Ziel des ärztlichen Hautkrebs-Screenings ist es, Hautkrebs möglichst in einem frühen Stadium zu erkennen. Denn je früher ein Tumor der Haut festgestellt wird, desto größer ist die Chance, ihn erfolgreich und schonend zu behandeln. TK-Versicherte können bereits ab einem Alter von 20 Jahren alle zwei Jahre an einem Hautkrebs-Screening bei einem Facharzt teilnehmen.

Zum Hausarzt oder Facharzt?

Für das Hautkrebs-Screening gehen die meisten Menschen zu ihrem Hautarzt. Aber auch einige dazu berechtigte Hausärzte können ihre Patienten auf Hautkrebs untersuchen. Entdeckt der Hausarzt eine auffällige Stelle, überweist er den Patienten zum Dermatologen. Denn nur der darf eine Hautprobe (Biopsie) entnehmen, um diese bei einem Hautkrebs-Verdacht genauer zu untersuchen. 

Unabhängig davon, welchen Arzt Sie wählen, sollten Sie einen guten Eindruck von der Arztpraxis haben. Schauen Sie sich auf der Homepage die Qualifikationen der dort niedergelassenen oder angestellten Ärzte an. Werfen Sie vor der Untersuchung einen Blick in die Praxisräume. Sie sollten hell, warm und vor allem vor neugierigen Blicken anderer geschützt sein. Fragen Sie auch Vertrauenspersonen, die den Arzt kennen: Informiert der Arzt ausführlich und verständlich? Gibt er Hinweise auf weitere Informationsquellen? Untersucht er respektvoll und freundlich? Wird die Intimsphäre gewahrt?

Ablauf des Hautkrebs-Screenings

Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Dabei untersucht der Arzt nicht nur Arme, Beine und den Rumpf Ihres Körpers, sondern auch Ihre Kopfhaut, Ihre Lippen, das Zahnfleisch, die Genitalien und auch die Fußsohlen. In der Regel können Sie stehen bleiben, manchmal ist es aber auch hilfreich, sich zu setzen.

Um die Mundhöhle zu untersuchen, benutzt der Arzt einen Spatel, wie Sie ihn aus jeder Hausarztpraxis kennen. Auch für die Untersuchung der Kopfhaut nimmt er zwei Spatel zur Hand, mit denen er die Haare etwas auseinanderdrückt.

Wenn Ihr Arzt Anzeichen von Hautkrebs entdeckt, nennt er das Ergebnis "positiv", weil er etwas gefunden hat, wonach er gesucht hat. Findet der Arzt keine Auffälligkeiten an Ihrer Haut, nennt er das Ergebnis "negativ", weil er nicht fündig geworden ist. Dann folgen keine weiteren Untersuchungen. 

Muss ich mich ganz entkleiden? 

Hautkrebs kann an allen Stellen der Haut auftreten. Insbesondere das gefährliche schwarze Melanom entwickelt sich manchmal an versteckten Stellen, zum Beispiel zwischen den Zehen oder unter dem Fingernagel. Damit Ihr Arzt Ihre Haut komplett betrachten kann, müssen Sie sich während des Screenings vollständig entkleiden. 

Niemand zieht sich gerne vor Fremden aus, ein gewisses Schamgefühl ist ganz natürlich. Wenn es Ihnen sehr unangenehm ist, sich zu entkleiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Erfahrungsgemäß vertreibt das offene Gespräch die Scheu. Eine Befragung unter Menschen, die bereits bei einer Hautkrebs-Früherkennung waren, hat gezeigt: Etwa 95 von 100 Menschen haben die Untersuchung in positiver Erinnerung.

Was passiert nach der Diagnose?

Die häufigsten Hautkrebsarten sind das Basalzell-Karzinom und das Stachelzell-Karzinom , die auch als heller Hautkrebs bezeichnet werden. Liegt ein Verdacht darauf vor, entnimmt der Hautarzt zunächst etwas Gewebe, das er unter dem Mikroskop untersucht (Probebiopsie). Sichert die Biopsie die Diagnose, empfiehlt der Arzt in der Regel, die erkrankten Teile der Haut operativ zu entfernen. 

