsvorbereitungskurse erhalten Sie bei Ihrem Arzt, bei Hebammen oder auch im Krankenhaus. Gehen Sie zu einer Krankengymnastin, müssen Sie eine Verordnung von Ihrem Arzt vorlegen.

 

Die Kosten werden grundsätzlich direkt mit uns abgerechnet. Sie brauchen beim Kursanbieter also nur Ihre TK-Gesundheitskarte vorzulegen.

 

Haushaltshilfe

Haushaltshilfe erhalten Sie, wenn Sie Schwangerschaftsbeschwerden haben, die über das übliche Maß hinaus gehen und Sie Ihren Haushalt deshalb nicht weiterführen können. Das gilt auch dann, wenn Sie ambulant entbinden.

 

Voraussetzung für die Kostenübernahme ist allerdings, dass niemand in Ihrem Haushalt lebt, der die nötigen Aufgaben erledigen kann.

Häusliche Pflege

Sie benötigen wegen Beschwerden in der Schwangerschaft oder nach der Entbindung Hilfe bei der täglichen Pflege? Diese können Sie erhalten, wenn Ihr Arzt oder die Hebamme eine Bescheinigung über die Notwendigkeit Ihrer Pflege ausstellt.

 

Darin nicht eingeschlossen sind allerdings Unterstützung in der hauswirtschaftlichen Versorgung oder medizinische Behandlungspflege.

 

Eine zeitliche Begrenzung vor der Entbindung gibt es nicht. Nach der Entbindung können Sie diese Hilfe so lange in Anspruch nehmen, wie Sie noch durch die Folgen der Geburt geschwächt sind.

 

Kann eine in Ihrem Haushalt lebende Person Ihre Pflege vollständig oder teilweise übernehmen, reduziert sich der Umfang der häuslichen Pflege. Zuzahlungen fallen für diese Leistung nicht an.

 

Hebammen-Rufbereitschaft

Die TK bietet zusätzliche Leistungen von Hebammen bei Schwangerschaft und Mutterschaft an.

 

Für Geburten ab 1. Januar 2013 erstattet die TK Ihnen als zusätzliche Satzungsleistung die Kosten, die für die Rufbereitschaft der Hebamme entstehen.

 

Inhalt der Leistung

Sie möchten bei der Geburt individuell von einer persönlich ausgewählten freiberuflich tätigen Hebamme Ihres Vertrauens betreut werden?

 

Damit die Hebamme Ihres Vertrauens in den letzten Schwangerschaftswochen ständig für Sie abrufbereit ist, wird zwischen Ihnen und der Hebamme eine Rufbereitschaft vereinbart. Für die Rufbereitschaft berechnet die Hebamme Ihnen eine Pauschale.

 

Erstattet werden Ihnen die Kosten, die für die Rufbereitschaft einer freiberuflich tätigen Hebamme entstehen, bis zu maximal 250 Euro je Schwangerschaft. Voraussetzung ist, dass die Hebamme als Leistungserbringerin in Deutschland zugelassen ist.

 

Wie erfolgt die Erstattung?

Die Rechnung der Hebamme für die Rufbereitschaft bezahlen Sie zunächst selbst und anschließend reichen Sie diese im Original bei der TK ein. Die TK überweist dann den Erstattungsbetrag auf das von Ihnen angegebene Konto.

 

Hebammenbetreuung nach der Geburt

Auch in den ersten Wochen nach der Geburt haben Sie noch Anspruch auf Hebammenhilfe.

 

Die Hebamme kommt nach Hause und gibt Tipps zur gesunden Ernährung, zum Stillen und zur Rückbildung, zur Hautpflege sowie zu anderen Fragen im Umgang mit dem Neugeborenen. Außerdem ist sie Ansprechpartnerin für alle Sorgen und Probleme der jungen Familie.

 

Sie können die Hebamme bis zu acht Wochen nach der Entbindung in Anspruch nehmen. Die zusätzliche Inanspruchnahme einer Laktationsberaterin (Stillberaterin) gehört nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Kosten hierfür dürfen die Krankenkassen nicht übernehmen.

 

Wenn Sie sich für Hebammenhilfe interessieren, sollten Sie sich möglichst schon während der Schwangerschaft bei einer Hebamme anmelden. Welche Hebamme in der Nähe ist und Sie während der Schwangerschaft betreuen kann, können Sie über Ihren Arzt, die Gesundheitsämter, Familienbildungsstätten oder Krankenhäuser erfahren.

 

Auskünfte erteilen auch:

  • "Bund Deutscher Hebammen" in Karlsruhe (Tel. 0721/ 981 89-0)
  • "Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e. V." in Frankfurt am Main (Tel. 069/7953 4971)

Neben der reinen Nachsorge übernehmen wir auch die Kosten für bis zu zehn Stunden Rückbildungsgymnastik, wenn sie von Hebammen oder Physiotherapeuten (Krankengymnasten) erbracht wird und die Rückbildungsgymnastik bis zum Ende des neunten Monats nach der Geburt abgeschlossen wird.

