Neben den gesetzlichen Leistungen , die in den Mutterschaftsrichtlinien festgelegt sind, können im Zuge einer Risikoschwangerschaft weitere Untersuchungen notwendig werden. In diesem Fall kommt die TK für die anfallenden Kosten auf. Natürlich besteht für Sie auch die Möglichkeit, die Tests ohne einen konkreten Verdacht durchführen zu lassen. Entscheiden Sie sich dafür, müssen Sie diese allerdings selbst bezahlen

Entscheidungshilfe: ausführliche Beratung unverzichtbar

Mit invasiven Untersuchungsmethoden kann Ihre Frauenärztin zum Beispiel bestimmte genetische Erkrankungen Ihres Kindes erkennen. Da die Eingriffe in seltenen Fällen zu Komplikationen führen können, sollten Sie die Risiken im Vorfeld gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder einem Humangenetiker genau abwägen.

Ein vorgeburtlicher invasiver Eingriff kann für Sie infrage kommen, wenn

  • die vorangegangenen Ultraschalluntersuchungen auffällig waren,
  • in Ihrer Familie vererbbare genetische Erkrankungen bekannt sind,
  • Sie bereits ein Kind mit einer genetischen Erkrankung haben,
  • bestimmte Infektionskrankheiten erkannt oder ausgeschlossen werden sollen und/oder
  • Sie diesen ausdrücklich wünschen.

Fruchtwasseruntersuchung

Mit der Fruchtwasseruntersuchung kann Ihre Frauenärztin kindliche Zellen im Labor auf genetische Abweichungen untersuchen lassen. In der Regel ist der Eingriff ab der 15. Schwangerschaftswoche möglich.

Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft und in etwa mit dem kurzen Stich bei einer Blutabnahme zu vergleichen. In den meisten Fällen wird sie daher ambulant durchgeführt. Unter steter Ultraschallkontrolle führt die Frauenärztin eine dünne Nadel durch die Bauchdecke in die Fruchtblase ein und entnimmt dort 15 bis 20 Milliliter Fruchtwasser. 

Anschließend werden Anzahl und Struktur der Chromosomen in einem Labor untersucht. Bestimmte Abweichungen können dabei ein Hinweis auf eine genetische Erkrankung Ihres Kindes sein. Mit der Untersuchung kann ebenfalls geklärt werden, ob Ihr Kind an bestimmten Fehlbildungen leidet, zum Beispiel einem offenen Rücken.

Nach dem Eingriff sollten Sie sich einige Tage schonen. Gegebenenfalls spüren Sie ein leichtes Ziehen im Unterleib. Meist ist das kein Grund zur Beunruhigung. Verstärken sich die Unterleibsschmerzen oder kommt Fieber hinzu, sollten Sie jedoch zeitnah Ihre Frauenärztin konsultieren.

Schnelles Ergebnis mit dem FISH-Test

Bis die Ergebnisse einer Fruchtwasseruntersuchung vorliegen, können zwei bis drei Wochen vergehen. Optional können Sie auch einen Schnelltest durchführen lassen. Der sogenannte FISH-Test wertet vorrangig die Anzahl der Chromosomen 13, 18 und 21 sowie der Geschlechtschromosomen aus. Das Ergebnis liegt bereits innerhalb von 24 Stunden vor. Da die Testergebnisse nicht immer eindeutig sind, muss die Ärztin auffällige Ergebnisse noch einmal mit denen der Fruchtwasseruntersuchung abgleichen. Wenn Sie einen FISH-Test in Anspruch nehmen möchten, müssen Sie diesen in jedem Fall selbst bezahlen.

Gewebeentnahme - Chorionzottenbiopsie

Auch die Chorionzottenbiopsie dient dazu, mögliche genetische Erkrankungen Ihres Kindes frühzeitig zu erkennen. Ihre Frauenärztin kann die Untersuchung bereits zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche durchführen. In der Regel ist auch diese Methode nicht schmerzhaft und kann ambulant durchgeführt werden. 

Ähnlich wie bei einer Fruchtwasseruntersuchung führt die Ärztin eine dünne Kanüle durch die Bauchdecke in die Plazenta ein und entnimmt dort etwas Gewebe. In Ausnahmefällen kann sie die Nadel auch über die Scheide einführen. Während der Untersuchung kontrolliert sie jeden Handgriff mit einem Ultraschallgerät. 

Anschließend wird die Gewebeprobe hinsichtlich Chromosomenanzahl und -struktur in einem Labor untersucht. Auch das Geschlecht lässt sich in diesem Zuge bestimmen. Mögliche Fehlbildungen können durch eine Chorionzottenbiopsie nicht erkannt werden. 

Die ersten Ergebnisse liegen meist nach circa ein bis zwei Tagen vor. In der Regel wird außerdem eine Zellkultur angelegt, deren Befunde nach etwa zwei Wochen eintreffen.

Auch nach dieser Untersuchung gilt: Schonen Sie sich und geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich von dem Eingriff zu erholen. Hier kann es ebenfalls sein, dass Sie einige Zeit nach dem Eingriff ein leichtes Ziehen im Unterleib bemerken. Verzichten Sie ein oder wenn möglich gleich mehrere Tage auf ausgiebige körperliche Anstrengungen und versuchen Sie, in dieser Zeit nichts Schweres zu heben.