Außerdem wird in manchen Regionen der Erde die Ozonschicht immer dünner und lässt mehr UV-Strahlung zur Erde durchdringen. Die drei Krebsarten, das Basallzell-Karzinom, das Stachelzell-Karzinom und das maligne Melanom, bilden zusammen die häufigste Krebserkrankung in Deutschland.

Das Risiko, am malignen Melanom zu erkranken, ist jedoch viel kleiner als das Risiko, an einer der beiden anderen Krebsarten zu erkranken.

Generell gilt: Je heller Ihre Haut ist, je häufiger Sie in der Sonne sind und je älter Sie sind, umso größer ist Ihr Risiko, an einer der drei Hautkrebs-Arten zu erkranken.

Welches Risiko habe ich, an einem Basal- oder Stachelzell-Karzinom zu erkranken?

Das lässt sich nur grob abschätzen, da die Behandlung dieser beiden Krebsarten häufig ambulant erfolgt und daher nur sehr schwer zu erfassen ist. Experten schätzen, dass rund 150.000 Menschen in Deutschland jährlich an einem Basalzell-Karzinom erkranken und rund 37.000 an einem Stachelzell-Karzinom.

Das ist geschätzt etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen überhaupt. Generell gilt auch hier: Helle Haut, viele Sonnenbrände und höheres Alter begünstigen Hautkrebs - besonders dann, wenn die Haut schon vorher durch UV-Strahlen geschädigt wurde.

Was bedeuten die Statistiken für mein persönliches Risiko, schwarzen Hautkrebs zu bekommen?

Statistiken können Ihnen nur dazu dienen, die Wahrscheinlichkeit abzuschätzen, selber krank zu werden. So erkrankten im Jahr 2010 9.640 Männer in Deutschland am malignen Melanom, das sind ungefähr 24 pro 100.000 Männer. Was bedeutet das für mich?

Gehöre ich zu den 24 Männern, die krank werden, oder zu den 99.976, die in diesem Jahr nicht erkranken? Ein Blick auf die Tabelle (siehe unten) hilft. Angenommen, Sie sind ein 43-jähriger Mann. In Ihrer Altersgruppe (40 bis 44) erkranken ungefähr 16 bis 17 von 100.000 Männern am malignen Melanom, 1 bis 2 sind daran gestorben. Ob Sie zu den 16 bis 17 pro 100.000 gehören, die erkranken, oder sogar zu denen Ihrer Altersgruppe, die an Hautkrebs sterben, kann keine Statistik sagen. Denn eine Statistik sagt nichts über Sie persönlich. Aber sie hilft, Ihr Risiko einzuschätzen. Diese Einschätzung ist gleichwohl eine sehr persönliche Angelegenheit. Mancher wird 16 bis 17 von 100.000 für ein hohes Risiko halten, ein anderer findet es verschwindend gering.

Welches Risiko habe ich, an einem malignen Melanom zu erkranken?

Hier kann man Genaueres sagen. Insgesamt sind im Jahr 2010 9.640 Männer und 9.580 Frauen in Deutschland am malignen Melanom erkrankt. Das sind über fünf Mal so viele Frauen und über sechs Mal so viele Männer wie noch vor 30 Jahren. Damals zählte man 1.694 Diagnosen bei den Frauen und 1.492 Diagnosen bei den Männern. Allerdings können Zahlen auch täuschen, vielleicht ist der Anstieg der Erkrankungen nicht so stark. Denn wie viele Erkrankungen in den 30 Jahren in ganz Deutschland tatsächlich diagnostiziert wurden (aber nicht gezählt), wissen wir nicht. Vielleicht gab es schon vor 30 Jahren viel mehr Menschen mit malignem Melanom, als wir heute glauben. Dann wäre der Anstieg der Erkrankungen geringer.

Zahlen aus dem Saarland, wo am sorgfältigsten nachgezählt wurde, legen diesen Schluss nahe. Anfang der 70er Jahre wurden hier ungefähr 3 von 100.000 Menschen krank, Ende der 90er Jahre waren es fast 10 von 100.000 Männern und etwa 7 von 100.000 Frauen. Hier stieg die Zahl der Diagnosen also nicht um das Fünffache, sondern um das Dreifache. Möglicherweise trifft diese Tendenz auch auf das ganze Bundesgebiet zu. Sicher ist das jedoch nicht.

Auffällig ist, dass das maligne Melanom vermehrt auch bei jüngeren Menschen auftritt, während Krebs an sich eigentlich eine Alterskrankheit ist. Rund ein Drittel aller Patienten mit malignem Melanom ist jünger als 60 Jahre. Möglicherweise hängt diese Entwicklung damit zusammen, dass vor allem jüngere Menschen öfter in der Sonne sind.

Wenn Sie Ihr persönliches Risiko einschätzen wollen, am malignen Melanom zu erkranken, sollten Sie vor allem Ihr Lebensalter in Betracht ziehen, wie die nachstehende Tabelle zeigt.

Ihr Risiko, am malignen Melanom zu erkranken, steigt zusätzlich mit der Anzahl Ihrer Leberflecken. Experten meinen, ab 40 bis 50 Leberflecken steigt das Risiko um das 4,5-Fache. Das haben Vergleiche von Menschen ergeben, die viele Pigmentflecken haben, mit solchen, die wenige Pigmentflecken haben.

