Die einseitige starke Nierenkolik wird durch eine akute Harnabflussstörung wie beispielsweise durch einen Harnleiterstein ausgelöst.

Harnsteine können sich aus dem Nierenbecken lösen und in Richtung Blase wandern. Während kleine Steine meist kaum Beschwerden verursachen, können größere Steine im Harnleiter stecken bleiben. Die Muskulatur des Harnleiters versucht dann, den Stein in Richtung Blase weiterzubewegen. Im Bereich von Engstellen ist das jedoch oft nicht möglich. Die Muskulatur des Harnleiters gibt aber nicht auf, sondern arbeitet weiter gegen den Stein an und "verkrampft" zunehmend. Auf diese Weise entstehen schließlich die für eine Nierenkolik typischen wehenartigen Schmerzen.

Welche Symptome können auftreten?

Kolikschmerzen werden oft als "vernichtend" erlebt. Je nach Sitz der Harnabflussstörung können die Schmerzen, von der Flanke ausgehend, über den seitlichen Bauch bis in den Hoden, die Penisspitze oder die großen Schamlippen ausstrahlen. Sie können zusammen mit Schweißausbrüchen und Erbrechen auftreten. Der Betroffene ist unruhig und ständig in Bewegung.

Welche weiteren Symptome können bei Nierenkoliken auftreten und was sind die Gefahren?

Ein Stein kommt selten allein. Im Nierenbecken können weitere Steine vorliegen. Einige Patienten berichten deshalb zusätzlich von einem ziehenden oder dumpfen Schmerzgefühl im Bereich der Flanke.

Fieber und Schüttelfrost können auf eine Nieren- oder Nierenbeckenentzündung hinweisen.

Durch eine Entzündung im Urin, die Urosepsis, ist eine Blutvergiftung möglich.

Ein sehr seltener, aber schwerwiegender Notfall ist die Stein-Perforation: Hierbei reißt der Harnleiter ein und der Urin entleert sich in die unmittelbare Umgebung. 

  • Wie kann man bei Nierenkoliken Erste Hilfe leisten?

Bei einer Nierenkolik ist eine sofortige Behandlung angezeigt. Bringen Sie den Betroffenen unverzüglich zum Arzt! Oder wenden Sie sich an den kassenärztlichen Notfalldienst.

Treten Fieber und Schüttelfrost auf, besteht die Gefahr einer Blutvergiftung. Rufen Sie gegebenenfalls den Rettungsdienst! Wählen Sie den Notruf 112!

Kontrollieren Sie regelmäßig Atmung und Bewusstsein des Betroffenen!

Beruhigen Sie den Betroffenen und bleiben Sie bei ihm, bis ein Arzt sich um ihn kümmert!