Boreout verstehen und verhindern - quantitative und qualitative Unterforderung
Wenn Mitarbeitende am Boreout leiden, leiden sie an Langeweile und Unterforderung im Job - ihr Potenzial bleibt ungenutzt, und im schlimmsten Fall entstehen gesundheitliche Folgen. Arbeitgeber können aktiv Boreout vorbeugen - wir zeigen konkrete Lösungen für beide Seiten.
Boreout erkennen - die 2 Gesichter der Unterforderung
Boreout entsteht durch quantitative (zu wenig Arbeit) oder qualitative (Fähigkeiten bleiben ungenutzt) Unterforderung. Betroffene simulieren oft Auslastung durch Zeitdehnung oder unnötige Überstunden, was sie emotional belastet und die Leistung mindert.
Teufelskreis durchbrechen
Langeweile führt bei Mitarbeitenden zu Desinteresse, geringerer Leistung, innerer Kündigung und zu weniger anspruchsvollen Aufgaben.
Die Folgen: Gesundheitsprobleme, Fehltage und ein wirtschaftlicher Schaden für Ihr Unternehmen.
Ursachen analysieren - wo Boreout entsteht
Boreout hat meist mehrere Ursachen, die sich oft überschneiden. Die häufigsten Auslöser sind:
- Erwartungs-Mismatch zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitenden
Beschäftigte erwarten Herausforderungen, die ihrer Qualifikation passen. Sie erhalten aber Routine-Aufgaben, weil Führungskräfte diese Abweichung oft nicht bemerken. - Ungleiche Aufgabenverteilung im Team
Während Mitarbeitende unter Last zusammenbrechen, langweilen sich andere. Das führt zu Frust auf beiden Seiten und sinkender Teamleistung. - Präsenzpflicht trotz Leerlauf
Selbst bei fehlender Arbeit, muss die Zeit "abgesessen" werden - Zeitdehnung und Vortäuschen von Auslastung belasten zusätzlich emotional. - Qualifikation und Aufgabe passen nicht
Hochqualifizierte erledigen einfache Tätigkeiten ohne Entwicklungsperspektive. Neue Lebensumstände (Elternzeit, Krankheit) werden nicht berücksichtigt.
Für Arbeitgeber - Prävention konkret umsetzen
- Aufgaben an Qualifikationen anpassen
Gleichen Sie regelmäßig Jobprofile mit den Qualifikationen ab, verteilen Sie neue Projekte gezielt nach den Stärken und klären Sie den Weiterbildungsbedarf mit Ihren Mitarbeitenden. - Teams ausbalancieren
Prüfen Sie die wöchentliche Aufgabenverteilung: Keine Überlast bei einer Person oder Unterlast bei anderen Personen. Holen Sie außerdem regelmäßig ein Feedback ein ("Wer braucht Unterstützung?"). - Flexiblere Arbeitsmodelle
Beschränken Sie Präsenzpflicht auf Kernzeiten und reduzieren Sie Leerlauf-Phasen durch Gleitzeit oder eine 4-Tage-Woche. Das Ziel ist eine Ergebnisorientierung und ein flexibler Umgang mit der aktuellen Arbeitssituation. - Führungskräfte & Betriebsrat schulen
Planen Sie regelmäßig Workshops zu Boreout-Erkennung ein und binden Sie dabei den Betriebsrat als Vertrauensstelle ein. Reagieren Sie so früh wie möglich bei den ersten Signalen von Boreout.
Für Mitarbeitende - das Problem ansprechen
- Gespräch suchen (wenn möglich)
Offen, aber lösungsorientiert: "Ich sehe Potenzial, meine Qualifikation stärker einzubringen. Hier sind 3 konkrete Vorschläge...". - Symptome dokumentieren
Zum Beispiel: Antriebslosigkeit, Wertlosigkeitsgefühle, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche - Professionelle Hilfe holen
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGM) mit der TK
Wir unterstützen Sie als Arbeitgeber dabei, die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern - vom Berufseinstieg bis zur Rente. Mehr zum Thema BGM erfahren Sie in unter Gesund arbeiten .