 

Die Gebühren für die Nachsorge sowie die Rückbildungsgymnastik rechnet die Hebamme direkt mit uns ab. Mit einer ärztlichen An- beziehungsweise Verordnung rechnen die Physiotherapeuten die Gebühren für die Rückbildungsgymnastik ebenfalls direkt mit uns ab. Durch die Direktabrechnung entstehen Ihnen keine Mehrkosten. Sollten die Hebammen beziehungsweise die Physiotherapeuten keine Direktabrechnung anbieten, setzen Sie sich bitte vor Beginn der Kurse mit Ihrer TK vor Ort in Verbindung.

 

Mutterschaftsgeld

Wie beantrage ich Mutterschaftsgeld und wann erhalte ich die Überweisung? Alles zu diesem Thema haben wir hier für Sie zusammengefasst.

 

Wer hat Anspruch auf Mutterschaftsgeld?

Grundsätzlich kann die TK Ihnen Mutterschaftsgeld zahlen, wenn Sie auch Anspruch auf Krankengeld haben. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel

Wer kann kein Mutterschaftsgeld erhalten?

Sie haben keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld, wenn

  • Sie Adoptivmutter sind,

  • Sie Arbeitslosengeld I beziehen und für Sie während des Bezugs von Elterngeld Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht und eine neue Schutzfrist beginnt,

  • Sie Arbeitslosengeld II erhalten, da hier grundsätzlich kein Anspruch auf Krankengeld besteht. Klären Sie bitte mit Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit weitere Leistungsansprüche ab.

  • Sie in einem Beamtenverhältnis stehen. Hier erhalten Sie während der Schutzfrist Ihre Bezüge weiter,

  • Sie familienversichert sind.

Wie beantrage ich Mutterschaftsgeld?

Während der Schwangerschaft stellt Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Hebamme eine Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstag aus: das "Zeugnis über den mutmaßlichen Tag der Entbindung". Sie erhalten es in zweifacher Ausfertigung - eine für Sie, zum Beispiel zur Vorlage beim Arbeitgeber, und eine für Ihre Krankenkasse. Die "Ausfertigung für die Krankenkasse" gilt als Antrag für Mutterschaftsgeld. Bitte ergänzen Sie die Bescheinigung um Ihre eigenen Angaben und senden sie unterschrieben an die

 

Techniker Krankenkasse

20910 Hamburg

 

Wichtiger Hinweis:

Damit Sie das Mutterschaftsgeld pünktlich erhalten, schicken Sie die "Ausfertigung für die Krankenkasse" am besten noch vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin an die TK.

 

In welcher Zeit rund um die Entbindung muss ich nicht arbeiten?

Ihre sogenannte Schutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstag und endet acht Wochen nach der tatsächlichen Geburt Ihres Kindes. In der Zeit vor der Geburt dürfen Sie arbeiten, wenn Sie  sich dazu ausdrücklich bereit erklären. Diese Erklärung können Sie jederzeit widerrufen.

 

Sie hatten eine Früh- oder Mehrlingsgeburt? Dann verlängert sich Ihre Schutzfrist nach der Geburt von acht auf zwölf Wochen. Bitte reichen Sie uns dazu die Bescheinigung des Arztes im Original ein.

 

Wichtig: Nach der Geburt besteht ein absolutes Beschäftigungsverbot.

 

Was ist ein Beschäftigungsverbot und wann gilt es?

Beschäftigungsverbote werden durch das Mutterschutzgesetz geregelt. Man unterscheidet zwischen einem individuellen und einem generellen Verbot.

 

Beim individuellen Beschäftigungsverbot dürfen werdende Mütter nicht arbeiten, wenn das Leben oder die Gesundheit von Mutter oder Kind gefährdet ist. Ihr Arzt bestätigt das in Form von einer Bescheinigung. Sie reichen sie beim Arbeitgeber ein.

 

Das generelle Beschäftigungsverbot gilt für Schwangere, die normalerweise schwere, körperliche Arbeiten verrichten oder schädlichen Einwirkungen ausgesetzt sind, zum Beispiel gesundheitsgefährdende Stoffe, Strahlen, Gase, Kälte oder Lärm.

 

Wichtiger Hinweis: Während des Beschäftigungsverbotes zahlt der Arbeitgeber Ihr Gehalt weiter.

 

Wie viel Mutterschaftsgeld bekomme ich gezahlt?

Als Beschäftigte erhalten Sie täglich bis zu 13 Euro von der TK. Die Differenz zu Ihrem Nettogehalt stockt Ihr Arbeitgeber auf. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel

Wann wird mir mein Mutterschaftsgeld überwiesen?

