Wie entsteht ein Polyp?

Täglich produziert die Darmschleimhaut Millionen neuer Zellen, um sich zu erneuern. Das geschieht, indem sich die einzelnen Zellen der Darmschleimhaut nach einem ganz bestimmten Bauplan teilen und so einen Doppelgänger von sich selber herstellen. Die Einzelheiten des Bauplans heißen "genetische Informationen“ und sind im Kern jeder Zelle festgelegt. Bei der Zellteilung wird auch diese Information "weitervererbt“.

Gleichzeitig stößt die Schleimhaut alte, verbrauchte Zellen ab. Sie werden mit den Nahrungsresten im Darm ausgeschieden. Die Anzahl aller Zellen bleibt so im Gleichgewicht. Wenn sich die Zellen an einer Stelle der Schleimhaut häufiger teilen, als die Schleimhaut verbrauchte Zellen abstößt, entsteht ein Überschuss. Die Haufen dieser überzähligen Zellen nennt man Polypen. 90 Prozent dieser Polypen sind harmlos.

Wie entsteht ein Adenom?

Eine andere Art von Gewächsen im Darm nennt man Adenome. Sie können heranwachsen und so pilzartig wie ein Polyp aussehen. Dann nennen es die Ärzte ein "tubuläres Adenom“. Aber es gibt auch eine andere Form des Adenoms, die ganz flach an der Darmwand wächst, das "villöse Adenom“, wie die Mediziner sagen. Manchmal - man weiß nicht genau, warum - verändert sich die genetische Information, also der Bauplan, in den Zellen dieser Adenome. Sie teilen sich dann noch öfter. Vor allem bringen sie nicht mehr genaue Doppelgänger hervor, sondern etwas anders gebaute Zellen, die sich ebenfalls vermehren. So entsteht ein Überschuss veränderter Zellen. Sie wachsen zu einem Geschwür heran, das oft wie ein Pilz aussieht, der im Darm wächst. Dieser Veränderungsprozess verläuft über mehrere Entwicklungsstufen.

Aber nicht alle Adenome werden automatisch zu Krebs. Statistiken zeigen: Von 1.000 großen Adenomen werden jährlich zwischen 30 und rund 400 zu einem Krebs.

Wie entsteht Krebs?

Zwar hat der Körper ein spezielles System, um die Bauplanfehler der Zellen zu reparieren, aber es versagt manchmal, vor allem bei alten Menschen. So kann aus dem Adenom ein Darmkrebs mit kranken Zellen entstehen, die sich unkontrolliert vermehren. "Bösartig“ nennt man einen Krebs, wenn er durch die Darmschleimhaut in die umgebenden Muskelschichten eindringt oder sogar durch die Darmwand nach außen wächst und dabei gesundes Gewebe zerstört. Wenn seine Zellen in die Adern gelangen, die den Darm umgeben, dann schwemmt das Blut die Zellen in andere Teile des Körpers. Dort können sich Tochtergeschwülste bilden, sogenannte Metastasen.

Warum die Zellen der Darmschleimhaut sich manchmal unkontrolliert vermehren und zu einem Adenom und schließlich zu einem Krebs heranwachsen, weiß man nicht genau. Experten machen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, aber auch Tabak- und Alkoholkonsum dafür verantwortlich. Bei einem Teil der Darmkrebserkrankungen können auch genetische Veränderungen nicht ausgeschlossen werden.

Gibt es äußere Anzeichen für Darmkrebs?

Es gibt keine sicheren äußeren Zeichen. Aber manchmal macht sich ein Darmkrebs durch Blut im Stuhl bemerkbar, durch Müdigkeit, leichtes Fieber und Gewichtsverlust. Solche Symptome können auf Darmkrebs hindeuten, können aber auch harmlose Ursachen haben, wie zum Beispiel Hämorrhoiden. Besonders veränderte Stuhlgewohnheiten, zum Beispiel bleistiftdünner Stuhl bei Durchfall, können aber auf Darmkrebs hinweisen. In Extremfällen kann der Tumor den Darm verschließen oder sehr stark bluten.