Die für das Aufdehnen verwendeten Instrumente - die Spiegel oder Spekula - gibt es in verschiedenen Größen und Ausführungen. Dabei handelt es sich um ein zweiteiliges Instrument aus Edelstahl. Bei den selbsthaltenden Versionen, den sogenannten Entenschnabel-Spekula, lassen sich die "Schnäbel" nach dem Einführen in die Scheide auseinanderklappen und in der gewünschten Position fixieren. Ihr Vorteil ist, dass der Arzt für die Untersuchung eine Hand frei hat.

Eine andere Spekulum-Variante besteht aus zwei abgerundeten Haken, die nacheinander in die Scheide eingeführt werden. Der Vorteil dieser Variante liegt darin, dass die beiden Teile unabhängig voneinander beweglich sind und der Arzt somit die Vagina in allen Bereichen gut betrachten kann.

Wie wird die Spekulumuntersuchung durchgeführt?

Für die Untersuchung legt sich die Frau auf den gynäkologischen Stuhl, die Füße rechts und links auf der Beinhalterung, und rückt mit dem Unterleib möglichst weit nach vorne an den Rand des Stuhls. In dieser Position, die in der Fachsprache als Steinschnittlage bezeichnet wird, werden unter anderem die Bauchmuskeln entspannt, was vor allem für die späteren Tastuntersuchungen von Bedeutung ist.

Der Arzt wählt nun ein Spekulum, dessen Größe der Dehnbarkeit und Weite der Vagina entspricht. Die Instrumente sollten vorgewärmt sein. Außerdem befeuchtet man sie mit Gleitcreme oder Wasser, falls die Scheide zu trocken ist.

Wichtig ist, dass sich die Patientin möglichst entspannt, ruhig atmet, die Beckenbodenmuskulatur locker lässt und eventuell sogar leicht presst. Eine Spekulumuntersuchung ist im Normalfall vollkommen schmerzlos, bei Verspannung oder Verkrampfung der Scheide ist das Einführen der Instrumente für den Arzt jedoch schwierig.

Das Hineinschieben des Spekulums in die Scheide erfolgt leicht seitlich. Beim zweiteiligen Spekulum wird zuerst das hintere Spekulum in die Scheide geschoben und nach unten gesenkt, dann wird das vordere Spekulum eingeführt.

Was wird bei einer Spekulumuntersuchung untersucht?

Bei der Spekulumuntersuchung inspiziert der Arzt die Wände der Scheide und den Muttermund (Portio). Dabei sucht er unter anderem nach Bindegewebsschwächen, Veränderungen am Gewebe, wie sie zum Beispiel durch Infektionen entstehen, Miss- oder Rückbildungen, Narben, Verletzungen, Lageveränderungen, Blutungsursachen und Ähnlichem.

Im Rahmen dieser Untersuchung kann er zudem Abstriche von Gebärmutterhals und Muttermund entnehmen und diese mikroskopisch auf gut- oder bösartige Veränderungen der Zellen untersuchen. Die gesamte Untersuchung dauert nicht länger als einige Minuten.

Welche Risiken gibt es durch eine Spekulumuntersuchung?

Wirkliche Risiken bestehen bei einer Spekulumuntersuchung nicht. Vor allem sehr junge Frauen empfinden das Einführen der Instrumente oder den Abstrich als ein wenig schmerzhaft. Doch in den meisten Fällen ist dieser Schmerz eher auf die unangenehme Untersuchungssituation zurückzuführen als auf die Untersuchungsmethode selbst. Viele Frauen und Mädchen können sich (vor allem beim ersten Arztbesuch) nicht richtig entspannen. Jeder Arzt wird das verstehen. Die innere Anspannung führt jedoch zu Muskelverspannungen, die nicht nur das Untersuchen für den Gynäkologen schwierig macht, sondern bei der Patientin ein unangenehmes, manchmal sogar schmerzhaftes Gefühl erzeugt.

In den meisten Fällen legt sich diese Nervosität nach einigen Arztbesuchen. Manchmal hilft es sich vorzustellen, dass jeder Gynäkologe und jede Gynäkologin ständig Frauen in dieser Position vor sich sieht, die Situation also nicht als peinlich empfunden werden muss. Sollte eine Frau allerdings aus irgendeinem Grund kein Vertrauen zu ihrem Gynäkologen aufbauen können, empfiehlt es sich, den Arzt zu wechseln.