Beim Verdacht auf schwarzen Hautkrebs, also auf das maligne Melanom , operiert der Arzt in der Regel sofort und untersucht danach das herausgeschnittene Gewebe. Wenn sich dabei der Verdacht auf das maligne Melanom bestätigt, erfolgt in den meisten Fällen ein zweiter Eingriff, um wirklich alle erkrankten Zellen zu entfernen.

Die OP-Wunde wird genäht und manchmal empfiehlt der Arzt danach eine Ruhepause. Ein Schmerzmittel ist in der Regel nicht nötig, denn die Belastung durch Schmerzen ist meistens gering.

Ergebnis der Gewebeuntersuchung 

Mithilfe der Biopsie ermittelt der Arzt die Art und die Ausdehnung des Hauttumors. Das Ergebnis fasst er im sogenannten Staging (Stadium der Erkrankung) und Grading (Aggressivität beziehungsweise Malignität) zusammen.  

  • Staging: Mediziner unterteilen das Stadium in Ausdehnung (T1-4), Befall von Lymphknoten (N0-3) und Metastasenbildung (M0-1). Je höher die jeweilige Ziffer in diesen drei Kategorien ist, desto weiter hat sich der Tumor ausgedehnt. Ein Beispiel für ein TNM-Staging ist: T2N0M1.
  • Grading: Vier Stufen (G1-4) geben an, wie bösartig die Tumorzellen sind. Bei G1 ähneln die Tumorzellen noch den normalen Zellen der Haut. Bei G4 weichen sie stark vom normalen Gewebebild ab. 

Licht- und Schattenseiten des Hautkrebs-Screenings

Auch das regelmäßige Hautkrebs-Screening verhindert nicht, dass ein Hautkrebs entsteht. Kann der Arzt jedoch frühzeitig einen Hauttumor entdecken, noch bevor er zu einem gefährlichen Krebs herangewachsen ist, sind die Heilungschancen allgemein groß.

Im idealen Fall kann die Früherkennungsuntersuchung also verhindern, 

  • dass Sie an einem lebensbedrohlichen Hautkrebs erkranken,
  • dass eine aggressive Krebsbehandlung angezeigt ist,
  • dass größere Operationen nötig sind, die sichtbare Narben zum Beispiel im Gesicht zurücklassen. 

Unklar ist jedoch, ob das Screening verdächtige Hautveränderungen tatsächlich früh genug aufspürt. Außerdem ist nie zu 100 Prozent sicher, ob eine verdächtige Hautstelle tatsächlich zu einem lebensbedrohlichen Problem wird. 

Grundsätzlich besteht beim Hautkrebs-Screening also auch das Risiko, 

  • dass der Arzt einen Hauttumor übersieht und Sie nicht behandelt werden,
  • dass eine Hautveränderung entdeckt und behandelt wird, die sich gar nicht zu einem lebensbedrohlichen Krebsgeschwür entwickelt hätte.

Wichtige Adressen

Weitere Informationen und Unterstützung erhalten Sie von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen:

Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V.
Cremon 11
20457 Hamburg
Tel. 040 - 209 13-160
Fax 040 - 209 13-161
www.hautkrebs-screening.de

Deutscher Krebsinformationsdienst
Info-Tel. 0800 - 420 30 40
www.krebsinformationsdienst.de

Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Kuno-Fischer-Straße 8
14057 Berlin
Tel. 030 - 322 93 29-0
Fax 030 - 322 93 29-66
www.krebsgesellschaft.de

Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstraße 32
53113 Bonn
Tel. 0228 - 729 90-0
Fax 0228 - 729 90-11
www.krebshilfe.de

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel. 030 - 187 54 0
Fax 030 - 187 54 23 28
www.rki.de

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Im Mediapark 8
50670 Köln
Tel. 0221 - 356 85-0
Fax 0221 - 356 85-1
www.gesundheitsinformation.de