Das französische Arbeitsministerium hat in deutscher Sprache alle Informationen zum Anmeldeverfahren für entsendende Arbeitgeber zusammengestellt. Hier können auch Online-Vordrucke für den Antrag sowie die Adressen der Direktionen in den einzelnen Departements abgerufen werden. Aktuelle Hinweise zu Reisen nach Frankreich finden Sie zudem auf der Internetseite des Auswärtigen Amts.

Entsendegesetz

Mit dem Entsendegesetz "Loi sur la liberté de choisir son avenir professionel" wurden im September 2018 Lockerungen im Bereich der Meldepflicht durch die französische Nationalversammlung verabschiedet. Für entsendende Betriebe aus Deutschland sind folgende Regelungen relevant: 

  • Wer nur für einen kurzen Zeitraum oder für punktuelle Einsätze nach Frankreich entsendet, soll für bestimmte Tätigkeiten von der Meldepflicht und von der Pflicht zur Bestellung eines Vertreters in Frankreich befreit werden. Genaue Details soll ein Erlass des Arbeitsministeriums regeln, der noch nicht veröffentlicht wurde. Auch die Frage, welche Unterlagen und übersetzte Dokumente ein Arbeitnehmer dabeihaben muss, wird noch durch eine Verordnung geregelt.
  • Betriebe, die regelmäßig in Frankreich tätig sind, können bei der regionalen Aufsichtsbehörde DIRECCTE für bis zu ein Jahr lang die Einhaltung aller Verpflichtungen vereinbaren und damit den Aufwand einzelner Meldungen reduzieren. Dies umfasst die Meldeverpflichtung, die Bestellung eines Vertreters und mitzuführende Unterlagen. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen den Nachweis erbringt, dass Regelungen wie Mindestlohn- und Arbeitszeitbestimmungen eingehalten werden. Details sollen noch durch eine Verordnung geregelt werden.
  • Sind Mitarbeiter zum Beispiel auf Messen im Auftrag des Unternehmens in Frankreich unterwegs, entfallen zukünftig sowohl die Meldepflicht als auch die Pflicht zur Benennung eines Vertreters in Frankreich.
  • Für Zeitarbeitsfirmen und bei Arbeitnehmerüberlassungen sowie für Modelagenturen sind keine Erleichterungen vorgesehen.
  • Bei Verstößen werden die drohenden Bußgelder verdoppelt. 

Sozialversicherung

Entsenden Sie einen Mitarbeiter in das EU-Ausland, gilt deutsches Sozialversicherungsrecht weiter, wenn die Voraussetzungen zur Ausstrahlung erfüllt sind. Hierzu muss vom Arbeitgeber im Vorfeld ein Antrag an den jeweiligen Sozialversicherungsträger gestellt werden. Das Formular sowie weitere wichtige Informationen zur Sozialversicherung erhalten Sie bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA). Hier erhalten Sie auch das Merkblatt Arbeiten in Frankreich - eine kompakte Zusammenfassung aller wichtigen Informationen zum Thema Sozialversicherung.

Seit Januar 2018 kann der Antrag auf eine A1-Bescheinigung für Entsendungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) elektronisch gestellt werden. Im Jahr 2019 wird dieses Verfahren für Arbeitgeber verpflichtend.