Mit dem Alter werden die elastischen Gefäßwände starrer und unflexibler, das heißt, die Anpassungsfähigkeit der Gefäße an den Blutdruck nimmt ab. Der fortschreitende Verlust der Gefäßelastizität lässt vor allem den systolischen Blutdruck ansteigen. Ältere Patienten entwickeln dann eine isolierte systolische Hypertonie (ISH). Das bedeutet, dass die systolischen Blutdruckwerte über 140 mmHg liegen, bei zugleich normalen diastolischen Werten unter 90 mmHg. Damit liegt die Differenz zwischen dem systolischen und diastolischen Blutdruckwert weit auseinander: Man spricht von einem erhöhten Pulsdruck.

Je höher der Pulsdruck, desto starrer sind die Blutgefäße. 80 Prozent der über 50-Jährigen Bluthochdruckpatienten haben eine isolierte systolische Hypertonie. Der diastolische Blutdruck erreicht bei Männern bis zum 60. Lebensjahr und bei Frauen bis zum 70. Lebensjahr sein Maximum und fällt danach wieder leicht ab.

Systolische Hypertonie konsequent behandeln

Für eine konsequente Hochdrucktherapie ist es nie zu spät. Auch für Patienten jenseits des 65. Lebensjahres kann die Hochdrucktherapie das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko senken und die Lebenserwartung verlängern.

Ziel der Therapie bei Patienten unter 80 Jahren ist es, den diastolischen Blutdruck unter 90 mmHg und den systolischen Blutdruck unter 140 mmHg zu senken. Bei Patienten ab 80 Jahren reicht eine Absenkung des systolischen Blutdrucks auf Werte unter 150mmHg. Wie weit der Blutdruck sinken sollte, hängt in dieser Altersgruppe vom allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Langsame Blutdrucksenkung

Nebenwirkungen von Medikamenten treten im Alter häufiger auf. Deshalb ist es wichtig die hohen Blutdruckwerte langsam zu senken. Der Arzt dosiert die Medikamente zu Beginn entsprechend niedrig und steigert die Dosis langsam über mehrere Wochen. So kann der Körper sich besser an den niedrigen Blutdruck gewöhnen.

Außerdem beobachtet der Arzt die im Alter nachlassenden Funktionen einiger Organe, wie beispielsweise die Nieren- und Leberfunktion. Der Körper baut die Medikamente langsamer ab und scheidet sie verzögert aus. Folglich steigt die Medikamentenkonzentration im Blut an. Dann reicht eine niedrige Dosis aus, um die gewünschte Wirkung zu erreichen.

Bei isolierter Hypertonie verordnet der Arzt in erster Linie Diuretika (Entwässerungsmittel) und Kalziumantagonisten. Generell können aber auch bei älteren Patienten alle blutdrucksenkenden Substanzen eingesetzt werden. Bei der Wahl des Hochdruckmittels muss der Arzt verschiedene Aspekte berücksichtigen, z.B. weitere Erkrankungen des Patienten.

"Wenn Sie Medikamente gegen eine andere Erkrankung einnehmen, ist es wichtig, den Arzt darüber zu informieren", sagt Petra Rudnick, Allgemeinmedizinerin im TK-Ärztezentrum und ergänzt: "Einige Medikamente können mit den blutdrucksenkenden Mitteln in Wechselwirkung treten. Damit verändert sich die Wirkung der Arzneimittel, was nicht ungefährlich ist."

Erstellen Sie Ihre persönliche Medikamentenliste, aus der hervorgeht, wie viel, wie oft und seit wann Sie das jeweilige Medikament einnehmen. So behalten Sie den Überblick und können Ihren Arzt aktiv informieren.

Medikamentenspender für die Therapietreue

Apotheken, Drogeriemärkte und Sanitätsfachgeschäfte bieten Medikamentenspender an. Für jeden Wochentag und jede Tageszeit können die Patienten dort die verordneten Medikamente für eine Woche im Voraus einsortieren, beziehungsweise einsortieren lassen. In der folgenden Woche brauchen sie dann am entsprechenden Tag und zur jeweiligen Zeit die Medikamente nur noch aus dem Kästchen des Spenders zu nehmen.