Steigende Infektionszahlen

Die Erkrankung gehört mit etwa 80 Millionen Neuansteckungen jährlich zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen - Sexually Transmitted Infections, kurz STI - der Welt. Und die Zahlen steigen. Dabei kann das Risiko, sich zu infizieren, durch einfache Schutzmaßnahmen beim Sex erheblich gesenkt werden. 

Unangenehme Symptome

Die ersten Beschwerden treten meist zwei bis drei Tage nach der Infektion auf, zum Beispiel:

  • Schmerzen beziehungsweise Brennen beim Wasserlassen.
  • Beim Mann: Harnröhrenentzündung mit eitrigem Ausfluss, manchmal kommt es auch zu Entzündungen von Nebenhoden und Prostata.
  • Bei der Frau: Entzündung der Harnröhre und des Gebärmutterhalses mit eitrigem Ausfluss, auch Eileiter, Gebärmutterschleimhaut und Eierstöcke können sich entzünden - häufig haben Frauen aber keinerlei Symptome.
  • Im Enddarm sind typische Symptome Jucken und Brennen, Ausfluss und Schmerzen, häufig verläuft die Infektion aber auch hier symptomlos.
  • Im Rachen können die Symptome an eine Erkältung erinnern: Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, Rötung und Absonderungen, teilweise gibt es aber auch hier keine Beschwerden.

Unbehandelt kann Tripper unter Umständen zu chronischen Entzündungen und im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit führen. In sehr seltenen Fällen breitet sich die Infektion im ganzen Körper aus und verursacht unter anderem Gelenkentzündungen, Hautausschlag oder Schüttelfrost. Bei schwangeren Frauen kann eine Tripper-Infektion zu Komplikationen, etwa einer Frühgeburt, führen.

Bei Verdacht zum Arzt

Vermuten Sie, an Tripper erkrankt zu sein, suchen Sie einen Hautarzt, Frauenarzt oder Urologen auf. Eine STI  ist kein Grund, sich zu schämen - je früher die Erkrankung behandelt wird, umso schneller sind Sie wieder beschwerdefrei. Der Arzt wird zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch mit Ihnen führen, in dem er Sie unter anderem zu Ihren Sexualkontakten und Symptomen befragt. Anschließend wird er Sie untersuchen. Um eine Infektion nachzuweisen, führt er einen Abstrich an der betroffenen Körperstelle (Harnröhre, Rachen, After, Gebärmutterhals) durch, der anschließend mikroskopisch untersucht wird. Alternativ kann auch eine Urinprobe analysiert werden.

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

TK-Online­Sprech­stunde

Schnelle Hilfe per Videochat: In der TK-App können Sie sich mit Fachärztinnen und -ärzten verbinden lassen, die ihre Symptome einschätzen und erste Behandlungsempfehlungen geben können.

Wichtig: Sexualpartner informieren 

Haben Sie sich mit Tripper infiziert, informieren Sie Ihre Sexualpartner. Selbst wenn diese keine Symptome zeigen, sollten sie sich untersuchen lassen. Auf Geschlechtsverkehr sollten Sie während der Tripper-Infektion verzichten, um niemanden anzustecken. Hat sich ein Partner infiziert, sollte er ebenfalls behandelt werden. So wird der sogenannte Ping-Pong-Effekt, also eine Rückinfektion, vermieden.

Gut therarpierbar mit Antibiotika

Ist eine Tripper-Infektion nachgewiesen, wird sie mit einem Antibiotikum behandelt. In den meisten Fällen kann die Infektion dadurch schnell und vollständig geheilt werden. Achten Sie jedoch darauf, das Antibiotikum exakt wie verordnet einzunehmen und keinesfalls vorzeitig abzusetzen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Erreger resistent gegen das Medikament wird.

Etwa eine Woche nachdem Sie das Antibiotikum bekommen haben, wird Ihr Arzt kontrollieren, ob die Erreger verschwunden sind, und mögliche Rückfragen mit Ihnen besprechen.

Wachsende Antibiotikaresistenz

Ausgelöst wird Tripper durch bestimmte Bakterien, sogenannte Gonokokken, lateinisch Neisseria gonorrhoeae. Sie wurden früher hauptsächlich mit Penicillin bekämpft. Heute sind die Gonokokken allerdings resistent gegen den Wirkstoff, weshalb andere Substanzen zum Einsatz kommen. Mittlerweile entwickeln einige der Bakterienstämme aber auch Resistenzen gegen weitere Antibiotika. In England gab es 2018 sogar drei Fälle, in denen Gonokokken gegen verschiedene Antibiotika resistent waren. Aus diesem Grund forscht unter anderem GARDP (Global Antibiotic Research and Development Partnership), eine Initiative der WHO, an neuen Antibiotika.

Übertragung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr

Gonokokken befallen die Schleimhäute in den Harn- und Geschlechtsorganen sowie Enddarm und Rachen. In erster Linie wird Tripper durch ungeschützten Geschlechtsverkehr (Vaginal-, Oral- und Analsex) übertragen. Auch Sexspielzeug, das gemeinsam ohne Kondom benutzt wird, führt möglicherweise zu einer Übertragung. Bei der Geburt kann eine infizierte Mutter zudem ihr Kind mit Tripper anstecken. Wird ein Neugeborenes auf diese Weise infiziert, kann bei ihm eine Bindehautentzündung auftreten.

Tripper und HIV

Leiden Sie unter einer Tripper-Infektion und haben ungeschützten Sex, besteht ein erhöhtes Risiko, sich mit HIV zu infizieren. Hat jemand eine unbehandelte HIV- und eine Tripper-Infektion zugleich, ist auch das Risiko höher, den Sexpartner mit HIV anzustecken.

Schützen Sie sich!

Schützen Sie sich und Ihre Partner und praktizieren Sie Safer Sex - insbesondere, wenn Sie häufig wechselnde Sexualpartner haben. Dadurch können Sie Ihr Risiko, sich mit Tripper zu infizieren, erheblich reduzieren:

  • Verwenden Sie Kondome beziehungsweise Femidome (Frauenkondome) beim Vaginal- und beim Analsex.
  • Beim Oralsex schützen Kondome oder sogenannte Dental Dams (Oralschutztücher). 
  • Gemeinsam verwendetes Sexspielzeug sollte ebenfalls mit Kondomen benutzt werden. Dabei ist es wichtig, bei jeder neuen Körperöffnung und jedem Beteiligten ein neues Kondom zu verwenden.
  • Nutzen Sie bei Bedarf auch die Beratungsangebote, zum Beispiel von pro familia und der Aidshilfe. Alle Fragen rund um den Schutz vor STI beantworten die Experten Ihnen dort gern.