Welche Pillen gibt es?

Die verschiedenen Antibabypillen werden in Ein-, Zwei- oder Dreiphasen-Präparate und Minipille eingeteilt - je nach Wirkstoffen und deren Kombination. Außerdem wird häufig von "Generationen" von Pillen gesprochen. Das bezieht sich auf den Zeitpunkt, zu dem die Pille auf den Markt gekommen ist.

Die Pille zählt zu den kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln. Sie werden Kombinationspräparate genannt, weil sie zwei Hormone enthalten: ein Östrogen und ein Gestagen. Diese Pillen werden auch Mikropillen genannt, da sie - im Gegensatz zu den ersten Pillen, die auf den Markt kamen - deutlich geringere Östrogenmengen enthalten.

 

Eine Ausnahme ist die sogenannte Minipille, die nur ein Hormon enthält, ein Gestagen. Für viele Frauen sind hormonelle Verhütungsmittel die bequemste Art, eine Schwangerschaft zu vermeiden: Sie müssen beim Geschlechtsverkehr oder davor nicht mehr an die Verhütung denken und haben selbst die Kontrolle darüber.

Einteilung nach Wirkstoffen und Wirkstoff-Kombinationen

Je nach Inhaltsstoffen und Dosierungen unterscheidet man folgende Antibabypillen:

  • Die meisten Einphasenpillen enthalten 21 Dragees mit jeweils der gleichen Menge von Östrogen und Gestagen. Danach folgt eine siebentägige Einnahmepause. Es gibt auch Einphasenpillen mit 22 oder 24 Tabletten in einer Packung. Bei diesen Präparaten sind nur sechs beziehungsweise vier Tage ohne Pilleneinnahme vorgesehen. Außerdem sind Einphasenpillen mit 28 Dragees in der Packung erhältlich. In den letzten sechs oder sieben Tagen des Zyklus nimmt man eine Tablette ohne Wirkstoff.

  • Die Zweiphasenpille und die Dreiphasenpille enthalten Östrogen und Gestagen in unterschiedlichen Konzentrationen, die dem weiblichen Zyklus angepasst sind.

  • Die Minipille besteht nur aus Gestagenen. Sie muss jeden Tag zur selben Uhrzeit genommen werden, damit sie sicher verhütet.

 

Eine Pille - vier Generationen

Seitdem die Antibabypille 1961 auf den deutschen Markt kam, ist sie stetig weiterentwickelt worden.

 

Die erste Generation der Pille enthielt noch sehr große Mengen an Östrogen und das Gestagen Norethisteron. Sie spielt heute in dieser Zusammensetzung keine Rolle mehr. Im Handel sind heute nur noch Mikropillen mit einer deutlich geringeren Menge Östrogen und dem Gestagen Norethisteron.

 

Nach der allerersten Pille folgten nur noch Präparate mit deutlich reduzierten Östrogenmengen, die mit dem Gestagen Levonorgestrel kombiniert wurden. Die jüngsten Antibabypillen enthalten neu entwickelte Gestagene, beispielsweise Gestoden oder Desogestrel bei den Pillen der dritten Generation und Drospirenon (vierte Generation).

 

Die folgende Liste gibt einen Überblick über die 40 am häufigsten verschriebenen Pillen im Jahr 2014 in Deutschland, aufgeteilt nach Generationen:

 

Präparate der 1. und 2. Generation

Präparat

Hersteller (Markteinführung)

Gestagen

Asumate®

Velvian (08/2010)

Levonorgestrel

Evaluna®

Madaus (08/2010)

Levonorgestrel

Femigoa®

Pfizer (02/1992)

Levonorgestrel

Femigyne®

ratiopharm (02/2011)

Levonorgestrel

Femikadin®

Dr. Kade/Besins (06/2012)

Levonorgestrel

Illina®

Sandoz (04/2008)

Levonorgestrel

Leanova AL®

Aliud (07/2012)

Levonorgestrel

Leios®

Pfizer (04/1996)

Levonorgestrel

Leona-Hexal®

Hexal (04/2008)

Levonorgestrel

Levomin®

mibe (03/2011)

Levonorgestrel

Microgynon®

KohlPharma (01/1994)

Levonorgestrel

Minisiston®

Jenapharm (01/1981)

Levonorgestrel

Minisiston® 20

Jenapharm (10/2007)

Levonorgestrel

Swingo®

Aristo Pharma (04/2011)

Levonorgestrel

Trigoa®

Pfizer (10/1995)

Levonorgestrel

 

Pillen der 3. und 4. Generation

 Präparat

Hersteller (Markteinführung)

Gestagen

Aida®

Jenapharm (09/2006)

Drospirenon

Aristelle®

Aristo Pharma (03/2012)

Dienogest

Belara®

Grünenthal (02/1992)

Chlormadinon

Bellissima®

Madaus (10/2008)

Chlormadinon

Bonadea®

Zentiva (02/2012)

Dienogest

Chariva®

Gedeon Richter (12/2009)

Chlormadinon

Chloee®

Zentiva Pharma (02/2012)

Chlormadinon

Desmin®

Gedeon Richter (10/1998)

Desogestrel

Dienovel®

mibe (08/2012)

Dienogest

Enriqua®

Jenapharm (12/2009)

Chlormadinon

Lamuna®

Hexal (09/2000)

Desogestrel

Lilia®

Aristo Pharma (03/2010)

Chlormadinon

Maitalon®

Gedeon Richter (05/2012)

Drospirenon

Maxim®

Jenapharm (01/2011)

Dienogest

Mayra®

Madaus (02/2012)

Dienogest

Minette®

Dr. Kade/Besins (06/2012)

Chlormadinon

Mona-Hexal®

Hexal (12/2009)

Chlormadinon

Neo-Eunomin®

Grünenthal (01/1985)

Chlormadinon

Starletta Hexal®

Hexal (09/2012)

Dienogest

Valette®

Jenapharm (03/1995)

Dienogest

Velafee®

Velvian (02/2012)

Dienogest

Yasmin®

Jenapharm (11/2000)

Drospirenon

Yasminelle®

Jenapharm (09/2006)

Drospirenon

Yaz®

Jenpharm (09/2008)

Drospirenon

Zoely®

MSD (01/2012)

Nomegestrolacetat

Quelle: IMS, 2015, nur kombinierte orale Kontrazeptiva / Pillenreport 2015

 

Für den Notfall: Die "Pille danach"