Koordination ist kinderleicht

Der einführende Film zu "Koordination ist kinderleicht" zeigt Eltern, wie sie mit einfachen Mitteln Spiele im Alltag entwickeln können, mit denen sie ihren Kindern helfen können, ihre koordinativen Fähigkeiten auszubauen. Plus: Zwölf kurze Filme mit einfachen Koordinationsspielen.

 

 

Viele Kinder sind nicht in der Lage, selbst einfache Bewegungen gut koordiniert auszuführen. Dabei ist die Fähigkeit, den eigenen Körper im Gleichgewicht zu halten und auch komplexe Bewegungen genau, schnell und variabel zu steuern, immens wichtig für eine gesunde Entwicklung - und eigentlich auch kinderleicht.

 

Der Film "Koordination ist kinderleicht" ist die Einführung zu zwölf weiteren kurzen Filmen. Darin zeigen Ihnen Mütter und ihre Kinder, wie einfach sich spielerische Übungen für mehr Koordination in den Alltag integrieren lassen.

 

Erstellt hat die TK die Filme zusammen mit den Heidelberger Sportwissenschaftlern Professor Dr. Klaus Roth und Dr. Mareike Pieper sowie dem Hamburger Filmemacher Holger Braack. Der Film wird ergänzt durch zwölf Kurzfilme mit Spielen zur Koordination.

 

Koordination trainieren

Wenn Kinder ihre koordinativen Fähigkeiten steigern, dann verbessern sie vor allem die Tüchtigkeit, sich an vier Anforderungen anzupassen: genau zu sein, schnell zu sein, sich variabel bewegen zu können und auch komplexe Bewegungen nacheinander oder gleichzeitig zu bewältigen.

 

Fordern ja, überfordern nein

Koordination üben Sie deshalb mit Ihrem Kind am besten, wenn Sie Spiele einsetzen, bei denen es darum geht, sich genau, schnell und variabel zu bewegen. Oder Spiele, die komplex sind, weil in ihnen mehrere Bewegungen gleichzeitig oder nacheinander miteinander verknüpft werden.

 

Stellen Sie ihm interessante Aufgaben, bei denen es auf diese Anforderungen ankommt. Hat es Spaß und erlebt es Erfolge, wird es viele eigene Bewegungsideen entwickeln und so ganz von selbst seine koordinativen Fähigkeiten ausbauen.

 

Nutzen Sie dabei immer Bewegungen, die Ihr Kind schon beherrscht, zum Beispiel hüpfen, laufen, etwas werfen oder balancieren. Dann variieren Sie das Spiel mit zusätzlichen Anforderungen, zum Beispiel: Kannst du das auch rückwärts? Oder mit geschlossenen Augen? Damit machen Sie das Spiel interessanter, und Ihr Kind erweitert seine Fähigkeiten.

 

Schauen Sie genau hin. Kann Ihr Kind etwas noch nicht, machen Sie die Übung einfacher. Immer so, dass das Kind die grundlegende Bewegung auch wirklich beherrscht. So hat es schneller Erfolgserlebnisse und merkt selbst, dass es Fortschritte macht - und das motiviert am meisten. Ihr Lob darf natürlich auch nicht fehlen.

 

Zwölf Koordinationsspiele

Ob drinnen oder draußen: So schaffen Sie Kindern Möglichkeiten, ihre Koordination zu verbessern.

 

Spiel "Becher und Ball"

Fangspiele wie "Becher und Ball" helfen Ihrem Kind, sich genau und schnell bewegen zu lernen. Becher und Bälle können Sie auch zum Balancieren benutzen.

 

Übrigens: Mit jeder Variante, die Kinder ausprobieren, entwickeln sie ihre Koordination noch ein Stück mehr. Schauen Sie doch einfach mal zu.

 

Dauer: 2:07 Minuten

 

 

Einer wirft den Ball, der andere fängt ihn mit dem Becher auf. Das Fangen ist leichter, wenn der Ball vorher auf dem Boden aufprallt. Als Variante kann Ihr Kind sich zum Beispiel vor dem Fangen einmal um sich selbst drehen oder den Ball selbst mit einer Hand hochwerfen und mit der anderen auffangen.

 

Eine weitere Variante ist "Basketball": Einer hält den Becher in verschiedenen Höhe, zum Beispiel vor dem Bauch oder vor der Brust, der andere wirft den Ball hinein. Sie können den Ball auch über einen großen Tisch rollen und dann fangen lassen. Zusammen finden Sie bestimmt noch viele weitere Ideen, was Sie mit Becher und Ball anfangen können.

