Sozialversicherungsbeiträge werden nur bis zum Erreichen der Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) berechnet. Urlaubsgeld gilt als Einmalzahlung und wird in das beitragspflichtige Entgelt eingerechnet.

Verdient ein Mitarbeiter bereits oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen, werden aus dem Urlaubsgeld keine Beiträge für den jeweiligen Sozialversicherungszweig berechnet. Liegt das Entgelt unterhalb der BBG, müssen Arbeitgeber aus dem Urlaubsgeld Beiträge berechnen. 

2019 liegen die Beitragsbemessungsgrenzen bei: 

  • 4.537,50 monatlich in der Kranken- und Pflegeversicherung 
  • 6.700 Euro/West und 6.150 Euro/Ost monatlich in der Renten- und Arbeitslosenversicherung

Um zu ermitteln, ob für das Urlaubsgeld eines Mitarbeiters SV-Beiträge fällig werden, stellen Sie das in dem Jahr erzielte beitragspflichtige Entgelt der anteiligen BBG gegenüber. Aus der Differenz erfolgt die Beitragsberechnung für das Urlaubsgeld.

Die Berechnung in der Praxis

Und so gehen Sie praktisch vor:

Ein Arbeitnehmer erhält beispielsweise 3.900 Euro monatlich brutto. Hinzu kommt ein Urlaubsgeld in Höhe von 3.900 Euro brutto im Monat Juni.

Das bisher erzielte beitragspflichtige Entgelt liegt für das Jahr 2019 also bei 23.400 Euro, nämlich Januar bis Juni = 6 x 3.900 Euro.

Die anteilige BBG in der Kranken- und Pflegeversicherung beträgt 27.225 Euro, nämlich 6 x 4.537,50 Euro.

Die anteilige BBG in der Renten- und Arbeitslosenversicherung beträgt 40.200 Euro, nämlich 6 x 6.700 Euro.

Die Differenzen betragen:

  • KV/PV: anteilige BBG 27.225 Euro abzüglich bisheriges Entgelt 23.400 Euro = 3.825 Euro
  • RV/AV: anteilige BBG 40.200 Euro abzüglich bisheriges Entgelt 23.400 Euro = 16.800 Euro

In der KV/PV fehlen noch 3.825 Euro bis zum Erreichen der anteiligen BBG. Mit dem Urlaubsgeld von 3.900 würde der Arbeitnehmer die BBG überschreiten. Deswegen werden die Beiträge aus dem anteiligen Urlaubsgeld in Höhe von 3.825 Euro berechnet.

In der RV/AV fehlen noch 16.800 Euro bis zum Erreichen der anteiligen BBG. Das Urlaubsgeld von 3.900 Euro überschreitet die BBG nicht. Daher werden die Beiträge aus dem vollen Urlaubsgeld von 3.900 Euro berechnet.

Keine Berücksichtigung im Umlageverfahren

Für die Berechnung der Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz - also die U1 und die U2 nach dem AAG - wird das Urlaubsgeld nicht berücksichtigt. Es ist nicht umlagepflichtig.