Was ist ein Nasenfurunkel?

Furunkel sind Entzündungen von Haarfollikeln und des umliegenden Gewebes. Sie können an verschiedenen Körperstellen wie dem Nacken, dem Gesäß oder im äußeren Gehörgang vorkommen. Beim Nasenfurunkel kann sich die Infektion eines Nasenhaarfollikels vom Naseneingang zur Nasenspitze, zum Nasensteg oder auch in die umgebenden Weichteile der Oberlippe und zum Nasenrücken ausbreiten. 

 

Haarfollikel sind Teile der Haarwurzeln, die man auch als Haarbalg bezeichnet. Eine Entzündung eines Haarbalgs bezeichnet man als Follikulitis. Der häufigste Auslöser ist der Eitererreger Staphylococcus aureus, seltener verursachen andere Bakterien oder Pilze Entzündungen der Haarfollikel. Auch eine chronische Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis) oder längere Nasenhaare können eine Haarbalgentzündung am Naseneingang begünstigen.

 

Ein Furunkel entsteht, wenn es im Zentrum der Entzündung zu einer eitrigen Umwandlung und Verflüssigung von Gewebe kommt. Entzünden sich mehrere benachbarte Haarbälge, spricht man von einem Karbunkel.

 

Welche Beschwerden sind typisch für einen Nasenfurunkel?

Nasenfurunkel sind sehr schmerzhaft, besonders beim Kauen und Sprechen. Die betroffenen Hautbereiche der Nasenspitze, des Naseneingangs oder des Nasenstegs zwischen den Nasenlöchern sind gerötet und geschwollen.

 

Die vordere Nase fühlt sich stark gespannt an. Auch die umgebenden Weichteile wie die Oberlippe können anschwellen. Selten treten allgemeine Krankheitssymptome wie eine leicht erhöhte Temperatur auf.

 

Ist ein Nasenfurunkel gefährlich?

Schwere Folgeerkrankungen sind selten. Bei manchen Patienten können sich die Lymphgefäße entzünden und die Lymphknoten anschwellen. Dringen Bakterien in die Blutbahn ein, kann es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen.

 

Die Gefahr lebensbedrohlicher Komplikationen besteht, wenn sich die Entzündung im Gesicht und entlang der Venen zum Auge und weiter zum Gehirn ausbreitet. Dies ist möglich, weil die Gesichtsvenen im Bereich der inneren Augenwinkel mit den Venen des Gehirns in Verbindung stehen.

 

Als Folge kann ein Blutgerinnsel im Bereich der Hirnvenen (Thrombose) entstehen. Auch eine Hirnhautentzündung durch Eitererreger ist möglich.

 

Besonders anfällig für die Entstehung und Ausbreitung von Furunkeln sowie für das Auftreten von Komplikationen sind Menschen mit geschwächter Abwehrlage, zum Beispiel bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), chronischen Krankheiten der Atmungsorgane, chronischen Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, HIV-Infektion und Immundefekten.
Auch die Einnahme bestimmter Medikamente, so zum Beispiel das Immunsystem schwächende Arzneien oder Kortison, kann die Entstehung von Nasenfurunkeln begünstigen.

 

Wie wird ein Nasenfurunkel behandelt?

Ein Nasenfurunkel heilt bei rechtzeitiger und ausreichender Behandlung meist innerhalb von Tagen ohne bleibende Folgen ab.

 

Den Bereich eines Nasenfurunkels dürfen die Betroffenen nicht drücken oder quetschen, weil die Keime sich sonst im Gewebe ausbreiten können.

 

Empfehlenswert ist die Ruhigstellung der betroffenen Körperteile. Bei Nasenfurunkeln sollten die Betroffenen daher Bettruhe einhalten. Hat sich ein Furunkel bis zur Oberlippe ausgebreitet, ist es sinnvoll, diese ruhig zu halten, nicht zu sprechen, nicht zu kauen und vorübergehend weiche Kost zu sich zu nehmen.

 

Häufig kommen auch Zugsalben, desinfizierende Mittel und feuchte Wärmeumschläge zum Einsatz, die zudem einen schmerzlindernden Effekt haben.

 

Antibiotikatherapie

Gegen die bakterielle Entzündung wirkt ein Antibiotikum, welches sowohl direkt auf die Stelle als Salbe aufgetragen als auch als Tablette verabreicht wird. Die Medikamente töten die Bakterien ab oder hemmen sie in ihrer Vermehrung und verhindern damit deren weitere Ausbreitung im Körper. Gelegentlich ist es auch notwendig, die Haare in der Nase zu kürzen, um das Antibiotikum besser platzieren zu können. Es ist wichtig, ein Nasenfurunkel zeitig zu behandeln. Denn je länger die Entzündung besteht, desto mehr Hautgewebe kann zerstört werden. Dies kann durch die Gabe eines Antibiotikums verhindert werden.

 

Bei schweren Verläufen verabreicht der Arzt das Antibiotikum als Infusion direkt in die Blutbahn. Als unerwünschte Wirkungen der Antibiotika kann es in einigen Fällen zu allergischen Reaktionen, Mundtrockenheit, Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden sowie zu Blutbildveränderungen kommen. Schwere Nebenwirkungen der Antibiotikatherapie wie Schäden an Nieren und anderen Organen sind selten.

 

Behandlung im Krankenhaus

Wenn ein Nasenfurunkel sehr groß ist oder falls Komplikationen auftreten, ist eine Behandlung im Krankenhaus sinnvoll. Um ein Blutgerinnsel zu verhindern, können vorübergehend blutverdünnende Medikamente notwendig sein. In schweren Fällen kann der Arzt Furunkel mit einem kleinen Schnitt öffnen, damit der Eiter nach außen abfließt.

 

Die Behandlung von komplizierten Verläufen und eventuell notwendige Operationen erfolgen immer im Krankenhaus, weil die Gefahr besteht, dass sich ein Blutgerinnsel in den Gefäßen des Gehirns und andere Komplikationen entwickeln.