 

Balancespiele

Beim Balancieren lernt Ihr Kind vor allem, sich genau und flexibel zu bewegen.

 

Hier balancieren Kinder mit Bechern aus dem Küchenschrank, auf der ausgestreckten Hand, auf dem Kopf, rückwärts, vorwärts, mit geschlossenen Augen und haben noch eine Menge weiterer Ideen, was sie damit anfangen können.

 

Dauer: 2:03 Minuten

 

 

Auch Kochlöffel, Stöcke, Bälle oder leeren Wasserflaschen können Sie zum Balancieren nutzen. Versuchen Sie es zuerst im Stehen, dann im Gehen. Geht es auch mit geschlossenen Augen? Oder über kleine Hindernisse, zum Beispiel Kissen. Vielleicht kann Ihr Kind ja sogar dabei auf einen Stuhl steigen.

 

Spiele mit dem Luftballon

Mit Luftballons spielen macht Spaß und fördert die Koordination. Denn man kann dabei üben, sich schnell, genau und variabel zu bewegen und sogar mehrere Bewegungen miteinander zu verknüpfen.

 

Dauer: 2:07 Minuten

 

 

Wir haben noch mehr Vorschläge: Die Kinder können vor dem Fangen einen Gegenstand berühren, den Sie ihnen benennen, oder in die Hände klatschen. Vielleicht fallen Ihnen ja noch weitere Varianten ein. Zum Beispiel Balancieren mit Luftballons - etwa auf einer Klopapierrolle, im Gehen, auf Zehenspitzen, auf den Fersen und um Hindernisse herum.

 

Spiel "Himmel und Hölle"

Hüpfspiele wie "Himmel und Hölle" trainieren das Gleichgewicht und die Fähigkeit, auch komplexe Bewegungen genau und sicher zu bewältigen. Seit Urzeiten spielen Kinder dieses Spiel in unterschiedlichsten Variationen.

 

Dauer: 1:52 Minuten

 

 

Anleitung für das Hüpfspiel "Himmel und Hölle"

Wie genau die Kästchen auf dem Boden aufgezeichnet werden, ist gar nicht so wichtig. Hauptsache, es gibt ein paar sinnvolle Spielregeln.

 

Zum Beispiel diese: Malt euch das Spiel nach dem gezeichneten Muster auf. Dann nimmt jeder einen kleinen Stein. Das Kästchen ganz unten ist die Hölle. Die müsst ihr auch immer überspringen.

 

Das Spiel spielt ihr abwechselnd. Das erste Kind wirft den Stein ins erste Kästchen. Hast du das Kästchen getroffen, hüpfst du von Kästchen zu Kästchen, immer den Zahlen nach. Die Hölle und das Kästchen, in dem der Stein liegt, überspringst du.

 

Dort, wo nur ein Kästchen ist, hüpfst du auf einem Bein. Wo zwei Kästchen nebeneinander liegen, also bei der 4 und 5 und bei der 7 und 8, machst du eine Grätsche: Jeder Fuß kommt in ein Kästchen. In den Himmel springst du mit beiden Beinen. Du kannst dich auch dabei umdrehen. Im Himmel kannst du dich ausruhen. Dann hüpfst du die Kästchen wieder zurück. Das Kästchen mit dem Stein überspringst du wieder. Vorher nimmst du aber den Stein mit.

 

In der nächsten Runde wird der Stein ins zweite Kästchen geworfen und immer so weiter.

 

Das Aufräumspiel

Wer räumt schon gern auf? Mit dem Aufräumspiel wird eine Koordinationsübung daraus, mit der Ihr Kind vor allem die Zielgenauigkeit trainiert. Mit Varianten lassen sich auch das Bewegungsgefühl und das Verknüpfen von Bewegungen üben.

 

Zielwerfen in die Spielzeugkiste - damit dauert das Aufräumen zwar etwas länger, wird aber auch spannender. Wer trifft die Spielzeugkiste am besten? Wer schafft es, das Spielzeug auch rückwärts oder zwischen den Beinen hindurch hineinzuwerfen? Die Kinder probieren es aus.

 

Dauer: 2:20 Minuten

 

 

Ballspiele

Ballspiele sind prädestiniert dafür, die koordinativen Fähigkeiten zu entwickeln. Zum Beispiel, sich genau, schnell und variabel zu bewegen. Mathis und Lucas zeigen, wie das sogar im Wohnzimmer geht.

