Bandscheibenvorfall: OP - ja oder nein?

Bei einem akuten Bandscheibenvorfall haben Betroffene starke Schmerzen. Viele Patienten treffen dann die Entscheidung für eine OP - obwohl das in neun von zehn Fällen nicht nötig gewesen wäre. TK-Versicherte können sich bundesweit in speziellen Schmerzzentren eine fundierte Zweitmeinung einholen. Für eine informierte Entscheidung.

Es passiert oft ganz plötzlich: Ein starker Schmerz im Rücken, Kribbeln in den Fingern und Beinen, Lähmungserscheinungen. Viele Patienten erleben einen akuten Bandscheibenvorfall ohne Vorwarnung - und haben dann zu entscheiden: Soll ich mich operieren lassen - oder kann stattdessen eine konservative Therapie helfen?

 

"Die konservative Therapie besteht im Grundsatz in ausreichender Schmerzbehandlung und möglichst frühzeitig einsetzender Physiotherapie", erklärt  Dr. Thomas Schang vom TK-Ärztezentrum und ergänzt: "Ruhigstellung oder gar Bettruhe müssen vermieden werden. Auch Entspannungsverfahren können unter anderem helfen."

 

So oft wird an den Bandscheiben operiert

Operationen an der Wirbelsäule sind von 2006 bis 2011 um rund 136 Prozent angestiegen - von rund 97.000 auf etwa 229.000 Eingriffe. Beobachtet wird dieser Anstieg besonders bei Operationen rund um die Bandscheibe - hier besteht ein Plus von 58 Prozent.

 

Wann ist eine Bandscheiben-OP wirklich nötig?

"Eine Operation der Bandscheibe wird immer dann dringend empfohlen, wenn Lähmungserscheinungen auftreten oder wenn Blase und Darm nicht mehr kontrolliert werden können und der Patient unter Inkontinenz leidet", betont Schang und ergänzt: "In allen anderen Fällen müssten Arzt und Patient die Entscheidung für oder gegen eine Operation individuell abwägen."

 

Die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen gehört in die Hand von Neurochirurgen, Orthopäden und Unfallchirurgen. Sie können aufgrund von Untersuchungsergebnissen einschätzen, ob eine konservative Therapie keine Besserung herbeiführen würde oder den Zustand sogar noch verschlimmern würde. Und Sie können den genauen Zeitpunkt bestimmen, wann eine Bandscheibenoperation erfolgversprechender wäre als eine konservative Behandlung.

 

OP - ja oder nein? Wie Sie richtig entscheiden.

"Viele Menschen sind sich unsicher, ob eine Operation wirklich notwendig ist", erklärt der Leiter des TK-Versorgungsmanagements Klaus Rupp. "Wir wollen ihnen gern Sicherheit geben und unterstützen sie mit unserem Zweitmeinungsangebot dabei, eine informierte Entscheidung zu treffen."

 

Was ist das Zweitmeinungsangebot?

Die Techniker hat bundesweit einen Vertrag mit ausgewählten Schmerzzentren geschlossen, die sich auf die Behandlung von Rücken- und Gelenkerkrankungen spezialisiert haben. So erhalten Versicherte eine fundierte zweite Meinung. Und das macht Sinn. Vergangenheitsdaten belegen: Bei fast neun von zehn Patienten, die in der Vergangenheit eine Zweitmeinung einholten, waren die Eingriffe überflüssig.

 

Spezialisten arbeiten Hand in Hand

In den Zentren arbeiten Schmerztherapeuten, Physiotherapeuten und ein Psychotherapeut Hand in Hand. Jeder Einzelne von ihnen beschäftigt sich intensiv mit den Beschwerden der Patienten. Die Experten entwerfen anschließen gemeinsam ein Behandlungskonzept und sprechen den Therapieplan mit dem behandelndem Arzt ab.

 

Zweitmeinung - Vorteile auf einen Blick

  • Sie können unnötige und belastende Operationen vermeiden.
  • Ihnen werden die Risiken der geplanten Behandlung sowie Behandlungsalternativen aufgezeigt - so werden Zweifel beseitigt.
  • Ausgewählte Spezialisten verschiedener Fachgebiete untersuchen Sie.
  • Bei Bedarf bekommen Sie einen Termin innerhalb von zwei Tagen.
  • Das Expertenteam stimmt sich mit Ihrem behandelnden Arzt ab - so müssen Sie letztlich nicht allein entscheiden.

Wie nutzen Sie das Zweitmeinungsangebot?

Bei Ihnen ist in nächster Zeit eine Operation an Hüfte oder Schulter, dem Knie oder der Wirbelsäule geplant? Wenn Sie das Zweitmeinungsangebot nutzen möchten, erhalten Sie eine Überweisung von Ihrem Arzt an ein entsprechendes Schmerzzentrum.

 

Sie können sich natürlich auch ohne Überweisung eine zweite Meinung einholen. Bringen Sie dafür die "Verordnung zur Krankenhausbehandlung" oder "Überweisung zur Operation" mit.

 

Im Schmerzzentrum klären die Ärzte und Therapeuten mit Ihnen gemeinsam, ob der geplante stationäre Eingriff notwendig ist. Ihre Untersuchungsbefunde und Röntgenbilder bringen Sie bitte zu diesem Termin mit.

 

Persönliche Beratung

Wünschen Sie zu diesem Angebot eine persönliche Beratung, dann wenden Sie sich bitte an unsere Spezialisten oder senden uns eine Beratungsanfrage per E-Mail.

 

Telefon: Telefonnummer:040 - 460 66 20 170

E-Mail: ambulant@tk.de

 

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