Erkrankungs- und Sterberaten von Frauen und Männern nach Alter im Jahr 2011
Alter

von 100.000 Frauen

erkrankt

von 100.000 Frauen

gestorben

von 100.000 Männern

erkrankt

von 100.000 Männern

gestorben

5-90,100,10
10-140000
15-191,501,70,1
20-249,203,70,1
25-2915,70,370,3
30-3418,40,58,80,4
35-3922,40,612,60,7
40-44271,416,71,3
45-4929,91,719,72,7
50-5428,12,126,63,4
55-5929,12,831,54,6
60-6434,2447,46,1
65-6940,94,766,910,3
70-7442,46,478,114,2
75-7944,8885,918,2
80-8447,310,886,324,1
85 und älter44,318,778,934,1

Quelle: Erkrankungsrate: Schätzung des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-
Institut auf der Basis der Daten der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland,
Sterberate: Amtliche Todesursachsenstatistik, Statistisches Bundesamt

Sonderfall "Hautkrebs in der Familie"

Weitere Hinweise auf Ihr Risiko geben Erkrankungen in Ihrer Familie. Sollten Sie Verwandte ersten Grades haben, also Mutter, Vater oder eigene Kinder, die an einem malignen Melanom erkrankt sind, steigt auch für Sie die Wahrscheinlichkeit, am schwarzen Hautkrebs zu erkranken. Experten schätzen, dass bei etwa zehn von 100 malignen Melanomen die Krankheit vererbt wurde.

Der Einfluss der Vererbung ist aber noch nicht genau geklärt. Unter Umständen wirken auch die familiären Risiken und die Umweltbelastungen zusammen. Auch dieser Zusammenhang wird derzeit noch erforscht.

Ist Hautkrebs tödlich?

Obwohl Hautkrebs allgemein die häufigste Krebserkrankung ist, sterben daran weniger Menschen als an anderen Tumorerkrankungen. Im Jahr 2008 waren zwar fast 25 Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland Erkrankungen der Haut. Aber die Anzahl der Menschen, die an Hautkrebs sterben, blieb seit den 70er Jahren ungefähr gleich.

Am Basalzell-Karzinom und Stachelzell-Karzinom starben im Jahr 2008 laut Statistischem Bundesamt genau 568 Menschen. Am malignen Melanom starben 2.500 Menschen. Zum Vergleich: An Darmkrebs starben in Deutschland 17.920 Menschen, an Magenkrebs 10.501, an Harnblasenkrebs 5.532 und an einem Hirntumor 5.419. An einem Schlaganfall sterben ungefähr 25.500 Menschen und an einem akuten Herzinfarkt etwa 56.000.

Oft liest man: "Die Haut vergisst nichts!" Was bedeutet das?

Die Haut "sammelt" die Schädigungen durch die UV-Strahlung - allerdings bei den drei Krebsarten auf unterschiedliche Weise: Der Stachelzellkrebs entsteht offenbar, nachdem die Haut im Laufe der Jahre immer wieder der UV-Strahlung ausgesetzt wurde, durch die wiederholte Schädigung des Zellkerns.

Basalzell-Karzinome und vor allem das maligne Melanom scheinen besonders nach starken Sonnenbränden in der Kindheit und in der Jugend auszubrechen, selbst dann, wenn der betroffene Mensch da nach wenig in der Sonne war.

Allen Krebsarten ist gemeinsam, dass die Schädigungen im Zellkern zu bleibenden Veränderungen im Erbgut führen. Diese Veränderungen lassen dann eine Zelle noch nach Jahren entarten. Das heißt, die Schädigungen sind nicht "vergessen", auch wenn die Rötung und das Jucken der Haut längst abgeklungen sind.

Wie viel Sonne verträgt welcher "Hauttyp"?

Haben Sie helle Haut, bekommen Sie schnell einen Sonnenbrand. Die Haut rötet sich, manchmal entstehen sogar Blasen oder Abschuppungen. Dunkelhäutige Menschen dagegen können sich länger am Strand sonnen - ihre Haut ist durch mehr Pigmente in der Haut gegen die UV-Strahlung der Sonne besser geschützt.

Mediziner unterscheiden vier verschiedene Hauttypen entsprechend ihrer Empfindlichkeit:

  • Menschen mit heller Haut, blonden oder roten Haaren und blauen Augen - sie haben den Hauttyp "1". Nach zehn Minuten Sonnenbad im Hochsommer und ohne Hautschutz rötet sich ihre Haut bereits.
  • Menschen mit dem Hauttyp "2" unterscheiden sich abgesehen von ihrer etwas dunkleren Haut kaum vom Typ "1". Sie bekommen ungeschützt nach etwa 20 Minuten in der prallen Sonne bereits eine rote Haut.
  • Wer dunkle Haare hat, braune Augen und mittelhelle Haut, gehört zum Hauttyp "3". Dieser Typ sollte nicht länger als 30 Minuten ungeschützt in der Sonne baden.
  • Wer von Natur aus dunkle Haut hat, schwarze Haare und braune Augen, kann sich als Hauttyp "4" über 40 Minuten ungetrübten Sonnenspaß freuen. Erst danach droht der Sonnenbrand. Schwarzafrikaner zum Beispiel sind wegen ihrer sehr dunklen Haut besser gegen Sonnenbrand geschützt.

Generell gilt: Je heller Ihre Haut, umso weniger UV-Strahlung verträgt sie.