 

Mit dem richtigen Ball, zum Beispiel einem Schaumstoffball, können sie sogar in der Wohnung Fußball spielen. Sie schaffen es sogar, mit drei Bällen gleichzeitig zu spielen.

 

Dauer: 1:31 Minuten

 

 

Auch möglich: Dosenwerfen, Basketball in den Papierkorb oder Kegeln - mit kleineren Bällen sogar auf einem Tisch.

 

Spiel "Gleichgewicht halten"

Beim Balancieren üben Kinder, ihre Bewegungen genau zu steuern und so immer besser ihr Gleichgewicht zu halten - zuerst langsam vorwärts, dann schneller, dann rückwärts.

Dauer: 2:36 Minuten

 

 

Balancieren können Kinder überall. Zum Beispiel auf einer kleinen Mauer, auf einem Seil, das Sie im Wohnzimmer auf den Boden legen, auf den Fugen zwischen Pflastersteinen, sogar auf der Sofalehne. Am besten lassen Sie Ihr Kind selbst Ideen für Varianten entwickeln.

 

Spiel "Steinekicken"

Beim Spiel "Steinekicken" trainieren Kinder unter anderem ihre Fähigkeit, sich immer wieder auf Neues einzustellen. Sie lernen auch, ihren Krafteinsatz richtig zu dosieren.

 

Steinekicken können Sie mit Ihren Kindern auf einem Hof, in der Spielstraße oder bei einem Spaziergang auf einem Waldweg. Sie brauchen dazu drei etwa kastaniengroße Steine. Jeweils zwei bilden das Tor, den dritten kicken die Kinder hindurch.

 

Dauer: 1:15 Minuten

 

 

Immer wieder entsteht so aus den zwei Steinen ein neues Tor. Das Ganze geht auch als Mannschaftsspiel: Dazu markieren Sie ein Ziel, jedes Team bekommt drei Steine, und dann heißt es um die Wette kicken. Wer schafft es am schnellsten zum Ziel? Es ist gar nicht so einfach, immer das richtige Tor auszuwählen und den Stein dann so zu kicken, dass er nicht zu kurz, aber auch nicht zu weit fliegt.

 

Spiel "Seilspringen"

Seilspringen ist ein tolles Training für die Koordination. Denn es übt, sich schnell, variabel und genau zu bewegen.

 

Schwingen Sie zum Beispiel ein Seil in Knöchelhöhe im Kreis herum und lassen Sie Ihr Kind darüber springen. Auf einem Bein, mit beiden Beinen zugleich, vorwärts, rückwärts – probieren Sie Varianten aus. Ebenso gut: Wenn zwei das Seil schwingen und ein drittes Kind läuft hindurch, ohne das Seil zu berühren.

 

Dauer:  1:35 Minuten

 

 

Verwenden Sie am besten ein Gymnastikseil, wie es auch im Sportunterricht benutzt wird. Es ist schön weich und fliegt gut.

 

Spiel "Tauziehen"

Tauziehen trainiert das Gleichgewicht und kräftigt die Muskulatur. Kinder brauchen dazu nicht einmal ein Tau - eine alte Decke oder ein großes Handtuch tun es auch. Die "Gegner" sollten möglichst gleich stark sein.

 

Für die meiste Kinder ein Spaß: Zu mehreren gegen einen Erwachsenen ziehen. Tauziehen geht auch im Sitzen oder Liegen. Dann können kleinere Kinder gut mitmachen.

 

Dauer: 1:05 Minuten

 

 

Spiel "Flussüberquerung"

Bei diesem Spiel überqueren die Kinder den riesigen Fluss in der Wohnung. Dabei dürfen sie nur auf die Steine im Fluss treten. Wo der Fluss ist, bestimmen sie selbst: Zum Beispiel von einem Teppichrand zum anderen. Oder den ganzen Flur entlang. Die "Steine" sind zum Beispiel Holzbrettchen, Tücher oder Kissen.

 

Dauer: 1:45 Minuten

 

 

Jedes Kind bekommt zwei "Steine". Auf dem einen steht es, den zweiten legt es vor sich. Dann stelle es sich auf den zweiten "Stein", nimmt den ersten auf, legt ihn vor sich, stellt sich darauf und so weiter. Wer schafft es als erster, den Fluss zu überqueren? Die Kinder können es auch als Team versuchen: Immer zwei Kinder haben zusammen nur zwei gemeinsame Kissen als "Steine": eins, auf dem sie stehen, und eins, das sie vor sich legen können.