Der Datenschutz steht an erster Stelle. Sie müssen in jedem Fall darauf vertrauen können, dass Ihre Daten geschützt bleiben. Aus diesem Grund wird in der Telematikinfrastruktur auf starke Informationssicherheitsmechanismen gesetzt.

Künftig können Sie mit Ihrer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) auch medizinische Daten speichern lassen.  Lesen Sie hier, nach welchen Regeln Ihre Daten heute und künftig geschützt werden.

Dass die gespeicherten Daten wirklich Ihre sind, wird durch ein sogenanntes Zertifikat auf dem Chip der Gesundheitskarte nachgewiesen. Das Zertifikat ist eine Art digitaler Ausweis. Damit und mithilfe von anderen Techniken zur Verschlüsselung werden Ihre Daten auf der Karte nach den aktuellen Standards für die Datensicherheit bestmöglich geschützt.

Datenschutz heute

Geben Sie Ihre Gesundheitskarte in einer Arztpraxis ab, wird sie dort im Kartenlesegerät eingelesen. Das Praxisteam prüft zuvor anhand des Fotos, ob Sie tatsächlich der Inhaber der Karte sind. Wenn nicht, darf die Praxis die Karte nicht einlesen.

Die Praxissoftware erkennt, ob Ihre Karte gültig und funktionsfähig ist, und speichert die oben genannten Informationen über Sie. Die Daten dienen der Abrechnung der ärztlichen Leistung. Der Arzt kann damit auch Rezepte oder Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen auf Ihren Namen ausstellen.

Der Arzt und sein Praxisteam sind verpflichtet, die Daten nur zum Zweck der medizinischen Leistung und deren Abrechnung zu nutzen. Kein Dritter - etwa der Arbeitgeber oder die Krankenkasse - kann auf die gespeicherten Daten zugreifen.

Datenschutz in Zukunft

Wenn in einigen Jahren mit der elektronischen Gesundheitskarte - natürlich nur mit Ihrer Zustimmung - medizinische Daten gespeichert werden können, werden diese Daten künftig durch die Zertifikate besonders geschützt.

Solche Informationen könnten zum Beispiel Notfalldaten sein, etwa Ihre Blutgruppe oder Infos zu Allergien, oder sogar eine ganze Patientenakte. Sind solche Informationen gespeichert, werden Ihre Ärzte schneller erkennen können, welche Besonderheiten sie im Krankheitsfall bei Ihnen beachten müssen.

Alle Gesundheitsdaten werden verschlüsselt gespeichert. Außerdem werden die Zugriffe auf Ihre Karte protokolliert werden. Sie - und nur Sie - werden bis zu 50 Zugriffe auf Ihre Karte ansehen können. Dadurch werden Sie genau nachvollziehen können, wer wann etwas auf Ihrer Karte gelesen oder gespeichert hat.

Damit ein Arzt später Informationen aus Ihrer Gesundheitskarte auslesen kann, wird er jedes Mal Ihr Einverständnis benötigen. Sie werden dazu eine PIN-Nummer erhalten. Wenn Sie einem Arzt die mit Ihrer Gesundheitskarte gespeicherten Informationen zugänglich machen wollen, geben Sie Ihre PIN-Nummer in sein Kartenlesegerät ein. Er wird sich mit Hilfe seines Heilberufsausweises gegenüber dem Kartenlesegerät als Arzt ausweisen und wird anschließend die Daten einsehen können, die Sie ihm zeigen wollen.

Nur auf den künftig speicherbaren Notfalldatensatz werden Ärzte auch ohne Patienten-PIN zugreifen können, also allein mit dem Heilberufsausweis. Denn im Notfall kann es sein, dass Sie nicht in der Lage sind, Ihre PIN einzugeben. Wer auf der künftigen Gesundheitskarte den Notfalldatensatz speichern lässt, sollte sich dieser Einschränkung bewusst sein.

Aktuelles zum Datenschutz - Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI)

Ärzte, Zahnärzte und auch Krankenhäuser können künftig schnell vor allem sicher wichtige medizinische Informationen auf dem digitalen Weg verschicken. Grundlage hierfür ist ein vernetztes Gesundheitswesen. Über eine Datenautobahn - die Telematikinfrastruktur (TI) - werden die technischen Systeme von Praxen, Krankenhäusern, Krankenkassen und Apotheken miteinander verbunden. Die TI ist ein geschlossenes Online-Netz. Nur registrierte Nutzer mit einem elektrischen Ausweis haben Zugang zur TI. Die elektronische Gesundheitskarte ist Ihr persönlicher Schlüssel zu diesem Netz. 

In den nächsten Monaten werden bundesweit alle Praxen schrittweise an die TI angeschlossen. Oberste Priorität hat dabei die Datensicherheit. Zur Erfüllung der höchsten Sicherheitsstandards mussten die erforderlichen technischen Komponenten - gemäß den Richtlinien des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik - ein aufwendiges Zulassungsverfahren durchlaufen. 

Für Sie ändert sich beim nächsten Praxisbesuch nichts. Ihre TK-Gesundheitskarte wird in der Praxis genauso eingelesen wie bisher. Während des Einlesens wird geprüft, ob die Versichertenstammdaten auf der Karte noch aktuell sind. Haben Sie uns zum Beispiel eine Adressänderung mitgeteilt, werden die Daten auf der Karte automatisch geändert. Ihre Gesundheitskarte ist somit immer aktuell. Sie benötigen keine neue Karte mehr. Zudem kann die Karte auch online gesperrt werden, damit Unbefugte eine verloren gegangene Karte nicht benutzt können. Ab dem 1. Januar 2019 ist diese erste Online-Anwendung für alle Praxen verpflichtend. 

Sie möchten mehr zum Datenschutz wissen?

Informieren Sie sich auf den Seiten der führenden Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH unter www.gematik.de und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik unter www.bsi.de zur Sicherheit der elektronischen Gesundheitskarte. Oder laden Sie sich unsere Beratungsblätter zum Thema herunter.