Wenn Sie uns die Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstag einreichen, erhalten Sie Mutterschaftsgeld für die ersten sechs Wochen Ihrer Schutzfrist. Diese sogenannte Abschlagszahlung wird frühestens 50 Tage vor Ihrem mutmaßlichen Entbindungstag überwiesen. Sie erhalten außerdem automatisch eine schriftliche Bestätigung, einen Antrag auf Familienversicherung  und die "Erklärung für die Zahlung von Mutterschaftsgeld" nach der Geburt.

 

Für diese weitere Zahlung benötigen wir folgende Unterlagen von Ihnen:

  • Geburtsbescheinigung des Standesamtes im Original - sie enthält den Vermerk "Gilt nur für die Hilfe bei Schwangerschaft und Mutterschaft",

  • Unser ausgefülltes Formular "Erklärung für die Zahlung von Mutterschaftsgeld" im Original

  • zusätzlich bei einer Frühgeburt eine gesonderte Bestätigung im Original. Ihr Arzt bestätigt, ob eine Frühgeburt vorlag und stellt den Nachweis kostenfrei aus.

Zusätzlich zur zweiten Zahlung erhalten Sie unter anderem eine Bestätigung für die Elterngeldstelle und unser Formular "Meine Angaben zur Elternzeit". Bitte senden Sie uns dieses ausgefüllt zurück, damit wir Ihre weitere Versicherung klären können.

 

Mein Arbeitsverhältnis endet während der Schutzfrist. Wie geht es weiter?

Mein Arbeitgeber hat mir gekündigt.

 

Kündigt Ihnen Ihr Arbeitgeber, ohne von Ihrer Schwangerschaft zu wissen, gilt das Arbeitsverhältnis als beendet. Die Kündigung wird unwirksam, wenn Sie Ihren Arbeitgeber innerhalb von zwei Wochen nach der Kündigung über die Schwangerschaft informieren. Versäumen Sie diese Frist, gelten Sie nicht mehr als beschäftigt. Dadurch erhalten Sie unter Umständen weniger oder gar kein Mutterschaftsgeld.

 

Wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber trotz Schwangerschaft kündigen möchte, benötigt er die Zustimmung der obersten Landesbehörde für Arbeitsschutz oder einer von dieser Behörde bestimmten Stelle.

 

Trotz einer zulässigen Kündigung sind Sie während Ihrer Schutzfrist finanziell gut abgesichert. Sie erhalten Mutterschaftsgeld für die Dauer der Schutzfrist, auch wenn Sie inzwischen Leistungen von der Agentur für Arbeit bekommen. Wichtig ist nur, dass Sie weiterhin als Mitglied bei der TK versichert sind.

 

Mein befristeter Arbeitsvertrag läuft in der Schutzfrist aus.

 

Auch dann sind Sie bei der TK weiterhin finanziell gut abgesichert. Sie erhalten das Mutterschaftsgeld für die gesamte Dauer der Schutzfrist - nur die Höhe ändert sich. Nach dem Ende Ihrer Beschäftigung zahlen wir Ihnen das Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes, vorausgesetzt, dass Sie zu Beginn der Schutzfrist TK-Mitglied sind.

 

Mein Arbeitsverhältnis endet ohne Kündigung.

 

Dies ist zum Beispiel bei einem Auflösungsvertrag der Fall, also einer Beendigung im gegenseitigen Einvernehmen, oder wenn Ihr befristeter Arbeitsvertrag vor der Schutzfrist endet. Ob Sie in diesem Fall Mutterschaftsgeld erhalten, hängt davon ab, was Sie anschließend machen. Bitte rufen Sie unser Servicezentrum unter der Telefonnummer 040 - 46 06 62 51 10 an, damit wir Sie beraten können. Wir sind Montag bis Donnerstag 8-18 Uhr, Freitag von 8-16 Uhr  für Sie da.

 

Vorsorgeuntersuchungen und Arzneimittel

Die TK übernimmt die Kosten, die für die Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft anfallen.

 

Nur eine regelmäßige ärztliche Betreuung gewährleistet, dass Krankheiten oder Probleme in der Schwangerschaft rechtzeitig erkannt und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden kann.

 

Wichtig: Arbeitgeber sind verpflichtet, die Zeit für die Schwangerenvorsorge ohne Verdienstausfall freizugeben!

 

Arzneimittel

Die Kosten für die im Rahmen der vertragsärztlichen Behandlung verordnungsfähigen Arznei-, Verband-, Heil und Hilfsmittel bei Schwangerschaftsbeschwerden oder im Zusammenhang mit der Entbindung, werden von der TK ebenfalls übernommen. Sie brauchen keine Zuzahlung zu leisten.