Bei der sogenannten Vasektomie werden die Samenleiter des Mannes durchtrennt. Nach dem Eingriff können Sie keine Kinder mehr zeugen. Etwa drei Prozent der Männer haben sich einer Studie zufolge sterilisieren lassen, meist im Alter ab vierzig Jahren. 

Die Vasektomie bei Männern gilt als einfacher und risikoärmer als die sogenannte Tubensterilisation  bei Frauen. Welcher Partner sich sterilisieren lässt, ist von der Lebenssituation, dem Alter und der Gesundheit der Partner abhängig.

Mann bleibt Mann

Der Hoden selbst bleibt durch die Sterilisation unberührt und produziert weiterhin wichtige Geschlechtshormone sowie Spermien, die der Körper dann von selbst wieder abbaut. Auch die Menge an Samenflüssigkeit bleibt fast unverändert, denn nur fünf Prozent davon werden im Hoden gebildet. 

Eine sichere und dauerhafte Verhütung

Eine Sterilisation gilt als endgültige Verhütungsmethode. Sie lässt sich nur durch eine aufwendige Operation rückgängig machen, deren Erfolgsaussichten ungewiss sind. Treffen Sie die Entscheidung wohlüberlegt und sprechen Sie mit Ihrer Partnerin darüber, was eine Sterilisation für Ihre Beziehung bedeutet. Bedenken Sie auch, dass sich Ihre Lebensumstände ändern können, zum Beispiel in einer neuen Partnerschaft.

Die Sterilisation gilt als eine sehr sichere Verhütungsmethode und schützt zu etwa 99 Prozent vor einer Empfängnis. Verhütet ein Paar mit Kondom, werden Studien zufolge rund zwei von hundert Frauen pro Jahr schwanger, meist sind es sogar etwas mehr. Anders als ein Kondom schützt eine Sterilisation allerdings nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV  oder Hepatitis .

Nehmen Sie Beratung in Anspruch

Überlegen Sie gut, ob eine Sterilisation für Sie infrage kommt, und lassen Sie sich von Ihrem Urologen oder auch gemeinsam mit Ihrer Partnerin beim Frauenarzt beraten. Unterstützung bieten auch unabhängige Beratungsstellen, zum Beispiel pro familia

Die Vasektomie gilt als komplikationsarmer Eingriff. Beschwerden wie zum Beispiel Blutergüsse oder ein leichtes Druckgefühl treten meist nur vorübergehend auf. Spätfolgen wie chronische Schmerzen im Bereich des Hodens sind sehr selten. Bei weniger als einem Prozent der sterilisierten Männer wachsen die Samenleiter wieder zusammen. Lassen Sie die Sterilisation in einer Einrichtung durchführen, die mindestens fünfzig solcher Eingriffe im Jahr durchführt. 

Fast ohne Skalpell - zurück bleibt nur ein Pflaster

Der Eingriff dauert rund dreißig Minuten und kann sogar ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. In der Regel sind nur zwei kleine Hautschnitte notwendig. Ihr Arzt durchtrennt die Samenleiter und verschließt die Enden mit Hitze, Titanclips oder einem Faden. Dann verlagert er sie in verschiedene Gewebeschichten des Hodensacks zurück, damit sie nicht wieder zusammenwachsen. Eine Hautnaht ist in der Regel nicht nötig, die Wunde wird meist nur durch ein Pflaster verschlossen. Manchmal wird auch eine Technik angewendet, bei der der Arzt zwei etwas größere Schnitte setzt und die Enden der Samenleiter noch etwas kürzt.

Zusätzliche Verhütung bleibt vorerst wichtig

Nach dem Eingriff sind Sie meist schnell wieder fit. Schonen Sie sich einige Tage und verzichten Sie für etwa zwei Wochen auf starke körperliche Belastungen wie Sport. Schon wenige Tage nach der Vasektomie können Sie auch wieder Geschlechtsverkehr haben.

Wichtig: Benutzen Sie in der Zeit bis zur Kontrolluntersuchung unbedingt ein zusätzliches Verhütungsmittel. Denn es dauert noch einige Wochen oder Monate, bis die Samenflüssigkeit frei von befruchtungsfähigen Spermien ist und Ihre Partnerin sicher vor einer Empfängnis geschützt ist. 

Was kostet eine Vasektomie?

Eine Vasektomie kostet etwa 500 Euro. In der Regel übernehmen Sie die Kosten für den Eingriff selbst. Tipp: Erfragen Sie vorab, ob auch die erforderlichen Nachuntersuchungen im Preis enthalten sind.